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30.06.2009

"Affe" und "Kasperl" führen vor Gericht

Neuburg (wüb) - Kleine Ursache - große Wirkung: Zwei Jugendliche hatten - vergleichsweise unspektakuläre - Schimpfworte ausgeteilt und fanden sich deshalb nun gestern unversehens in einer Gerichtsverhandlung wieder und zwar auf der Anklagebank. Wie kurz der Weg von einer unfeinen Äußerung bis vor den Kadi sein kann, erlebten die beiden Neuburger - ein 19-Jähriger und sein 20 Jahre alter Kumpel. Ein dritter Beschuldigter erschien erst gar nicht zur Verhandlung, so dass Jugendrichter Gerhard Reicherl Haftbefehl gegen ihn erließ.

Dabei hatte alles relativ harmlos angefangen. Am 29. Januar hatten sich die drei Jugendlichen gegen 20.50 Uhr auf dem Schrannenplatz aufgehalten. Sie waren nicht mehr ganz nüchtern und es kam zu Handgreiflichkeiten. Zwei alarmierte Polizeibeamte griffen schlichtend ein. Daraufhin bezeichnete der 20-Jährige die Ordnungshüter als "Kasperl" und nannte einen von ihnen "Affe". Der 19-Jährige forderte einen Beamten schließlich auf: "F... dich". Diese Beleidigungen kamen zur Anzeige.

Vor Gericht gaben beide den Vorfall zu. "Wir hatten was getrunken und es war ein dummer Ausrutscher", zeigten sie sich einsichtig.

Staatsanwalt Martin Sokoll wusch ihnen dennoch den Kopf. Zwar sei die Wortwahl "nicht so ganz gravierend" und er wolle auch die Kirche im Dorf lassen, aber es sei dennoch nötig, die Hüter der Rechtsordnung auch in den Schutz dieser Rechtsordnung zu stellen. "Die Polizisten müssen immer als erstes den Kopf hinhalten, wenn es brennt", so Sokoll. "Und die müssen sich dann nicht von halbwüchsigen Bürschlein blöd anreden lassen."

"Affe" und "Kasperl" führen vor Gericht

Freizeitarrest und Arbeitsstunden

Spürbare Sanktionen sprach deshalb auch das Jugendschöffengericht aus. Der 20-Jährige, der gestern bereits zum sechsten Mal vor Gericht stand und eine offene Bewährung mitbrachte, wurde zu zwei Wochen Freizeitarrest verurteilt. Für ihn ist es eine "letzte Chance"; beim nächsten Vergehen muss er mit Gefängnis rechnen. Sein 19-jähriger Spezl muss 60 Arbeitsstunden ableisten. Beide Urteile sind rechtskräftig.

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