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Neuburg

16.03.2020

Acht Parteien ziehen in den Neuburger Stadtrat ein

In der Neuburger Parkhalle wurde am Montag fleißig ausgezählt, es galt die neue Zusammensetzung des Stadtrates zu bestimmen.
Bild: Gloria Geissler

Plus Die Grünen sind die großen Gewinner, sie holen fünf Stadtratsmandate. Dazu kommen drei Parteien, die bisher nicht im Gremium vertreten waren. Wer fliegt, wer bleibt und wer schafft den Neueinzug?

Corona ließ Schlimmstes befürchten, aber alle Skeptiker wurden eines Besseren belehrt. Die Auszählung der Stadtratsmandate ging schneller als gedacht. Die Wahlhelfer leisteten ganze Arbeit. Schon kurz vor Mittag waren mehr als die Hälfte aller Stimmbezirke ausgezählt. Eines konnte man da schon festhalten: Der Neuburger Stadtrat erhält eine gänzlich neue Zusammensetzung, denn gleich drei neue Parteien werden künftig im Stadtparlament vertreten sein: WIND mit zwei Sitzen, die Linke mit einem Vertreter und auch die AfD hat den Einzug geschafft. Sie schickt künftig ein Parteimitglieder in das Gremium.

Viele hatten es prognostiziert und doch schlug dann die Realität mit voller Härte durch. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der sich am 29. März gegen Gerhard Schoder von den Grünen in der Stichwahl behaupten muss, sagte gestern: „Das ist das, wovor die großen Volksparteien immer gewarnt haben. Was eine Zersplitterung des Parlaments bedeutet, erleben wir gerade in Thüringen. Das ist das beste Negativbeispiel.“ Nach dem Motto „Viele Köche verderben den Brei“ mache eine Zersplitterung alles schwieriger.

Zersplitterung macht für den Neuburger Oberbürgermeister alles schwieriger

Da werden die drei neuen Parteien anderer Meinung sein. AfD, Linke und WIND freuen sich, den Einzug geschafft zu haben. Damit sind neu dabei: Christina Wilhelm von der AfD, Michael Wittmair von der Linken sowie Frank Thonig und Franziska Hildebrandt von der neuen Wählervereinigung WIND.

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Die Grünen sind die großen Gewinner der Wahl in Neuburg. Nicht nur, dass es ihr Kandidat Gerhard Schoder in die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt geschafft hat, auch im Stadtrat haben sie die Zahl ihrer Vertreter mehr als verdoppelt. Fünf statt zwei Stadträte wollen künftig mehr grüne Themen einbringen. Diese Aufgabe übernehmen wie bisher Karola Schwarz und Theo Walter sowie neu Gerhard Schoder, Norbert Mages und Nina Vogel. Sollte Schoder die Stichwahl für sich entscheiden, wird Lisa Forster nachrücken. „Das wäre dann noch einmal eine Frau“, jubelte am Montag Karola Schwarz. Sie freut sich vor allem, dass die Bürger die junge Klimaaktivistin Nina Vogel nach vorne gewählt haben: „Wir haben jetzt dann eine tolle Mischung aus Alt und Jung, aus Erfahrung und neuem Schwung.“

Verlierer ist die CSU. Sie müssen drei Mandate abtreten. Nachdem Elfriede Müller, Fritz Goschenhofer, Rüdiger Vogt, Eva Lanig, Christian Eschner und Markus Haninger nicht mehr angetreten waren, erwischte es lediglich Manfred Enzersberger, der den Wiedereinzug nicht mehr schaffte. Die neu kandidierenden Wolfgang Schlegl, Julia Abspacher und Peter Ziegler zogen souverän ein, während Stadtrat Otto Heckl zittern musste.

Viele neue Gesichter im Neuburger Stadtrat

Ernüchterung auch bei den Freien Wählern. Die Parteifreien büßen ein Stadtratsmandat ein. Florian Herold schaffte es trotz Spitzenposition und OB-Kandidatur nur auf den vierten Rang. Stimmenkönige wurden mit großem Abstand Roland Harsch und Hans Habermeyer, gefolgt von Bernhard Pfahler und Sissy Schafferhans (neu). Der langjährige Stadtrat Klaus Babel musste lange bangen. Max Rucker schaffte den Sprung nicht. Klaus Brems und Christiane Heyne hatten nicht mehr kandidiert. Florian Herold analysiert nüchtern: „Wir sind von den Großen der kleinste Verlierer.“

Auch die SPD verliert Stadtratsmandate. Dem allgemeinen Trend folgend stürzten die Sozialdemokraten um fast sieben Prozent ab und stellen künftig nur noch drei Stadträte. OB-Kandidat Bernd Schneider, Landratsstellvertreterin Sabine Schneider und Ralph Bartoschek lagen lange Zeit ziemlich gleich auf. Deutlich dahinter landete Heinz Schafferhans, der zusammen mit Horst Winter und Kettner-Nachrückerin Birgitt Glasenapp aus dem Gremium fliegt. Gerhard Steiner war nicht mehr zur Wahl gestanden.

Ralph Bartoschek, der letzte verbliebene Stadtrats-Mohikaner der SPD, zieht eine ernüchternde Bilanz: „Das ist schon bitter. Ich hatte gehofft, dass wir nur einen Platz verlieren. Wir sind ordentlich gerupft worden, obwohl wir einen guten Wahlkampf gemacht haben.“ Was ihn persönlich schwer trifft, ist der Einzug der AfD ins Gremium.

AfD zieht mit einem Stadtrat ins Gremium ein

Eine faustdicke Überraschung zeichnete sich anfangs bei der FDP ab. Für die langjährige Stadträtin und Frontfrau der Liberalen sah es lange Zeit so aus, dass sie – genauso wie ihr Kollege Andreas Schwierz – den Stadtrat verlassen müssen. Bernhard Hildebrandt lag hauchdünn vorne. Mit der Auszählung der ersten Briefwahlbezirke wendete sich aber das Blatt. Häring bleibt Stadträtin – und zwar die einzige der FDP. „Ich habe als Einzelkämpferin angefangen und werde als Einzelkämpferin aufhören“, sagt sie lachend, auch wenn das Abschneiden der FDP eher traurig sei.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Neuburger Stadtrat: Regierung wird schwieriger"

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