Startseite
Icon Pfeil nach unten
Neuburg
Icon Pfeil nach unten
Ingolstadt
Icon Pfeil nach unten

50 Jahre Heilpädagogische Tagesstätte St. Vinzenz in Ingolstadt: Mehr Bedarf und lange Wartelisten

Ingolstadt

St. Vinzenz: Wo Kinder eine maßgeschneiderte Förderung bekommen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Mit verschiedenen Angeboten werden die Kinder in der Heilpädagogischen Tagesstätte St. Vinzenz in Ingolstadt gefördert.
    Mit verschiedenen Angeboten werden die Kinder in der Heilpädagogischen Tagesstätte St. Vinzenz in Ingolstadt gefördert. Foto: Caritas / Valentin Nowak

    Die Heilpädagogische Tagesstätte des Caritas-Zentrums St. Vinzenz für Kinder mit seelischer Beeinträchtigung (HPT S) wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. In diesem halben Jahrhundert hat sich nicht nur das räumliche Umfeld der Einrichtung geändert, auch die Kinder haben einen anderen Bedarf an Förderung.

    Die Heilpädagogische Tagesstätte St. Vinzenz in Ingolstadt wurde 1976 gegründet

    Die HPT S wurde im Mai 1976 mit zwei Vorschulgruppen und einer Gruppe für Schulkinder eröffnet. Diese waren laut Mitteilung der Caritas damals in einem Pfarrhaus untergebracht. Erst 1994 - mit damals gut 20 Kindern - zog die Einrichtung in jenes Haus, in dem sie sich noch heute befindet.

    Die Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder mit seelischer Behinderung des Caritas-Zentrums St. Vinzenz feiert im Mai ihr 50-jähriges Jubiläum. Darauf freuen sich Leiterin Walburga Schloderer und Gesamtleiter Heinz Liebhart.
    Die Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder mit seelischer Behinderung des Caritas-Zentrums St. Vinzenz feiert im Mai ihr 50-jähriges Jubiläum. Darauf freuen sich Leiterin Walburga Schloderer und Gesamtleiter Heinz Liebhart. Foto: Peter Esser/Caritas

    Seit zweieinhalb Jahren ist Walburga Schloderer Leiterin der Tagesstätte. Nach Ihrer Beobachtung „sind die Bedarfe in den letzten Jahren stets gestiegen und komplexer geworden“. Habe man früher von „Entwicklungsverzögerungen“ mit Einzelproblemen wie Konzentrations- oder Sprachschwierigkeiten gesprochen, kämen die Kinder heute häufig mit einem ganzen Bündel an vielschichtigen Problemen in die Einrichtung: „Neben Bindungsstörungen und Verhaltensproblemen machen ihnen oft auch Probleme der Eltern zu schaffen wie Ängste vor Kriegen und Arbeitslosigkeit oder Trennung und Scheidung. Wir haben auch mehrere Flüchtlingskinder, die zum Teil traumatisiert sind.“

    Ein Drittel der Kinder aus der HPT S in St. Vinzenz können auf eine Regelschule gehen

    Doch zu ihren positiven Erfahrungen gehört, „dass wir etwas bewirken können, wenn die Kinder früh zu uns kommen“. Rund ein Drittel der Mädchen und Buben, die in den derzeit vier Vorschulgruppen jeweils zu acht betreut werden, könne anschließend auf die Regelschule gehen. Neben den Vorschulgruppen, die für Kinder von drei bis sechs Jahren täglich von 8.15 bis 16 Uhr da sind, gibt es auch eine Gruppe für – ebenfalls acht – Grundschüler von sechs bis zwölf Jahren, die von 11.30 bis 17 Uhr geöffnet ist. Die Betreuung in den Vorschulgruppen wird vom Bezirk Oberbayern finanziert, jene in der Schulgruppe vom Jugendamt.

    „Insgesamt kümmern sich 18 Fachkräfte um 40 Kinder“, informiert Heinz Liebhart, Gesamtleiter von St. Vinzenz. Zu den Beschäftigten im Gruppendienst gehören Erzieherinnen und Erzieher sowie Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger. Ferner gibt es einen übergreifenden Fachdienst von Psychologinnen und Psychologen sowie Heilpädagoginnen und -pädagogen. Hinzu kommen therapeutische Leistungen der Ergo- und Logopädie.

    Auf jedes Kind wird in der Tagesstätte St. Vinzenz individuell eingegangen.
    Auf jedes Kind wird in der Tagesstätte St. Vinzenz individuell eingegangen. Foto: Valentin Nowak

    Um die Kinder bestmöglich zu fördern, verbinden die Fachkräfte der Einrichtung in der täglichen gemeinsamen Zeit mit ihnen heilpädagogische Methoden mit individuellen Lernstrategien. „Wir visualisieren unsere Tagesabläufe zum Beispiel mit Bildkarten“, sagt Walburga Schloderer. Grundsätzlich biete man „eine maßgeschneiderte Förderung, die auf die speziellen Bedürfnisse und Stärken jedes Kindes abgestimmt ist.“ Konkret geschehe dies durch eine Mischung aus Lernzeit, kreativen Aktivitäten und Entspannungsphasen. „Elterngespräche finden etwa alle sechs Wochen statt“, so Schloderer.

    „Wir haben eine lange Warteliste. Immer wieder wenden sich auch Kitas an uns mit der Frage, ob wir noch Plätze für Kinder haben, die dort nicht zurechtkommen“, erklärt Walburga Schloderer. Doch zumindest derzeit verfügt die Einrichtung nicht über genügend Platz, um mehr Kinder aufnehmen zu können. „Wir hoffen, dass wir das vielleicht irgendwann noch können, wenn uns dafür finanzielle Mittel zur Verfügung stehen“, äußert Liebhart einen Wunsch für die Zukunft der HPT S. Ein anderer ist, „dass die engmaschige Betreuung mit genügend Fachpersonal für die Kinder auch weiterhin so gegeben sein wird wie im Moment. Das ist ja aufgrund des Fachkräftemangels leider keine Selbstverständlichkeit.“

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren