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Amtsgericht

29.06.2017

19-Jähriger setzt sein Bett in Brand

Ein Asylbewerber aus Albanien will sich selbst umbringen. Jetzt muss ein Gutachter klären, ob der Mann überhaupt schuldfähig ist

Er war noch nicht lange in Deutschland, erst ein paar Monate. Aus Albanien war er gekommen, wollte Asyl und lebte in einer Unterkunft in der Region. Dann, es war der 13. März dieses Jahres, am frühen Abend, nahm er vermutlich ein Feuerzeug und zündete sein Bett an. In Suizidabsicht, wie er selbst später sagte.

Passiert ist zum Glück nicht viel, auch wenn der Sachschaden bei rund 10000 Euro liegt. Der Lino-leumboden wurde beschädigt, an den Wänden setzte sich Ruß fest, der Putz platzte von der Decke. Verletzt aber wurde niemand. Doch es hätte auch ganz anders ausgehen können. Dann nämlich, wenn der Rauchmelder nicht angeschlagen hätte und die Feuerwehr nicht so schnell angerückt wäre. In dem zweistöckigen Gebäude lebten schließlich 28 Menschen. Gestern stand der 19-Jährige vor Gericht und musste sich wegen versuchter schwerer Brandstiftung verantworten. Der erste Prozesstag war aber schnell wieder zu Ende. Denn die Aussagen einer Psychologin habe nahegelegt, dass der Mann zur Tatzeit womöglich nicht schulfähig gewesen sein könnte. Es stehen Depressionen und schwere Angstzustände im Raum. So wird der Mann in den kommenden Wochen vom Landgerichtsarzt begutachtet – und dann wird das Verfahren fortgesetzt.

Allerdings wird ihm nicht nur die versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Er soll an drei Tagen im August vergangenen Jahres in Nürnberg, im Ingolstadt Village und in Reichertshofen bei Ladendiebstählen Waren im Wert von 470 Euro gestohlen haben, darunter Parfums und Turnschuhe.

Während der Mann, der mittlerweile relativ gut deutsch spricht, bei der Polizei die Taten noch eingeräumt hatte, war von einem umfassenden Geständnis gestern vor dem Schöffengericht nicht mehr die Rede. Vielmehr sprach der 19-Jährige davon, dass er von einem anderen, älteren Mann angestiftet worden sei. Der hätte ihm massive Schläge angedroht, sollte er die Waren nicht einstecken. Und zudem: Was solle er mit Zigaretten, wenn er selbst überhaupt nicht rauche? Richter Christian Schilcher deutete zumindest Zweifel an diesen Aussagen an. Immerhin sollen vier Personen – darunter der Angeklagte – in einer Drogerie wild mit Parfüm um sich gespritzt haben, ehe die Flaschen dann in der Tasche des Albaners auftauchten.

Der Prozess geht weiter, wenn der Angeklagte vom Landgerichtsarzt begutachtet worden ist.

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