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Gericht

27.05.2015

22-Jähriger muss auf Entzug

Junger Mann beging im Drogen- und Alkoholrausch Straftaten. Berufungsverhandlung gescheitert

Alkohol, Drogen und letztendlich kriminelle Handlungen bestimmten schon seit seinem neunten Lebensjahr den Weg eines 22 Jahre alten Mannes aus Lindau. Das letzte Urteil am Amtsgericht Neuburg lautete zwei Jahre und neun Monate Haft wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Bedrohung. Außerdem sollte der junge Mann in einer Entzugsanstalt untergebracht werden. Doch dagegen legte er Berufung ein. Gestern wurde erneut am Amtsgericht verhandelt. Gebracht hat es dem 22-Jährigen lediglich drei Monate Freiheitsstrafe weniger.

Einem geregelten Entzug muss sich der junge Mann dennoch unterziehen, obwohl das der Angeklagte in der Berufung unbedingt verhindern wollte. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichter Stephan Gericke sprachen sich gegen einen privaten Therapieplatz aus. „Der Maßregelvollzug ist das Richtige und die letzte Chance, die Sie noch haben“, begründete Gericke sein Urteil. Der Hang zu erneuten Straftaten ohne längerfristige Maßnahmen sei zu groß, meinte der Richter. Auch ein Gutachter bescheinigte dem 22-Jährigen, nicht ohne stationäre Therapie von Drogen und Alkohol loszukommen.

Bereits im Alter von acht Jahren hatte der Bursche zu rauchen begonnen, mit neun Jahren dem Alkohol zugesprochen und im Alter von 14 Jahren täglich eine Flasche Whiskey, dazu Bier und Drogen konsumiert. Fünf Vorstrafen – darunter sexueller Missbrauch von Kindern, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung – hat der junge Mann schon auf dem Kerbholz. Die Straftaten beging er immer während seiner Drogen- und Alkoholexzesse.

Nach einem Streit mit seiner Freundin hatte er deren Reisetasche mit Benzin übergossen und angezündet und die junge Frau bedroht, so dass sie sich auf das Hausdach flüchten musste. Einen Bekannten hatte der Angeklagte im Rausch ein Messer an die Schläfe geschlagen und ihm gedroht, ihn umzubringen. Dafür wurde er zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe und Unterbringung in einer Entzugsanstalt verurteilt. In der gestrigen Berufungsverhandlung reduzierte das Gericht die Freiheitsstrafe auf zwei Jahre und sechs Monate. Die Anordnung auf Einweisung in eine Entzugsanstalt blieb jedoch bestehen. Der junge Mann hat das Urteil noch nicht angenommen. (josa)

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