Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. 3800 Jahre alte Bronzebarren

26.06.2009

3800 Jahre alte Bronzebarren

Engelbrechtsmünster (haju/nr) - Die Archäologen melden die nächste bedeutende Entdeckung in der Region: In Engelbrechtsmünster wurde ein sogenannter Hortfund mit 13 bronzenen Miniaturspangenbarren geborgen, die 3800 Jahre alt sind.

Nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege dürfte es sich dabei um ein Materiallager bronzezeitlicher Händler oder Handwerker oder um Votivgaben an einem heiligen Ort handeln. Der Fundort liegt im Bereich eines bestehenden Kieswerkes, das erweitert werden soll. Dem Betreiber wurden die archäologischen Untersuchungen als Genehmigungsauflage erteilt.

Hinweise zur Besiedelung der Hallertau

Bei den Ausgrabungen fanden sich erwartungsgemäß noch Reste einer schon länger bekannten bronzezeitlichen Siedlung, die teilweise der Bodenerosion schon zum Opfer gefallen sind. Pfostenspuren und Abfallgruben, in denen zerbrochenes Haushaltsgeschirr und Webgewichte entsorgt worden waren, zeugen laut Landesamt vom täglichen Leben und liefern Hinweise zum Verständnis der Besiedlung der Hallertau vor fast 4000 Jahren.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Bronzebarren sind "kein alltäglicher Fund", so die Behörde gestern. Im nördlichen Oberbayern sind bislang erst elf vergleichbare Depots entdeckt worden. Spangenbarren sind Rohmaterialstücke, die vor ihrer endgültigen Verarbeitung auf den damaligen Handelswegen in ganz Mitteleuropa verteilt wurden. Ihre Niederlegung im Boden wird häufig als Versteck des wertvollen Materials, sei es als Händlerdepot oder als Metallvorrat einer Siedlungsgemeinschaft gedeutet. Eine andere geläufige Interpretation ist ihre Einordnung in den kultisch- religiösen Bereich, zum Beispiel im Zuge einer Opferhandlung.

Der kleine Hortfund von Engelbrechtsmünster war wohl ein Materialdepot. Es handelt sich um elf vollständige und die Fragmente von mindestens zwei weiteren Spangenbarren von einheitlicher Größe. Die Barren sind lang-schmale, flache Bronzeblechstreifen, die in der Mitte verbreitert und an ihren Enden löffelförmig zugerichtet sind.

Ins Geisenfelder Museum

Die Metallzusammensetzung wird durch naturwissenschaftliche Analysen genau bestimmt werden. Denkbar ist, dass das Rohmaterial in den alpinen Kupferlagerstätten im Salzburger Land gewonnen wurde. Der Hortfund von Engelbrechtsmünster vergrößert die wissenschaftliche Datenbasis für diese schwer zu interpretierende Denkmälergruppe und soll nach dem Willen des Grundstückseigentümers künftig das Geisenfelder Museum bereichern.

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren