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Neuburg/Donau

12.09.2019

Amtsgericht Neuburg: Drogendealer muss hinter Gitter

Justizia 
Bild: Alexander Kaya

Mann geht drei Jahre ins Gefängnis. Bevor er 2015 ins Rauschgiftgeschäft einstieg, war er strafrechtlich sauber. Warum die Strafe trotzdem so hoch ausfiel.

Dass der 48-Jährige in „seinem fortgeschrittenen Drogenalter ins Rauschgiftgeschäft eingestiegen ist“, fand das Gericht sehr erstaunlich. Denn der Mann ist vorher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten. Doch seine bis dahin reine Weste half ihm nun nichts mehr. Denn jetzt muss er für seine begangenen Straftaten drei Jahre ins Gefängnis.

Zwischen 2015 und 2018 hatte der drogenabhängige 48-Jährige in drei Fällen insgesamt ein Kilo Marihuana, 800 Gramm Amphetamine und 34 Gramm Kokain in verschiedenen Wohnungen aufbewahrt und vertickt. Im letzten Fall hatten Kriminalbeamte die Drogen sichergestellt und mittels einer DNA-Spur den Angeklagten ermittelt.

Der Angeklagte legte vor dem Richter am Amtsgericht Neuburg ein Geständnis ab

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Am ersten Prozesstag hatte Amtsrichter Christian Veh dem Mann eine Gefängnisstrafe zwischen zwei Jahren und neun Monaten und drei Jahren und drei Monaten im Falle eines Geständnisses in Aussicht gestellt. Daraufhin hatte dieser die Anschuldigungen eingeräumt. Nachdem nun in der Verhandlung am Dienstag der polizeiliche Sachbearbeiter die Angaben des 48-Jährigen, der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, bestätigt hatte, verurteilte der Richter den Angeklagten zu drei Jahren Haft.

Der Angeklagte stieg erst in einem fortgeschrittenen Alter ins Drogengeschäft ein

Zugunsten des Mannes sprach für Veh die Tatsache, dass er bis dato keine Vorstrafen hat. Umso erstaunlicher fand es Veh, dass der Mann „in seinem fortgeschrittenen Drogenalter noch ins Rauschgiftgeschäft eingestiegen ist. Das ist eher selten und auch, dass Sie trotz Ihres regelmäßigen Drogenkonsums bisher immer gearbeitet haben.“ Zudem habe das Geständnis eine Qualität, weshalb das Strafmaß trotz der großen Mengen an Betäubungsmitteln milder ausgefallen sei.

Staatsanwalt Thorsten Schalk hätte den Mann allerdings aufgrund der erheblichen Menge an Rauschgift gerne drei Monate länger hinter Gittern gesehen. Verteidigerin Andrea Kremer plädierte dagegen für drei Monate weniger, da ihr Mandant drogenabhängig war und immer noch sei und durch sein Geständnis keine weiteren Zeugeneinvernehmungen nötig waren.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichter Christian Veh blieb schließlich mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren in der Mitte der beiden Anträge. Außerdem muss der 48-Jährige die 4000 Euro Gewinn aus seinen Drogengeschäften an den Staat bezahlen sowie die Verfahrenskosten tragen.

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