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Neuburg an der Donau

20.03.2015

2014 war das Jahr der Einbrecher

In der Jahresstatistik erscheinen doppelt so viele Einbrüche wie im Vorjahr. Die Täter sind gut organisiert, hinterlassen kaum Spuren und meistens entkommen sie.
Bild: Alexander Kaya

Polizei in Neuburg ist besorgt wegen der Verdopplung der Fälle. Insgesamt stellt sich die Kriminalstatistik allerdings durchaus freundlichdar

Eine Zahl sticht aus der Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektionen (PI) Neuburg aus allen anderen hervor: 100 Prozent. Die Zahl erscheint schwarz auf weiß hinter dem Delikt „Wohnungseinbruchsdiebstahl“ und bedeutet, dass es im Jahr 2014 in der Region doppelt so viele Einbrüche gab, als noch ein Jahr zuvor.

Waren es 2013 im gesamten Gebiet der PI Neuburg 22 Einbrüche, sind die Täter im vergangenen Jahr 44-mal durch Türen und Fenster in die Wohnungen ihrer Opfer gelangt. Ein Trend, der sich seit Jahren deutschlandweit durch die Verbrechensstatistiken wie ein roter Faden zieht. Seit 2008 hat sich die Gesamtzahl der Einbrüche um ein Drittel erhöht. Bayern gilt zwar immer noch als das sicherste Bundesland was Einbruchsdelikte betrifft, dennoch schließt sich auch der Süden dem Deutschlandtrend an: stark steigend. In Oberbayern um 20,6 Prozent im Vergleich zu 2013.

Nun hat sich in Neuburg die Zahl innerhalb eines Jahres verdoppelt. Auch wenn die Einbrüche an allen Straftaten gemessen – außer Verkehrs- und Staatsschutzdelikten – immer noch einen geringen Anteil einnimmt (1,8 Prozent), sorgt der Anstieg bei der Polizei Neuburg „für Besorgnis“. Dienststellenleiter Ludwig Walter machen vor allem die überörtlichen Täter zu schaffen, in der Regel Einbruchsbanden aus dem Ausland. Sie hinterlassen wenig Spuren, die Aufklärungsquote ist gering. Walter spricht zwar für den Raum Neuburg von einer Quote von knapp 30 Prozent, also knapp doppelt so hoch wie der deutsche Schnitt. Doch dem liege vor allem örtliche Täter zugrunde. „Die erwischt man nach dem fünften, sechsten Versuch.“ Organisierte Einbrecher tauchen nur einmal auf und sind danach verschwunden.

Und dann war natürlich ein Fall, der alle anderen im Jahr 2014 überschattet. Der Mord an Franziska war für Walter der traurige Höhepunkt eines sonst durchschnittlichen Jahres.

Insgesamt betrachtet spricht die Polizei Neuburg von einem ruhigen Jahr 2014. 2502 Straftaten stehen im Jahr 2014 zu Buche. Das sind 201 Fälle weniger als 2013, sogar 312 Fälle weniger, als vor zehn Jahren. Im Zehn-Jahres-Vergleich liegt Neuburg knapp unter dem Mittelwert von 2567 Delikten. Bis auf die Einbrüche sinken alle anderen Diebstahlsdelikte zum Teil stark. Das liege vor allem an der rückläufigen Statistik des Fahrzeug-Diebstahl, heißt es im Polizeibericht. Autos, Motorräder und Fahrräder sind seltener zum Beutegut geworden. Dennoch stehen Diebstahldelikte mit 27,7 Prozent weiterhin ganz oben im Anteil an der Gesamtkriminalität, dicht gefolgt von Sachbeschädigungen, Beleidigungen und sogenannten Rohheitsdelikten wie Körperverletzung.

Die Straßenkriminalität ist insgesamt gesunken. Auch weniger Anzeigen wegen Sachbeschädigung und Beleidigung hat die PI Neuburg 2014 angenommen. Auch die Betrugsdelikte sind rückläufig, wobei die Polizei gleichzeitig warnt: Ein Großteil der Betrügereien sind ins Internet abgewandert. Da der die Art des Betrugs häufig vom Ausland aus gesteuert wird, sind die Daten nach dem Tatortprinzip auch nur dort erfasst.

2014 gab es zudem einen leichten Anstieg bei den Rohheitsdelikten. Dazu zählen neben Raub (sechs Fälle) vor allem Erpressung und Körperverletzung. Letztere erklärt auch den Anstieg von 500 Rohheitsdelikten im Jahr 2013 auf 529 im vergangenen Jahr.

Um mehr als 20 Prozent stieg die Zahl der Rauschgiftdelikte. Das erklärt die Polizei anhand des wachsenden Interesses Jugendlicher an vermeintlich legalen Kräutermischungen oder „synthetischen Cannabinoiden“.

Mit einer Aufklärungsquote von 68,3 Prozent liegt Neuburg zwar 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Dennoch werden in und um Neuburg mehr Verbrechen aufgeklärt als im Raum Oberbayern-Nord (63,6 Prozent) und Bayern insgesamt (64,4 Prozent).

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