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Neuburg

05.12.2020

Advent: So vielfältig sind die Krippenwege in Neuburg und Ingolstadt

Die Organisatorin des Neuburger Krippenwegs, Angelika Burghart.
Bild: Dorothee Pfaffel

Plus Wie jedes Jahr gibt es auch heuer wieder Krippenwege in Neuburg und Ingolstadt. Eine Krippe in Neuburg ist ein Andenken an einen verstorbenen Menschen, den viele in guter Erinnerung behalten werden. Wo sie zu finden ist.

Die eine ist aus dem Stamm einer Linde, die andere aus einer Wurzel gebaut. Bei wieder einer anderen sind die Figuren aus Wolle gestrickt oder aus Stoffen genäht. Die Rede ist von den ganz individuell gestalteten Krippen, die heuer entlang des Neuburger Krippenwegs zu sehen sind. Diesen besonderen Weg kann man mittlerweile schon zum sechsten Mal in der Innenstadt gehen.

Krippenweg durch Neuburg: Diese Frau hat ihn organisiert

Organisiert hat ihn einmal mehr Angelika Burghart vom Ordnungsamt der Stadt. Burghart ist es wichtig, dass wenigstens der Krippenweg zustandekam, ihre Ausstellung musste sie coronabedingt abblasen. Der Krippenweg kann sich wieder sehen lassen. 24 Stück sind es insgesamt. Los geht es mit einer Holzkrippe vor der Galerie Nassler nahe des Schrannenplatzes, der Weg endet mit einer orientalischen Kirchenkrippe in St. Peter oben in der Altstadt. Und dazwischen kann man jede Menge kreativer Kunstwerke entdecken, teils von den Ladeninhabern selbst gemacht, teils von professionellen Krippenbauern hergestellt und ausgeliehen.

Diese Hirten kann man im Schaufenster der CSU Geschäftsstelle betrachten.
Bild: Dorothee Pfaffel

Im Oktober, etwas später als sonst, fing Angelika Burghart mit der Planung des diesjährigen Krippenwegs an. Dabei achtete sie wie immer darauf, dass sich die Geschäfte, in deren Schaufenster die meisten der Krippen stehen, jährlich abwechseln. Der Krippenweg soll die Menschen nicht nur in Weihnachtsstimmung versetzen, er soll auch dem Einzelhandel helfen, seine Waren zu verkaufen, erklärt Burghart. Denn beim Blick in die Schaufenster fällt dem ein oder anderen vielleicht etwas auf, was er kaufen will.

Geht man mit Angelika Burghart von einer Krippe zur nächsten, merkt man sofort, dass sie von jeder einzelnen begeistert ist und auch zu jeder etwas erzählen kann. Sie findet es toll, wie sich die Ladeninhaber engagieren und nach ihrer Anfrage gleich zu basteln anfangen. Die bunte und vor allem für Kinder sehr ansprechende Krippe bei „Murmelstoffe“ hat zum Beispiel eine Mitarbeiterin genäht.

Besondere Krippe stammt aus Nachlass von Neuburger Josef Götzenberger

Eine Krippe hat es der Frau vom Ordnungsamt dieses Jahr aber besonders angetan. Es ist die Ganzjahreskrippe aus dem Nachlass des heuer verstorbenen Neuburger Stadtrats und Organisten Josef Götzenberger. Darin wird nicht nur die Geburt Jesu Christi dargestellt, erklärt Burghart, sondern es gibt verschiedene Kirchenfeste und biblische Szenen zu sehen. Das über Jahre hinweg zusammengetragene Gesamtkunstwerk steht in der Touristinfo. Burghart: „Die Krippe stand in Josefs Wohnzimmer. Sie ist ein schönes Andenken an ihn.“

Adam und Eva sind Teil der Ganzjahreskrippe von Josef Götzenberger.
Bild: Dorothee Pfaffel

Die Organisatorin hofft, dass sich ihre Mühe gelohnt hat. „Es wäre schön, wenn sich möglichst viele auf den Weg machen!“

Auch die Stadt Ingolstadt hat wieder einen Krippenweg, diesmal mit 33 Krippen. Die erste realistische Weihnachtskrippe in Ingolstadt ist für das Jahr 1594 nachgewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Damals schickte der wittelsbacher Erbprinz Maximilian, der spätere Kurfürst, ein „schons weihnachtskripl“ an seine drei jüngeren Brüder, die an der ersten Bayerischen Landesuniversität studierten. Von dieser Krippe ist nichts mehr erhalten, doch noch heute kann man in Ingolstadt zur Advents- und Weihnachtszeit Kostbarkeiten einer alten Tradition entdecken.

Krippenausstellung im Stadtmuseum kann nicht geöffnet werden

Aufgrund der inzwischen verlängerten Maßnahmen des Teil-Lockdowns in den Dezember hinein, sind Ausstellungen und Veranstaltungen allerdings weiterhin untersagt – wie in Neuburg. Dies gilt auch für die Zentralausstellung des Ingolstädter Krippenwegs, die wieder in der Spitalkirche gezeigt werden sollte; sie muss heuer ersatzlos abgesagt werden. Die Krippenausstellung im Stadtmuseum kann ebenso wenig geöffnet werden.

Diese Filzkrippe aus Nepal ist im Weltladen zu sehen. Man kann sie kaufen.
Bild: Dorothee Pfaffel

Nachdem Stadtführungen generell untersagt sind, sind auch die im Rahmen des Krippenwegs geplanten Führungen „Kumm, geh‘ma Kripperl schaugn ...“ an den Adventssonntagen 6., 13. und 20. Dezember abgesagt. Die Eröffnungsveranstaltung des Krippenwegs in der Moritzkirche am Samstag, 5. Dezember, muss entfallen.

Hier gibt es alle Informationen zum Krippenweg in Ingolstadt

Die in vielen Ingolstädter Kirchen als Bestandteil der liturgischen Ausstattung aufgestellten Krippen können aber besichtigt werden. Auch die in Schaufenstern ausgestellten Krippen sind zugänglich. Alle Informationen zum Ingolstädter Krippenweg gibt es im Internet unter www.ingolstadt.de/krippenweg.

Mal etwas ganz anderes: Maria, Josef und das Jesuskind aus Baumwolle.
Bild: Dorothee Pfaffel

Für beide Krippenwege gibt es eine Broschüre oder einen Handzettel. Sie liegen in den Städten aus. Darin sind die einzelnen Stationen aufgeführt sowie eine Karte. Ein Video zum Neuburger Krippenweg finden Interessierte auf der Homepage der Stadt Neuburg unter „Neuburger Weihnacht“.

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