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Neuburg

29.11.2018

20-Jähriger muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Zwei 20-Jährige wurden am Amtsgericht Neuburg wegen räuberischer Erpressung verurteilt.
Bild: Isabella Tartamella

In der vergangenen Sitzung am Amtsgericht Neuburg hatte er noch eine Gerichtsschöffin angepöbelt. Auch sein Freund wird bestraft.

Finster blickten die Mütter der beiden Angeklagten drein, als Richter Gerhard Ebner das Urteil verkündete. Der 20-jährige Luka* muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, sein gleichaltriger Freund Adam* wurde zu eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt.

Die beiden mussten sich vor dem Amtsgericht in Neuburg verantworten, weil sie im Juni des vergangenen Jahres versucht haben, ihren Bekannten am Graben räuberisch zu erpressen. Das bestätigte das Opfer am Donnerstag im Gerichtssaal. „Sie haben mir vorgeworfen, dass ich anderen Leuten von ihren Drogengeschäften erzählt hätte. Deshalb wollten sie 200 Euro und zückten zur Einschüchterung ein Messer“, sagte der Zeuge.

Während Adam ihm das Küchenmesser an den Hals hielt, drohte ihm Luka. Wenn er bis 8 Uhr des nächsten Tages das Geld nicht beschaffen könnte, würde etwas passieren. Das Opfer wandte sich daraufhin an seinen Sozialbeistand der Caritas, der letztlich die Polizei alarmierte. „Ich hatte Angst und habe die Drohung ernst genommen“, erinnerte sich der Zeuge.

Vorstrafen wegen Diebstahls und Körperverletzung

Luka, der in der vergangenen Verhandlung eine Gerichtsschöffin angepöbelt und eine ganz andere Version erzählt hatte, war noch wegen eines zweiten Vorfalls angeklagt. Nur wenige Tage nach der versuchten Erpressung knöpfte er einem Freibadbesucher rund ein Gramm Marihuana ab – ebenfalls mit gezücktem Messer. „Ich hatte Angst und gab ihm deswegen das Gras“, sagte das Opfer, das mittlerweile in einer anderen Sache selbst in Untersuchungshaft sitzt.

Der Blick ins Vorstrafenregister verhieß für die beiden Angeklagten ebenfalls nichts Gutes: Jeweils vier Einträge verlas Richter Ebner. Während Adam vor allem mit Diebstählen auf sich aufmerksam machte, wurde Luka unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Vor allem Luka gab den Prozessbeteiligten Rätsel auf. Hans Wörl von der Jugendgerichtshilfe stellte fest: Ich weiß bei ihm nicht, wohin es gehen soll. Er bräuchte eine feste Arbeits- oder Ausbildungsstelle – und vor allem mehr Motivation.“ Derzeit ist der 20-Jährige nämlich arbeitssuchend. Sein Freund Adam hat zumindest einen Job und eine Verlobte.

Für Staatsanwalt Johannes Riederer war der Fall jedenfalls klar: „Die Aussagen aus der vergangenen Sitzung waren ein großer Schmarrn. Wir sind hier weder im Wilden Westen noch auf dem Balkan: Wenn einer ein Messer zückt, dann ist die Gaudi vorbei.“ Vor allem sein Urteil zu Luka fiel vernichtend aus: „Sie sind bislang eigentlich nur durch Straftaten aufgefallen und haben kein geregeltes Leben.“ Adam habe immerhin eine eigene Wohnung, Arbeit und sei insgesamt besser aufgestellt.

Die beiden Rechtsanwälte Michael Bolter und Wolfgang Kleßinger hatten vor allem Zweifel, was den Vorfall am Graben betraf. „Ein so einschneidendes Erlebnis wie ein Messer am Hals – und der Zeuge will sich an keine Details erinnern“, stellte Kleßinger die Aussage in Frage.

Zweifel, die Richter Ebner nicht teilte: „Es handelte sich hier um massive Straftaten trotz der vergleichsweise geringen Beträge. Im Erwachsenenstrafrecht lägen wir bei fünf Jahren Gefängnis“, begründete er sein Urteil. Adam muss zudem für zwei Wochen in Dauerarrest.

*Namen von der Redaktion geändert

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