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Neuburg-Schrobenhausen

20.11.2020

Abfall in Neuburg und Umgebung: Freimengen am Wertstoffhof bleiben

Beim Bauschutt sind bisher 200 Liter frei, ab Januar sind es nur noch 50 Liter.
Bild: Daniela Fischer (Symbolfoto)

Plus Grüngut und 50 Liter Bauschutt sind in Neuburg-Schrobenhausen weiter gebührenfrei. Aber den Kreisbetrieben laufen die Kosten davon. Weshalb Landrat Peter von der Grün „Stimmungsmache im Kreistag“ sieht.

Bei der Abfallentsorgung gibt es ab Januar 2021 Änderungen. Die Müllabfuhr mit Tonnenleerung verteuert der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen um rund 20 Prozent. Auch auf den Wertstoffhöfen steigen die Gebühren – allerdings nicht so stark wie ursprünglich geplant.

Abfallwirtschaft im Raum Neuburg: Bestimmte Mengen an Grüngut bleiben gebührenfrei

Laub und anderes Grüngut bis zu einem Kubikmeter bleibt weiter gebührenfrei. Bauschutt kann man künftig bis zu 50 Liter kostenfrei abgeben. Der Windelsack wird abgeschafft. Die Kreispolitiker im Werkausschuss einigten sich jetzt auf diesen Kompromiss, den der Kreistag im Dezember noch absegnen muss. Im Endeffekt geht es darum, dass die Abfall-Kreisbetriebe auf ihre stark steigenden Entsorgungskosten reagieren und gleichzeitig eine rechtlich einwandfreie Satzung vorlegen müssen.

Die Kosten der Windelentsorgung etwa in die allgemeinen Müllgebühren einzurechnen, sei nicht vertretbar, urteilt Landrat Peter von der Grün (FW), „eine solche Satzung wäre rechtswidrig und die unterschreibe ich nicht“. Der Kreis müsse „rechtliche Fehlentwicklungen der Vergangenheit korrigieren“ und den Service für die Bürger möglichst aufrecht erhalten. Bei den jüngsten Auseinandersetzungen zum Thema Müll hat der Landrat „Stimmungsmache und schlechten Stil in der Kreispolitik“ ausgemacht. Das beobachte er mit Sorge.

Die Grüngutentsorgung auf den 21 Wertstoffhöfen des Kreises bleibt kostenfrei - soweit es sich um kleinere Mengen handelt.
Bild: Winfried Rein

Am Ende der langen Werkausschusssitzung standen dennoch konkrete inhaltliche Beschlüsse. Grüngut auf den Wertstoffhöfen bleibt kostenfrei, die „Kofferraumpauschale“ von zwei Euro wird nicht erhoben. Wer deutlich mehr als einen Kubikmeter bringt (oder mehr als drei Kubik Astschnitt), bezahlt eine Gebühr. Die Entsorgung des Materials kostet den Kreisbetrieben immer mehr, so Werkleiterin Mathilde Hagl, „das Grüngut wird uns in den Folgejahren vielleicht noch beschäftigen“. Die Öffnungszeiten der Höfe bleiben vorerst unverändert.

Beim Bauschutt sind bisher 200 Liter frei, ab Januar sind es nur noch 50 Liter. Für größere Mengen muss der Anlieferer fünf Euro Gebühr pro 50 Liter bezahlen. Die Hofbetreuer könnten die Mengen gut abschätzen, versichert die Werkleiterin, „die 200-Liter-Wanne ist in der Vergangenheit oft missbraucht worden“. Sie verwies auf „extrem steigende Entsorgungskosten“ durch Deponierung des Bauschutts, etwa 330.000 Euro für 5000 Tonnen Schutt für 2019. Eigentlich handle es sich um einen Sonderdienst der Kreisbetriebe, damit der Schutt nicht in den Restmülltonnen lande.

Wertstoffhöfe in Neuburg-Schrobenhausen: 50 Liter Bauschutt als vertretbare Gratismenge

Die gebührenfreien 50 Liter Bauschutt bezeichneten Landrat Peter von der Grün und Werkreferent Heinrich Seißler von den Freien Wählern als guten Kompromiss und Service für den Bürger. Als „nicht machbar“ sehen sie den Vorschlag von Bürgermeister Tobias Gensberger (Bergheim), der ein jährliches Schutt-Kontingent (einen Kubik im Jahr) für jeden Bürger wollte. Der Bürgermeister stimmte dann auch als einziger gegen die neue Abfallsatzung.

Bürgermeisterin Mathilde Ahle (Langenmosen) befürchtet weitere Ablagerungen in der Landschaft. Martin Wendl von den Grünen hält die 50 Liter („eine Schubkarre voll“) für eine vertretbare Gratismenge. Im Übrigen verwies er auf viele Jahre ohne Müllgebührenerhöhung: „Da hat die Werkleitung einen guten Job gemacht.“

Die Windelentsorgung wird künftig nicht mehr über den Müllgebührenhaushalt finanziert. Familien mit Babys und pflegende Angehörige sollen die nächstgrößere Restmülltonne nehmen und damit die Windeln entsorgen. Dafür könnte der Kreis 50 Euro Jahreszuschuss für Familien und 100 Euro für Pflegende gewähren, schlägt Christian Kutz vor. Der Chef der Seniorenleitstelle und Allroundmann im Landratsamt legt 2400 Pflegefälle und 2000 Babys im Landkreis als „Kunden“ zugrunde. Bei voller Inanspruchnahme des Tonnenzuschusses könnten bis zu 250.000 Euro Kosten jährlich auf den Kreis zukommen.

Ausgabe der Windelsäcke ist bisher mit rund 60.000 Euro pro Jahr subventioniert

Die Ausgabe der Windelsäcke ist bisher mit rund 60.000 Euro pro Jahr subventioniert worden. „Warum ändert man Altbewährtes?“, fragte Bürgermeister Tobias Gensberger. Aber für Kreisbetriebe und Müllabfuhr steht fest, dass die Windelsäcke weg müssen.

Am wenigsten Widerstand gibt es gegen die Gebührenerhöhung für die Müllabfuhr. Das Gesetz schreibe Kostendeckung vor, sagte der Landrat. „Früher hat man Rücklagen vor sich hergetragen“, so die Werkleiterin, „jetzt brauchen wir dringend eine Gebührenerhöhung.“ Durch den Wegfall der Grüngutgebühr und der Bauschutt-Freimenge von 50 Litern fällt sie mit rund 20 Prozent nicht unerheblich aus. Eine 60-Liter-Restmülltonne mit zweiwöchiger Leerung kostet demnach statt 9,90 Euro etwa 12,15 Euro monatlich.

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