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Neuburg-Schrobenhausen

02.05.2020

Ab Montag gibt es auch im Landkreis wieder Gottesdienste

Ein persönlicher Besuch in den Neuburger Kirchen ist immer möglich, die nächsten Gottesdienste unterliegen strengen Auflagen. 
Bild: Winfried Rein

Plus Religiöse Gemeinschaft trotz Corona:  Wie sich Kirchen, Moscheen und Synagogen im Landkreis vorbereiten und warum nicht alle Gläubigen von den Lockerungen profitieren.

Ab Montag gibt es wieder Gottesdienste in den katholischen und evangelischen Kirchen. Verbunden sind sie mit strengen Vorkehrungen zum Infektionsschutz. Einige davon muten wie eine „bittere Pille“ an, so Stadtpfarrer Herbert Kohler, „aber wir werden uns bemühen, lebendige Gottesdienste anzubieten.“ Auch unter den Neuburger Gläubigen wachse die Unruhe.

Ungeachtet des starken Wunsches auf gemeinsame Glaubensfeste sieht die Pfarrei den Neuanfang als eine Art Experiment. Gottesdienste gibt es vorerst nur in der Hof- und Heilig-Geist-Kirche, weil sie groß genug zum Abstand halten sind. Mindestens eine leere Bank müsse zwischen jedem Besucher sein, nur Familien dürfen in einer Bank zusammenrücken.

In den Kirchen wird weniger gesungen, das Gotteslob muss jeder selbst mitbringen

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Gesungen wird weniger, der Kirchenchor hat sowieso Pause. Das Gesangs- und Gebetsbuch (Gotteslob) wird entfernt, die Besucher sollen eigene Exemplare mitbringen. Jeder muss Mundschutz tragen. Statt Weihwasser gibt es Desinfektionsmittel. Am Eingang regeln Ordner den Einlass, für die Hofkirche sieht man 100 Besucher als Maximum, für Hl. Geist 80. Nach der Messe (höchstens 60 Minuten) verlassen die Gläubigen die Kirche über die Seitengänge ohne Begegnungsverkehr.

Die Diözese Augsburg lässt nur zwei Ministranten zur Messfeier zu. Wenn mehr teilnehmen wollen, könnten sie auf die vorderen Plätze gehen, überlegt Pfarrer Herbert Kohler. Als „schmerzlich“ sieht er auch den Verzicht auf die Kommunion. Augsburg lässt diesen Höhepunkt der Eucharistiefeier noch nicht zu, das Bistum Eichstätt schon. „Die Unterstaller dürfen kommunizieren, die Rieder nicht.“

„Sicherheitsgottesdienste“ können nur ein Behelf sein

Den Kirchenvertretern ist klar, dass „Sicherheitsgottesdienste“ nur ein Behelf sind. Aber sie fördern in dieser schwierigen Zeit die Gemeinschaft, den Wiedereinstieg ins kirchliche Leben und das Recht auf Religionsausübung. Deshalb seien Besucher aller Altersgruppen willkommen, es werde nicht nach Risikogruppen selektiert. Allerdings erwarte man von allen Disziplin und Eigenverantwortung, so Herbert Kohler, „und es versteht sich von selbst, dass Erkrankte oder Verdachtsfälle zu Hause bleiben.“

Die neue Gottesdienstwoche beginnt am Dienstag, 5. Mai, mit einer Messe in der Hofkirche (19 Uhr). Die Hausfrauen-und Seniorenmesse am Mittwoch (9 Uhr) muss wegen der Bauarbeiten im Pfarrsaal Hl. Geist stattfinden. Am Donnerstag ist um 19 Uhr Abendmesse in der Hofkirche, am Freitag und Samstag um 18 Uhr in Hl. Geist.

Der Sonntag, 10. Mai, beginnt mit einer Neun-Uhr-Messe in der Hofkirche, die insbesondere für Bittenbrunn, Ried, Rohrenfels und Wagenhofen gedacht ist. Es folgen Gottesdienste um 10.30 Uhr und 19 Uhr in der Hofkirche und um 10 Uhr in Hl. Geist.

Auch die evangelischen Kirchengemeinden legen ihre Termine fest

Auch die evangelischen Kirchengemeinden legen ihre Termine fest. Das macht für die Christuskirche kommende Woche der Kirchenvorstand. „Die Hygienevorgaben werden die gleichen sein wie in den katholischen Kirchen“, kündigt Pfarrer Steffen Schiller an. Er geht vom ersten Gottesdienst in der Christuskirche am Sonntag, 10. Mai, aus.

In den evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Karlshuld und Untermaxfeld arbeitet Pfarrer Johannes Späth mit den Kirchenvorständen unter Hochdruck an der Umsetzung eines Hygienekonzepts. Der Pfarrer ist zuversichtlich, dass am Sonntag, 10. Mai, wieder die ersten Gottesdienste gefeiert werden.

Auch dir DITIB-Moschee Mevlana Cami in Neuburg musste ihre Kirchen schließen

Die DITIB-Moschee Mevlana Cami in Neuburg musste wie die Kirchen wegen der Corona-Krise schließen. In normalen Zeiten versammeln sich zum Freitagsgebet bis zu 150 Gläubige in der Moschee. Der Neuburger Vorsitzende des Türkisch-Islamischen-Kulturvereins, Seyhan Özdemir, sagt: „Wir sind für die Öffnung vorbereitet.“ Momentan warte er noch auf die Zustimmung seines Dachverbands, die er aber spätestens an diesem Wochenende erhalten werde. Die Moschee sei bereits desinfiziert und alle notwendigen Hygienemaßnahmen seien getroffen worden, erklärt Özdemir. Am Montag werde voraussichtlich das erste Gebet stattfinden.

Die geplanten Lockerungen bringen für die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde in Neuburg nur wenig Besserung. Beim traditionellen Schultergebet sei es für sie aus theologischer Sicht nicht möglich, zwei Meter Abstand einzuhalten, erklärt Imam Luqman Ahmad Shahid. „Aber wir respektieren weiter die Regeln“, sagt der Imam. Bis das gemeinsame Gebet wieder möglich sei, stehe die Moschee für ein individuelles Gebet offen.

Zahl der Juden in Neuburg-Schrobenhausen ist noch im zweistelligen Bereich

Die Synagogen in München werden unter strenger Einhaltung der Schutzvorkehrungen ab Montag wieder öffnen. Die Zahl der Juden im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sei bis heute nur im zweistelligen Bereich, teilt der Sprecher der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Richard Volkmann, auf Nachfrage schriftlich mit. Wie Kirchen und Moscheen wurden auch die jüdischen Gotteshäuser zur Eindämmung der Corona-Krise geschlossen. „Von allen Einschränkungen war das Verbot von Gottesdiensten die schmerzlichste“, schreibt Volkmann. (mit ande-)

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