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17.12.2010

192 500 Kilo Schnee und Eis

In mühevoller Handarbeit befreiten die Einsatzkräfte des THW das Flachdach der kleinen Eishalle neben der Saturn-Arena von Eis und Schnee. Die Last war zu groß geworden. Der Schnee wurde einfach über das Dach weggekippt (links oben) und später mit schwerem Gerät abgefahren. Fotos: Volker Linder

Ingolstadt Die Schneemassen auf dem Flachdach der Saturn-Arena waren einfach zu viel für die Ingolstädter Einsatzkräfte.

Seit Mittwochnacht waren etwa 100 Männer und Frauen der Technischen Hilfswerke aus Ingolstadt, Neuburg, Eichstätt, Donauwörth und Gunzenhausen unermüdlich im Einsatz, um die Flachdächer der Trainingshalle des ERC vom Schnee zu befreien. Mit vereinten Kräften wurden insgesamt 3500 Quadratmeter freigeschaufelt und abtransportiert. Andernfalls hätte der Betrieb der Eishalle wohl bald eingestellt werden müssen.

60 Kilo Gewicht pro Quadratmeter müssen die Dächer in der Region laut Bauvorschrift aushalten. Am Mittwochabend wurden auf dem Dach der Saturn-Arena laut Erwin Dittenhauser vom THW Neuburg bereits 55 Kilo gemessen worden. Zusammengerechnet lasteten also 192 500 Kilo auf dem Flachdach. Die Stadtwerke haben die Einsatzkräfte somit in letzter Minute alarmiert. Bei weiterem Schneefall wäre die Höchstlast schnell überschritten gewesen. Die Konsequenzen hätte vor allem die Freizeitanlagen GmbH als Betreiber der Kleinen Eishalle zu spüren bekommen. Der Eislauf hätte im Ernstfall nicht stattfinden können und auch die "Panther Sportsbar" befindet sich im Gefahrenbereich. Das gewölbte Dach der eigentlichen Saturn-Arena war von den Schneemassen nicht betroffen.

Der Großeinsatz begann am Mittwochabend um 17 Uhr: Um diese Zeit hat das THW Ingolstadt mit 37 Leuten angefangen, bis etwa 2 Uhr Donnerstagfrüh Schnee zu schippen. Beim THW Neuburg läuteten die Alarmglocken dann um kurz nach 3 Uhr. Seit 5 Uhr waren die Neuburger bekanntlich bereits mit 25 Mann im Dauereinsatz im gewesen. Sie wurden aus Eichstätt, Donauwörth und Gunzenhausen unterstützt. Laut Einsatzleiter Dittenhauser waren insgesamt etwa 100 Mann im Einsatz. Gestern am späten Nachmittag konnte der Einsatz dann erfolgreich beendet werden. Es musste "nur noch" der riesige Schneeberg mit schwerem Gerät abtransportiert werden.

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"Die letzten zwei Jahre ist es einfach extrem geworden", sagt Dittenhauser zur Gesamtsituation. "Das liege nicht nur daran, dass man dieses Jahr wieder einen Winter haben, wie wir ihn jahrzehntelang nicht erlebt haben." Probleme machen den Einsatzkräften vor allem die vielen Frost- und Tauphasen, die sich abwechseln. Der Schnee alleine mache nicht die Schwierigkeit aus. Momentan friert er allerdings zu Eis, dann schneit es erneut und so baut sich ein erhebliches Gewicht aus Schnee und Eis auf.

Dieses Phänomen hat die Arbeiten an der Saturn Arena erheblich erschwert. Mit Schneeschippen allein war es nicht getan. Die Einsatzkräfte mussten immer wieder das Eis aufbrechen, in Schubkarren hieven und wegfahren. Erst kürzlich musste das THW Neuburg ausrücken, um das Parkbad in der Heimatstadt von den Schneemassen zu befreien.

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