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09.01.2019

Alarmfahrt im Schneckentempo

Urkunden gab es für (von links) Benjamin Reim (20 Jahre), Walter Jungwirth (40), Kommandant Michael Ritschel (20), Karl Heinz Knoblach (40), Roland Schwarz (40), Georg Gerstner (30), Albert Ziller (40) und Winfried Schwarz (40). 2. Bürgermeister Alfred Ehrnstraßer, Vorsitzender Hans Jürgen Ziller und Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier gratulierten.
Bild: Michael Geyer

Warum die Rennertshofener Wehr mit ihrem Einsatzfahrzeug nicht mehr zufrieden ist

Rund 60 Feuerwehrkameraden, darunter auch die Ehrenmitglieder Balthasar Jungwirth, Willi Schwarz und Linus Lix, konnte Vorsitzender Hans Jürgen Ziller im Mannschaftsraum des Feuerwehrhauses begrüßen. „Nicht nur Arbeit, sondern auch Feste gab es mehr als genug“, fasste Ziller nach seinem detaillierten Bericht die vielen Aktivitäten zusammen, die über den Dienst am Nächsten hinaus im abgelaufenen Jahr das Vereinsleben bereicherten.

Es gab mehr als genug zu tun. Das konnte man leicht aus dem umfangreichen Tätigkeitsbericht des Kommandanten Michael Ritschel entnehmen: Im vergangenen Jahr wurden die 74 Aktiven zu insgesamt 294 Einsätzen alarmiert, wovon die First Responder mit 263 Alarmierungen den Löwenanteil zu bewältigen hatten. 20 Technische Hilfeleistungseinsätze teilen sich auf in sechs Verkehrsunfälle, dem Beseitigen einer Ölspur, einem Wasserunfall, einigen Einsätzen im Insektenschutzanzug und vier Türöffnungen. Vor allem neun – darunter zwei schwere – Brände forderten alles von der Wehr: Am 26. Juni brannte eine Feldscheune direkt bei der Ortsausfahrt Richtung Bertoldsheim lichterloh und am 31. Juli stand ein Holzlager an der Usselbrücke voll in Flammen und hatte sich bereits auf die daneben stehende Feldscheune ausgebreitet. Die weiteren Brände waren ein Autobrand in Hatzenhofen, brennende Holzscheite am Parkplatz Richtung Bertoldsheim, ein Kabelbrand in einem Sicherungskasten in Bertoldsheim, ein vermuteter Fahrzeug-Brand in Rennertshofen und der Alarm zu einem Waldbrand, der sich zum Glück nur als Abbrand von Käferholz herausstellte.

Um jederzeit den gewachsenen Anforderungen Genüge zu leisten, wurde auch auf die Aus- und Weiterbildung großer Wert gelegt: In elf Monatsübungen widmete sich die Wehr jeweils einem Thema, das ausführlich durchgearbeitet wurde: So wurde beispielsweise die Ausbildung für den Umgang mit der Seilwinde, mit dem Flachwasserschubboot, der Überdruckbelüftung oder mit Bergungsleitern und weiteren Rettungsgeräten intensiviert. Darüber hinaus überprüfte und pflegte die Wehr in den Bereitschaften ihre Fahrzeuge und das Gerät. Siebenmal bildeten sich die First Responder fort, auch die Atemschutzgeräteträger hielten sich durch regelmäßige Weiterbildung auf dem neuesten Stand. Den Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ auf Landkreisebene konnten vier Kameraden mit Erfolg abschließen. Besonders eifrig wurde das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ abgelegt. In vier Gruppen waren 32 Kameraden erfolgreich. Positives gab es auch aus dem Jugendbereich zu berichten, wo sich 13 Feuerwehranwärter ausbilden lassen und sechs von ihnen bereits die Prüfungen zur Bayerischen Jugendleistungsspange mit Erfolg ablegten.

Ritschel berichtete jedoch auch von Problemen mit der Ausrüstung. Deswegen habe er Ersatzbeschaffungen bei der Gemeinde beantragt. An der vor genau 20 Jahren angeschafften Schutzkleidung zeigten sich immer mehr erhebliche Mängel. Auch das Mehrzweckfahrzeug sei bereits in die Jahre gekommen. Mit Müh und Not und erst nach umfangreichen Reparaturarbeiten konnte der Oldtimer die Hauptuntersuchung im Oktober 2018 bestehen, wobei sich die Reparaturarbeiten ausschließlich auf die sicherheitsrelevanten Mängel beschränkten. Auch dass man bei Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn von Privatfahrzeugen überholt würde, weil man nicht einmal die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h erreiche, stelle den Begriff „Alarmfahrt“ für so eine Situation wirklich infrage, verdeutlichte Ritschel. Ebenso müssten auch die 25 Jahre alten hydraulischen Rettungsgeräte erneuert werden.

Zweiter Bürgermeister Alfred Ehrnstraßer ging auf den Antrag ein: Die Gemeinde müsse die geeigneten Rahmenbedingungen sicherstellen und werde den Anträgen auf Ersatz für Ausrüstungsgegenstände wohlwollend gegenüber stehen, allerdings gäbe es auch eine Hierarchie der Wünsche. „Ich versichere Ihnen, dass wir bei unseren Entscheidungen stets vor Augen haben, wie hoch Ihr Einsatz ist“, würdigte er die ständige Einsatzbereitschaft und den vorbildlichen Dienst am Nächsten. Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier hob heraus, dass sich in dem Wirken der Wehr das ganze Portfolio von Feuerwehreinsätzen spiegele. Ganz besonders die First Responder seien für das Rettungswesen wichtig. „Ihr seid eine Truppe, auf die man stolz sein kann.“

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