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Ulm: Nach zwei Jahren Bauzeit: Der Ausbau des Ulmer Hospizes ist vollbracht

Ulm

Nach zwei Jahren Bauzeit: Der Ausbau des Ulmer Hospizes ist vollbracht

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    Freundlich wurden die zusätzlichen Räume im Ulmer Hospiz gestaltet.
    Freundlich wurden die zusätzlichen Räume im Ulmer Hospiz gestaltet. Foto: Dagmar Hub

    Nach zwei Jahren Umbauzeit konnte das Hospiz Ulm jetzt die Fertigstellung seines Um- und Ausbaus feiern. 15 Betten stehen nun zur Verfügung, um den wachsenden Bedarf zu decken. Durch den Ausbau des ehemaligen Seniorenheimes Schillerhöhe, das direkt an den Gründerzeitbau einer Klinik am Michelsberg angeschlossen ist, sind jetzt stationäres Hospiz und ambulanter Hospizdienst samt Kinder- und Jugendhospizdienst, Beratungs- und Trauerbegleitungsangebote unter einem Dach.

    Hospiz-Leiterin Ulrike Geiger und Regine Mayer-Steinacker, Vorsitzende des Hospizvereins, sind glücklich: Es ist geschafft! Nun kann nach der Umbauphase, die auch eine neue Verteilung von Räumen mit sich brachte, Ruhe in das Haus einkehren, das sterbenden Menschen ein letztes liebevolles Zuhause bietet, das aber auch Unterstützung für Angehörige und Freunde von schwerstkranken und sterbenden Menschen leistet.

    Die Versorgung Schwerkranker und Sterbender ist zunehmend herausfordernd

    „Hospizarbeit ist komplexer geworden“, sagt Ulrike Geiger. In einer sich verändernden Gesellschaft, in der Wohnungen kleiner werden, in der Angehörige oft weit entfernt leben, in der Einsamkeit zum zunehmenden Problem wird, und in der sich doch rund 80 Prozent aller Menschen wünschen, irgendwann einmal zuhause zu sterben, ist die Versorgung Schwerkranker und Sterbender herausfordernd, beobachtet sie.

    Über die zusätzlichen Räume, von Innenarchitekten in ansprechenden freundlichen Tönen und mit viel Platz gestaltet, freuen sich die Mitarbeiter und die aktuell 128 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hauses, das sich für die Region Ulm und Neu-Ulm der liebevollen Begleitung sterbender Menschen verschrieben hat.

    Die Basis des Hospizes in Ulm, dessen Arbeit bereits 1991 mit einem Arbeitskreis begann, legten Helma Fink-Sauter, die inzwischen verstorbene letzte Ururenkelin des Schneiders von Ulm, die 2005 eine mit 100.000 Euro ausgestattete Hospiz-Stiftung gründete, das Ehepaar Großpeter-Bertele zum Jahresbeginn 2008 mit der Zustiftung der ehemaligen Klinik aus Familienbesitz, und darüber hinaus eine großzügige anonyme Spende für die Stiftung.

    Auch für den aktuellen Um- und Ausbau haben sich Menschen durch Spenden engagiert, darunter für die Gestaltung des Gartens der Künstler Alexander Krichel. Die Hospiz-Stiftung wird auch weiter die Großzügigkeit der Menschen benötigen, sagt Ulrike Geiger, denn wichtige neue Projekte stehen an – um ein Netzwerk zu schaffen für eine verlässliche und oft langwierige Begleitung schwerst Kranker im häuslichen Umfeld und im eigenen Wohnviertel in der Region.

    Die Überforderung pflegender Angehöriger soll vermieden werden

    Einen besonderen Brennpunkt stellt die Weststadt dar. Es brauche passgenaue Systeme für die veränderte Gesellschaft, um schwerst Erkrankte vor Ort zu erreichen, und auch, um die Überforderung pflegender Angehöriger zu vermeiden, so Ulrike Geiger. Mit dieser Arbeit wolle das Hospiz, wollen Verein und Stiftung etwas zurückgeben an die Menschen in der Region, von denen sich viele großzügig gegenüber dem Hospiz und seinen Aufgaben zeigen.

    Eines dieser Projekte, das ihr am Herzen liegt, ist es, intern innerhalb des Hauses und außerhalb, in der Bevölkerung, Fortbildungen und Angebote zur Suizidprävention anzubieten, beispielsweise durch das Format „Ethik am Abend“. Freude dürfte aber auch das Angebot eines Pferdehalters und -züchters ans Hospiz bringen: Demnächst kommt ein Zwergpony zu Gast in den Hospizgarten, und die Möglichkeit weiterer Projekte steht im Raum, bei denen Schwerstkranke Freude mit Tieren erleben können.

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