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Neuburg

07.06.2018

Am Schrannenplatz soll ein Hotel entstehen

Anders als jetzt soll der First der jetzigen VR Bank beim Neubau gedreht werden. Die Gebäudefront vom Schrannenplatz aus würde mehreren Stadthäusern mit Hausgiebeln nachempfunden sein. Links, an der Ecke Pferdstraße/Fischergasse, soll auf dem Hotel noch ein verglastes Restaurant mit Flachdach platziert werden.
Bild:  Manfred Rinke

Die VR Bank will zudem Platz für neue Geschäfte schaffen und damit die Innenstadtbeleben. Ganz im Wortsinn soll auch noch eins obendrauf gesetzt werden.

Die Planungen der VR Bank für das Gebäudeensemble am Schrannenplatz gehen in eine neue Richtung. Auf dem 2500 Quadratmeter großen Grundstück sollen nun ein Handelszentrum und ein Hotel mit über 100 Betten entstehen. Das rund 20 Millionen Euro teure Vorhaben wurde bereits dem Ältestenrat der Stadt vorgestellt und wird nun in den Stadtratsfraktionen diskutiert. Gestern Abend erfuhren auch die Genossenschaftsmitglieder auf der Vertreterversammlung im Kolpinghaus, was die Bank gemeinsam mit einem Investor an einer der prominentesten Stellen der Innenstadt Neuburgs umsetzen möchte.

Nachdem sich die Vertreter der Genossenschaftsbank vor vier Jahren von der Stadtpolitik vor den Kopf gestoßen gefühlt hatten, wurden die bereits weit gediehenen Planungen für ein neues Bankhaus zurückgezogen. Jetzt baut die VR Bank auf Oberhausener Terrain ein Verwaltungsgebäude in Kreut, wo die Mitarbeiter nach aktuellem Stand planungsgemäß im ersten Quartal 2019 einziehen können. Im gleichen Zug soll das Bankgebäude an der Luitpoldstraße umgebaut werden. Über der Schalterhalle werden dort die Vertriebsmannschaft und die Vorstände Platz finden. Mit dem Auszug der jetzt noch rund 70 Mitarbeiter am Schrannenplatz wäre der Zeitpunkt gekommen, an dieser zentralen Stelle etwas Neues zu gestalten.

Von dem noch im vergangenen Jahr angekündigten Vorhaben, gemeinsam mit einem Investor ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten, ist man mittlerweile abgekommen. Nun ist mit der Unternehmensgruppe Stoffel als namhaften Projektentwickler und Partner an der Seite eine neue Idee für das Gebäudeensemble in dieser exponierten Lage gereift. Das deutschlandweit agierende Familienunternehmen mit Sitz im bayerischen Straubing und Zweitsitz in Berlin hat – was etliche Renommierprojekte unterstreichen – gerade in der Bebauung und Entwicklung von Innenstädten große Erfahrung. Nachdem um den Schrannenplatz immer mehr Einzelhandelsflächen in Wohnraum umgewidmet werden, entschloss man sich zum Umdenken. Die Planungen des Projektentwicklers sehen nun auf der gesamten Grundfläche im Erd- und ersten Obergeschoss Einzelhandel vor. „Nicht viele kleine Geschäfte, sondern zwei, drei große Handelsunternehmen, die es in die Innenstadt zieht und die hier auch langfristig bleiben wollen“, wie Vorstandsvorsitzender Werner Halbig im Pressegespräch erläuterte. Darüber soll auf weiteren zwei Etagen ein Hotel der Kategorie 3 plus mit gut 100 Zimmern entstehen. Die Firma Stoffel, so Halbig, stehe mit verschiedenen Handelsunternehmen und großen Hotelketten in Verbindung. Wichtigste Anforderungen aller Interessenten seien gewisse Flächengrößen, die es zu realisieren gelte, verdeutlichte der Vorstandsvorsitzende. Das treffe insbesondere auf die Mindestzahl von rund 100 Zimmern für das Hotel zu. Die für das Hotel notwendigen rund 40 Stellplätze werden durch eine Tiefgarage mit rund 55 bis 60 Stellplätzen abgedeckt. Für die infrage kommenden Handelsunternehmen seien nach Rücksprache mit ihnen keine Stellplätze notwendig.

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Zu Handel und Hotel wollen die Investoren noch eins oben draufsetzen. Als Attraktion für die Stadt soll an der Ecke Pferdstraße/Fischergasse auf das Hotel noch ein Restaurant platziert werden. Die verglaste „Skylounge“ mit Flachdach würde zur Donau hin den Abschluss des Komplexes bilden. Die Gebäudefront davor bis zur Adlerstraße wäre mehreren Stadthäusern mit Hausgiebeln nachempfunden, der First würde nicht mehr von Nord nach Süd verlaufen, sondern gedreht. „Das lockert die Sicht vom Schrannenplatz auf das Gebäude auf und bricht die Höhe“, erklärte Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Schlosser. Das für die Öffentlichkeit zugängliche, höher gelegene und auch mit Außenaufzug erreichbare Restaurant mit Blick auf Donau, Schloss, Arco und die Jurahöhen würde die Firsthöhe nur um ein halbes Geschoss überragen.

Einig sind sich die Vorstände Werner Halbig und Roland Gieß mit Ludwig Schlosser, dass dieses Projekt den Schrannenplatz und damit die angehende Hochschulstadt Neuburg enorm aufwerten sowie Kaufkraft in die Innenstadt bringen würde und auch was den Tourismus angehe, ein hoch interessantes Vorhaben sei. „Und das bekommt die Stadt, ohne selbst Geld in die Hand nehmen zu müssen“, verdeutlichte Schlosser.

Wie Werner Halbig sagte, habe sich Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bei der Vorstellung der Planung im Ältestenrat dem Vorhaben gegenüber durchaus aufgeschlossen gezeigt. Falls es Bedenken gebe, werde man versuchen, was möglich ist, so Halbig, um der Stadt entgegenzukommen. „Doch wir können nicht unter gewisse Größen gehen, sonst lässt sich das Projekt nicht verwirklichen“, verdeutlichte er. „Und a bisserl Schneid muss man in der Stadtentwicklung schon auch einmal beweisen“, meinte Ludwig Schlosser am Ende noch augenzwinkernd.

Lesen Sie dazu den Kommentar „Alles andere als ein 08/15-Projekt“.

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