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Karlshuld

03.06.2016

Alles Gute zum Geburtstag, Maurus-Gerle-Schule!

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Die Grund- und Mittelschule Karlshuld heißt ab sofort Maurus-Gerle-Schule. Dekan i.R. Karl-Heinz Wendel und Pfarrer Paul Igbo haben ihr am Freitag auch seitens der Kirchen den Segen gegeben.
Bild: Uwe Kühne

Mit einem großen Fest hat die Karlshulder Schule ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Was alles geboten war und wer den Maibaum der Schule geklaut hat.

„Ho ruck! Ho ruck!“ Mit vereinten Kräften wuchten die Buben aus der zehnten Klasse den weiß-blau gestrichenen Maibaum in die Höhe. Moritz Bodensteiner gibt den Ton und die Richtung an. „Vorsicht!“, ruft er, als der Stamm um die eigene Achse zu drehen droht. Der Maibaum ist halt doch leichter, als die Burschen vorgeben. Aber ein bisschen übertreiben gehört zum Geschäft. Und so bekommen sie am Ende, als der Baum schließlich nach viel Brimborium wie ein Einser dasteht, den verdienten Applaus der Zuschauer.

Am Freitag wurde an der Karlshulder Schule nicht gepaukt, sondern gefeiert, denn vor 50 Jahren wurde der Grundstein für die heutige Schule gelegt. Zu diesem Anlass wurde auch ein Schul-Maibaum aufgestellt, der natürlich – so will es der Brauch – erstmal geklaut wurde. Und das vom Aufsteller persönlich. Moritz und seinem Freund Julian Hammer wurde es nämlich langweilig, als sie selbst auf ihren eigenen Maibaum aufpassen mussten. Und da sie genau wussten, wo der Schul-Maibaum untergebracht war, wurde die fixe Idee in die Tat umgesetzt. Löseforderung: ein Kasten Bier. Rektor Rainer Seefried will die Diebe allerdings mit einem Kasten Wasser abspeisen – „wahlweise still oder medium“. „Da müssen wir noch mal drüber reden“, gibt sich Moritz nicht geschlagen.

Begonnen hat das Schulfest mit einem Festakt in der Schulturnhalle. Für Landrat Roland Weigert, dem das Thema Bildung von jeher wichtig ist, war das Jubiläum „ein guter Tag für die Schule und ein guter Tag für Karlshuld“. 20 Millionen Euro seien allein in der 32-jährigen Amtszeit von Bürgermeister Karl Seitle in die Schule investiert worden, unter anderem für notwendige Erweiterungen. Und die seien nur deshalb möglich gewesen, weil Seitle entsprechend weitsichtig bei der Grundstückspolitik gewesen sei. „Das ist eine elementare Voraussetzung dafür, dass sich eine Gemeinde entwickeln kann – oder wie man neudeutsch sagt – sexy ist.“ Als Geburtstagsgeschenk brachte er einen Scheck über 500 Euro mit.

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Bürgermeister Karl Seitle ist sich sicher, dass in der Karlshulder Schule ein „guter Geist“ herrsche, wenngleich dort niemand etwas geschenkt bekomme – „und schon gar nicht gute Noten“. Auch er selbst ist in Karlshuld zur Schule gegangen. Als angehender Ministrant sei er sogar in den „Genuss“ eines Latein-Einzelunterrichts bei einer Nonne gekommen.

Dass sich in den vergangenen 50 Jahren so manches im Schulablauf geändert hat, beschrieb Schuldirektorin Ilse Stork. Bis zu 50 Schüler seien in den 1960er Jahren im Schichtbetrieb unterrichtet worden. Heute liegt die durchschnittliche Klassenstärke bei 20 Kindern. Damals wurde Englisch erst ab der 5. Klasse unterrichtet, heute beginnen die Kinder bereits in der 3. Klasse mit der Fremdsprache. Früher wurde ausschließlich auf Tafeln und in Hefte geschrieben. Heute gehören Computer und Whiteboards ganz selbstverständlich in den Unterricht.

Rainer Seefried ist seit 1966 der sechste Rektor an der Schule. Neben einem Namen hat ihm die Schule nun auch ein neues Logo zu verdanken. Die Idee dazu hatte Selina Mohn aus der 8. Klasse. Sie skizzierte die Außenansicht der Schule, vor der sich zwei Arme die Hand geben. „Mit allen und gemeinsam stark“ lautet der Slogan. Darüber prangt der neue Name „Maurus-Gerle-Schule“. Mit dem Namen ist übrigens auch der Elternbeirat „sehr zufrieden“, wie Elternbeiratsvorsitzende Daniela Walter betonte.

Weil den neuen Namen nicht nur das Kultusministerium genehmigen musste, sondern auch die Zustimmung „von ganz oben“ wichtig ist, wie Seefried sagte, bekam die Schule von Dekan i.R. Karl-Heinz Wendel und Pfarrer Paul Igbo den kirchlichen Segen. Dabei wünschten sich die Schüler nicht nur ein „langes Haltbarkeitsdatum“ für die Schule, ein gutes Miteinander und einen erfolgreichen Abschluss, sondern auch einen schöneren Pausenhof und „dass unsere Schule weiterhin so viele nette Lehrer hat“.

Derweil wimmelte es im Schulhaus vor Aktivitäten. Schüler aus der Partnerstadt Besˇka, die noch bis morgen zu Besuch in Karlshuld sind, sangen und tanzten zu Musik aus ihrer serbischen Heimat. Während sich auf der Bühne in der Aula eine Theater- oder Chorgruppe an die nächste reihte, gab es in den Klassenzimmern einiges zu entdecken. Denn Schüler wie Lehrer hatten sich eine Menge ausgedacht, um die Besucher zu bespaßen. In der Klasse 1b gab es etwa wunderschöne Schmetterlinge betrachten – sowohl auf dem Papier als auch in den Gesichtern der Kinder. Denn die Schüler der 9. Klasse schminkten die kleinen und großen Zuschauer unermüdlich und mit phantastischen Motiven. Die neunjährige Anna-Lena freute sich über ihr geschminktes Katzengesicht, weil Katzen nämlich „so kuschelig“ sind. Ganz stolz reckte sie das Gesicht zu ihrer Schwester, die ihr Schnurbarthaare auf die Wangen malte.

Wer etwas mit nach Hause nehmen mochte, konnte sein Glück bei dem Losstand der Klasse 4a probieren. Dort konnte die Besucher selbst gebastelte und verzierte Karten gewinnen. Sandra und ihre vier Kolleginnen erklärten, wie es geht: Zieht man aus den Losen einen Stern, bekommt man auch eine Karte, zieht man hingegen zwei Sterne, darf man bereits drei Karten mitnehmen. Das sei auch gleichzeitig der Hauptgewinn.

Motiviert waren an diesem Tag alle Schüler von der 1. bis zur 10. Klasse. Jeder freute sich, wenn Besucher ihr Klassenzimmer betraten – von Mama und Papa ganz zu schweigen. Wer wollte, konnte Filzblumen oder knallrote Marienkäfer basteln. Die Klasse 6a hatte einen Stand vorbereitet, bei dem kleine Styroporherzen marmoriert werden konnten und wer es sportlich wollte, konnte sich beim Federballspiel austoben. Könnte Schule doch nur immer so sein, haben sich gestern mutmaßlich viele Schüler und vielleicht auch der ein oder andere Lehrer gedacht ...

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