Newsticker
RKI meldet 8103 Neuinfektionen und 96 Tote
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Angeklagter hat Minderjährige zu Drogen verführt

Neuburg

16.01.2019

Angeklagter hat Minderjährige zu Drogen verführt

Vor dem Neuburger Amtsgericht ging es um Betäubungsmittel.
Bild: Maya Spitzer

Ein Mann hat im Donaumoos Marihuana und Ecstasy verkauft. Eine Abnehmerin war erst 14 Jahre alt. Nun stand der Mann vor Gericht.

Er hat die Drogen nicht nur selbst konsumiert, sondern auch weiterverkauft. Das Schlimme daran: Die Abnehmer des inzwischen 32-jährigen gebürtigen Neuburgers waren minderjährig – die jüngste zur Tatzeit gerade einmal 14 Jahre alt. Die Jugendlichen sollten sich für den Mann außerdem umhören, wer sonst noch Interesse an Marihuana und Ecstasy-Tabletten habe. Nun stand der Mann vor dem Neuburger Amtsgericht.

Zwischen Juli 2017 und März 2018 soll der Angeklagte in neun Fällen Betäubungsmittel an Minderjährige aus dem Landkreis abgegeben, in sieben Fällen davon gewerbsmäßig Handel getrieben haben, wie Staatsanwalt Thorsten Schalk in seiner Anklageschrift verlas. Die Jugendlichen waren zur Tatzeit 14, 15 und 17 Jahre alt. Die Jüngste kam mit ihren Eltern irgendwann zur Polizeiinspektion in Neuburg – daraufhin nahmen die Ermittlungen ihren Lauf.

Amtsgericht Neuburg: Der Angeklagte legte ein Geständnis ab

Der Angeklagte legte vor Gericht mittels seines Verteidigers Jörg Gragert ein vollumfängliches Geständnis ab. Er sei zu dieser Zeit selbst hochgradig abhängig von Betäubungsmitteln gewesen und wollte sich mit dem Verkauf seine eigene Sucht finanzieren. Über das Alter seiner Kunden habe er sich keine Gedanken gemacht, sagte Gragert stellevertretend für seinen Mandanten. Der Angeklagte selbst fügte hinzu: Er bereue seine Tat. Er habe inzwischen eine Therapie begonnen und eine neue Freundin.

Das Bundeszentralregister, das Richter Christian Veh verlas, sprach allerdings nicht gerade für den Mann. „17 Eintragungen. Das ist schon ordentlich. Im negativen Sinne!“, rügte ihn Veh. Die Vorstrafen sind teilweise einschlägig, Eintragungen wegen Diebstahls, Hehlerei und Beleidigung sind aber auch darunter. „Jeder hat unterschiedliche Startbedingungen. Aber irgendwann ist jeder selbst für sein Leben verantwortlich“, fügte Veh noch hinzu.

Der Sachverständige, Landgerichtsarzt Thomas Obergrießer, sagte, dass die strafrechtliche Verantwortung beziehungsweise die Steuerungsfähigkeit des Mannes durch seine Sucht nicht eingeschränkt gewesen sei. Der Gutachter sah aber durchaus eine Therapienotwendigkeit. Sollte der Angeklagte es nicht schaffen, von den Drogen wegzukommen, sei mit weiteren Delikten zu rechnen.

Der Angeklagte muss in eine Entziehungsanstalt

Staatsanwalt Schalk forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten, außerdem die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt. Verteidiger Gragert wollte mit zwei Jahren und zwei Monaten eine etwas mildere Strafe erreichen. Auch er sprach sich für den Entzug aus. Richter Veh und seine beiden Schöffen verurteilten den 32-Jährigen für seine „massiven Taten“ schließlich zu drei Jahren Haft. Allerdings steht zunächst die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Das bedeutet, der Mann muss in Therapie, nur falls diese scheitert, oder danach geht er ins Gefängnis. Veh hob noch das vorbildliche Verhalten der Eltern, die sofort zur Polizei gegangen sind, als „Musterbeispiel“ hervor. Das Urteil ist rechtskräftig.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren