Ulmer Zelt 2026 startet bald: Festival bietet umfangreiches Gratis-Programm
Ulm
Die neue Spielzeit startet bald: Beim Ulmer Zelt gibt es eine Menge umsonst
Am 20. Mai beginnt die 38. Zelt-Spielzeit in der Ulmer Friedrichsau. Die Ticketpreise sind so hoch wie noch nie, doch dafür ist das Gratis-Angebot rund um das Festival umfangreich.
Das Zelt steht schon, dennoch ist noch einiges zu erledigen, bevor in knapp drei Wochen die immerhin 38. Spielzeit des Ulmer Zelts beginnen kann. Das Organisationsteam hat jetzt Eckpunkte des diesjährigen Programms präsentiert.Foto: Ronald Hinzpeter
Die Laune bei den Organisatorinnen und Organisatoren ist strahlend, also in etwa so wie der leuchtend blaue Himmel über der Friedrichsau. So sollte es bis Anfang Juli sein, meinen sie, dann wäre die 38. Spielzeit des Ulmer Zelts, die am 20. Mai beginnt, hervorragend. Ein wichtiger Grund: Das kleine Dörfchen aus Buden, Containern, Bauwagen und Zelten ist nicht mehr nur ein Veranstaltungsort, sondern ein bedeutender Familientreffpunkt geworden, der nicht nur kostenpflichtige Auftritte bietet, sondern auch eine Menge Gratis-Vergnügen. Das ist nicht ganz unerheblich, denn die einstige 50-Euro-Höchstpreisgrenze bei den Ticketpreisen wird heuer bereits an acht Abenden übersprungen.
Der teuerste Zelt-Abend mit Element of Crime in Ulm ist bereits ausverkauft
In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben die Preise für die Eintrittskarten etwa um zehn Prozent angezogen, erklärt Robert Freudigmann, Zelt-Macher der ersten Stunde und der Mann für die Finanzen. Deshalb war die einstige Schallgrenze von 50 Euro nicht mehr zu halten. Spitzenreiter in diesem Jahr sind die Berliner Element Of Crime um den Sänger und Erfolgsschriftsteller Sven Regener („Herr Lehmann“) mit 61 Euro, die an der Abendkasse zu entrichten wären. Doch der Preis scheint kein Problem darzustellen, denn die Show ist ebenso ausverkauft wie die beiden Auftritte von Gerhard Polt und den Well-Brüdern (51 Euro), des Ukulele Orchestra Of Great Britain (44 Euro) und dem großen Mitschmetter-Abend „Roxy singt im Zelt“ zum Preis von nur 27 Euro. Es ist der billigste der 37 Abende. Nach den Worten von Freudigmann liegt der Preisdurchschnitt bei 36 Euro.
Das Ulmer Zelt ist ein beliebter Treffpunkt.Foto: Laura Reusche
Doch wer das Zelt-Dörfchen besucht, bekommt auch jede Menge umsonst. Gerade auf dieses Angebot legen die Macherinnen und Macher besonderen Wert. Mareike Welte, seit Anfang des Jahres die künstlerische Leiterin, formuliert den Anspruch so: „Wir wollen einen Ort schaffen, der auch ohne Tickets funktioniert und einen Zugang bietet für alle. Nicht zuletzt für Familien mit Kindern.“ Anne Mann, neben Welte die zweite Hauptamtliche im Organisationsteam, sagt, man wolle der Gesellschaft auch etwas anbieten.
Etwa ein üppiges Kinderprogramm mit Spielegarten, Flohmarkt und einem Kindertheaterprogramm im großen Zelt, das an allen Sonntagen kostenlos ist und hervorragend ankommt. Die Kleinen machen den großen Raum oft so voll, dass die Eltern gelegentlich gebeten werden müssen, doch draußen zu warten. Zum Gratis-Angebot gehören auch die samstäglichen Auftritte regionaler Bands in der Zeltlounge.
Und natürlich kommen nicht wenige zu Ulms schönstem saisonalen Biergarten wegen des breiten Gastro-Angebots. Das hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nicht verändert. Von der Currywurst bis zu veganen Speisen, garantiert Bio, reicht die Palette. Dabei gebe es ja keinen Verzehrzwang, betont Anne Mann, die Leute können sich einfach nur auf „ein Bierchen“ treffen.
Das Zelt-Programm in der Friedrichsau in Ulm schafft einen breiten Spagat
Das Programm im großen Zelt schafft wie immer den ganz breiten Spagat von symphonischem Metal mit Beyond The Black über Blues mit Walter Trout und Robert Cray, Kabarett, Irish Folk, die Alpen-Weltmusik des fantastischen Herbert Pixner Project, Soul-Funkrock mit der Bassistin Nik West bis hin zu Deutschpop von jungen Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern. Die obligatorische Legenden-Fraktion besteht diesmal aus den Glamrock-Veteranen Sweet um das einzige noch lebende Bandmitglied Andy Scott und den Jazzrockern Colosseum. Deren Sänger Chris Farlowe ist bereits 85 Jahre alt. Apropos Legenden: Die Ulmer Jazzrock-Heroen Kraan geben sich auch mal wieder die Ehre, um ihr 55-jähriges Bestehen zu zelebrieren.
Zu den Rock-Legenden, die heuer im Zelt spielen, gehören The Sweet mit dem einzig noch lebenden Urmitglied Andy Scott (Zweiter von rechts).Foto: Jan Wilford
Karten gibt es nicht nur online, sondern ab dem 2. Mai auch wieder am allseits beliebten Ticket-Wagen hinter dem Ulmer Münster.
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