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Neuburg/Donau

23.07.2019

5G-Netzausbau ist eine „elektromagnetische Atombombe“

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Mit dem Ausbau des Mobilfunknetzes auf den 5G-Standard werden noch viel mehr Sendeanlagen benötigt. 
Bild: Manfred Dittenhofer

Aktionsgruppe in Neuburg macht mobil gegen den 5G-Netzausbau. Infoveranstaltung am Mittwochabend im Schützenheim Laisacker. Zu Gast ist ein Kenner der Materie.

Ein Teil der Bevölkerung scheint sich unwohl bei dem Gedanken zu fühlen, dass durch den Mobilfunknetzausbau auf 5G noch mehr Sendemasten gebaut werden und noch mehr elektromagnetische Strahlung auf sie einprasselt – und die immer noch kurzwelliger. Auch in Neuburg regt sich Widerstand. Die geplanten Mobilfunkmasten am Bittenbrunner Wertstoffhof und am Schützenhaus in Laisacker haben das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Die Aktionsgruppe Mobilfunk wurde bereits vor geraumer Zeit gegründet. Und diese Aktionsgruppe macht nun mobil gegen die beiden geplanten Funkmasten im Besonderen und gegen den Ausbau der Netze auf 5G-Standart im Allgemeinen. Marion Schranz aus Unterhausen, Carola Hentschel aus Straß und Alois Reng aus Neuburg-Laisacker sind sich sicher: Die Experten, die vor einem weiteren Ausbau des kurzwelligen Mobilfunknetzes warnen, werden unter den Tisch gekehrt. Die drei sind auch Mitglied beim Verein Diagnose Funk und beim Bund Naturschutz. Institutionen, die nicht jeden Werbespruch der Mobilfunkindustrie für bare Münze nehmen. Politik und Wirtschaft seien in Deutschland zu eng verflochten. Die Politik unterstütze die Ausbaubestrebungen, ja treibe sie noch an. Egal, ob Mediziner vor noch mehr und noch kurzwelligere Strahlung warnen würden.

Die Neuburger Aktionsgruppe sagt, dass Bundesbehörden auf Warnhinweise nicht reagieren würden

Ein Beispiel hierfür sei der Bamberger Appell. Darin würden Ärzte an die Bundesregierung schreiben, so Hentschel, welche gesundheitlichen Gefahren und Gefährdungen von der elektromagnetischen Strahlung ausgehen würden. Die Bundesbehörden, wie etwa das Bundesamt für Strahlenschutz, würden weitreichende Spätfolgen, wie die steigende Krebsrate oder auch die zunehmende Unfruchtbarkeit, aber nicht thematisieren. Eine elektromagnetische Atombombe würde vor sich hinschlummern, ohne dass die Behörden darauf reagieren würden, so die Mitglieder der Aktionsgruppe.

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Für den Mittwochabend hat die Gruppe Klaus Scheidsteger zu einem Filmvortrag geladen. Der investigative Journalist befasst sich seit Jahren mit dem Thema Mobilfunk. Und wo immer er gräbt, trifft er auf Vertuschung und Falschinformation. Wissenschaftliche Erkenntnisse würden unter den Teppich gekehrt. In einem Interview sagte Scheidsteger: „Immer wenn ein Wissenschaftler ein Problem, ein Gesundheitsrisiko durch Mobilfunkstrahlen findet, bekommt er selbst ein Problem.“ Wissenschaftler würden diskreditiert, ihre Ergebnisse infrage gestellt. Die Industrie finanziere die eigene Wissenschaft für Gegendarstellungen.

Was Journalist Klaus Scheidsteger im Kampf gegen die scheinbar übermächtige Industrie und deren Lobby antreibt

2004 begegnete Scheidsteger Menschen, die von sich behaupteten „elektro-hypersensibel“ zu sein. Bis dahin kannte er dieses Phänomen nicht, doch dann begab er sich auf eine lange Recherchereise – diese mündete schließlich in einer ersten umfangreichen TV-Reportage für den französischen Staatssender FR2. Scheidstegers Antrieb? „Die Begegnungen mit Wissenschaftlern, die mutig gegen eine scheinbar übermächtige Industrie und deren Lobby für den Verbraucherschutz und das Vorsorgeprinzip arbeiten. Das weltweite Phänomen der zunehmenden Digitalisierung und der gesellschaftlichen Konsequenzen daraus – der scheinbar aussichtslose Kampf David gegen Goliath, wie er seit 2001 bei den immer noch laufenden, sogenannten ’Hirntumor-Prozessen’ gegen die gesamte Mobilfunkindustrie läuft und die Tatsache, dass hier eine bodenlose Ignoranz von Politik und Industrie betrieben wird, all das treibt mich an.“

Information: Am Mittwoch, 24. Juli, um 19.30 Uhr zeigt Klaus Scheidsteger im Schützenheim Laisacker, Gietlhausener Straße 46 1/3, seinen Film. Anschließend findet eine Diskussion über das Thema „Die gesundheitliche Wirkung der Mobilfunkstrahlung – Faktencheck“ statt. Der Eintritt ist frei.

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.07.2019

Was mich am Thema 5G am meisten wundert, ist die Rolle der Grünen. Bei den deutschen Kernkraftwerken gaben sie keine Ruhe, bis der Ausstieg beschlossen war. Obwohl nicht mal im Umfeld der Kernkraftwerke eine zusätzlich zur natürlichen kosmischen Strahlung messbare Strahlung feststellbar war. Und bei der 5G-Strahlung kommt von den Grünen.....................nichts !

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25.07.2019

Ich kenne die Anti-Mobilfunk-Filme von Klaus Scheidsteger und teile deshalb nicht die Einschätzung, er sei ein "Kenner der Materie". Aus meiner Sicht ist Herr Scheidsteger ein kommerziell an Mobilfunk interessierter Filmemacher, der irrationale Ängste gegenüber Mobilfunk mit extrem einseitig recherchierter "Information" weckt oder schürt (also mit Desinformation), so wie andere dies mit Impfungen machen. Unsere Gesetze schützen die Dummen, nicht aber die Bequemen, die sich bereitwillig berieseln lassen, statt sich aus kompetenten Quellen zu informieren (z.B. Bundesamt für Strahlenschutz), um so ein unverzerrtes Bild vom tatsächlichen Stand des Wissens über das angebliche "Risiko Mobilfunk" zu bekommen. Wer einem Filmemacher und von ihm vorgeführten Pseudoexperten wie Barrie Trower oder George Carlo mehr Glauben schenkt, als der seriösen Wissenschaft, ist selber schuld, wenn ihn die Angst packt. Meine Empfehlung: Mal nach Dunning-Kruger-Effekt googeln, bevor man sich dem sogenanntem Faktencheck eines selbsternannten Experten hingibt.

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