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Neuburg/Donau

08.09.2019

100 Jahre Donauruderclub: Ein Festabend der anderen Art

Auch der Bayerische Kanu-Präsident Oliver Bunges (links) hatte neben lobenden Worten einige Geschenke für den Donau-Ruderclub Neuburg dabei. Neben ihm (von links) Landrat Peter von der Grün, Vereinsvorsitzender Gerhard Rohleder, Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Vorstandsmitglied Tom Pellot. 
Bild: Manfred Rinke

Wenig Ansprachen, viel informative Unterhaltung und ein ganz besonderer Höhepunkt: Bei der Jubiläumsfeier des Donauruderclubs Neuburg verging die Zeit wie im Flug.

Eine anspruchsvolle Veranstaltung zu einem großen Jubiläum kann man auch so gestalten: Man hat einen kompetenten Moderator an der Hand, der schart ein pfiffiges Organisationsteam um sich, das packt Information und Unterhaltung in kurzweilige Segmente und schon kommt das dabei heraus, was die gut 200 Besucher am Samstag zum 100-jährigen Vereinsjubiläum des Donau-Ruderclubs im Kolpinghaus erleben durften: Ein lockerer Festabend, an dem die Zeit wie im Flug verging und der aus mehrerlei Gründen in die Geschichte des Vereins eingehen wird.

Vereinschef Gerhard Rohleder (links) mit DKV-Vizepräsident Peter Ludwig.
Bild: Manfred Rinke

Ganz bewusst wurde an diesem Abend auf viele Grußworte verzichtet. Gleichwohl sich namhafte Ehrengäste aus dem sportlichen und politischen Bereich unter den Besuchern befanden, die alle etwas zu sagen gehabt hätten. Sie band Moderator Bernhard Mahler aber auf geschickte Weise in das Programm ein.

Der Donauruderclub Neuburg baute 1925 dass erste Bootshaus in Bayern

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Aber natürlich ging es nicht ganz ohne Ansprachen. Etwa die sehr menschliche von Vereinsvorstand Gerhard Rohleder. Er ging kurz auf die Geschichte des DRCN ein, erinnerte an die elf Mitglieder, die am 3. Dezember 1919 den Verein gründeten, an den Bau des ersten Bootshauses 1925, das auch das erste in Bayern war, an die Anfänge des Leistungssports, die nationalen und internationalen Erfolge, den Bau des neuen Bootshauses und des Campingplatzes. Stolz sei der Verein auch auf die Mitgliederentwicklung von 324 im Jahr 2000 auf gut 650 aktuell. Oder darauf, dass auf den 10.000 Quadratmeter eigenen Grund und Boden mitten in der Stadt neben einem neuen, modernen Bootshaus auch ein Campingplatz betrieben wird. Er dankte nicht zuletzt Stadt und Landkreis für die stete Unterstützung, vor allem nach den großen Schäden durch die Hochwasser. Für die immense organisatorische Unterstützung dieses Jubiläumswochenendes dankte er allen, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen beigetragen haben. „100 Jahre DRCN sind eine Geschichte mit vielen Kapiteln, von denen einige noch lange nicht zu Ende sind“, schloss Rohleder.

Kanu-Polo: Landrat und OB unterstützen Wunsch nach Bundesliga-Spieltag auf dem Joshofener Weiher

Lobende Worte, denen auch großer Respekt vor der Leistung des Vereins zu entnehmen waren, und Präsente für einen national vorbildlich geführten Club kamen vom Präsidenten des Bayerischen Landessportverbandes, Jörg Ammon, dem Vizepräsidenten des Deutschen Kanuverbandes, Peter Ludwig, und dem Präsidenten des Bayerischen Kanuverbandes, Oliver Bunges. Der nahm auch an einer Gesprächsrunde mit Landrat Peter von der Grün und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling teil. Moderator Mahler wollte dabei unter anderem wissen, wie es denn um die Ausrichtung eines Bundesligaspieltags der Kanu-Polo-Mannschaft des DRCN auf dem Joshofener Weiher steht, die für nächstes Jahr geplant ist. Dort sei momentan wegen der Masse an Wasserpflanzen an keinerlei Veranstaltung mehr zu denken. Erfreut dürften die Zuschauer die Rückendeckung von Landrat und OB („Der Ruderclub ist schließlich ein Ankerverein in Neuburg, ein Botschafter weit über die Stadt hinaus.“) vernommen haben. Auf die Frage vorbereitet, haben beide jedenfalls quasi schon alles in die Wege geleitet, damit die für 8. bis 10. Mai geplante Veranstaltung über die Bühne gehen kann – und danach möglicherweise auch wieder große, überregionale Rennsport-Meisterschaften.

Moderator Bernhard Mahler befragte Axel Mölkner-Kappl zu seinem Film.
Bild: Manfred Rinke

Der „Jahrhundert-Film“ über den Donauruderclub war der absolute Höhepunkt

Sicher: Auch der anspruchsvolle musikalische Abschluss mit Christoph Hoffmann und seiner Gattin Seong-Yeong an Vibraphon und Marimba dürften den Besuchern in Erinnerung bleiben. Und nicht weniger der anschließende Auftritt der auf Stühlen, Tischen und mit Karten Musik erzeugenden Schlagzeuger „4 Hoibe“. Durchaus auch das Festmenü, das sich dem niveauvollen Abend anpasste. Aber dennoch gab es einen unumstrittenen Höhepunkt: den „Jahrhundert-Film“ von Axel Mölkner-Kappl.

Dem Journalist, der für den Bayerischen Rundfunk arbeitet, gelang ein überaus gelungener, professionell gemachter Streifen, der einen Querschnitt von den Anfängen über die schwierige Zeit des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart zeigte. Vom Beginn in den Faltbooten, dem ersten Bootshausbau, den legendären Faschingsbällen des „Zirkus Ruclu“ bis hin zur Vorstellung der aktuellen Vereinssparten und den größten Vereinserfolgen. Die Fotos und die bewegten Bilder wurden mit interessanten Interviews angereichert. Etwa mit den letzten großen internationalen Titelträgern Carola Schmidt und Sarah Winter oder gedienten Größen wie Hans Sandner, Wolfgang Hoffmann und natürlich Ehrenmitglied Willi Rogler. Der Film, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird, ist auch auf Youtube (Titel: 100 Jahre Donau-Ruder-Club Neuburg) zu sehen.

100 Jahre Donau-Ruder-Club Neuburg - der Film.
Video: Axel Mölkner-Kappl © bild-schön medienproduktion 2019 / youtube

Für ein beschwingtes Ende des Festabends sorgte schließlich Heinrich Baar (bekannt von Heini & Eyms). Als DJ lud er zum Tanz bis in die Puppen. Wie lange der ging, wird später wohl nicht im offiziellen Vereinsarchiv zu finden sein.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Schmuckstück fürs Vereinsarchiv des Donauruderclubs" von Manfred Rinke

Viele Bilder vom Festabend im Kolpinghaus gibt es hier.

Über "Ein bewegtes Vereinsleben früher und jetzt" lesen Sie hier. Auch dazu gibt es viele Bilder.

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