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Kösching

03.07.2020

Angriff auf Köschinger Linken-Politikerin

Eine Köschinger Linken-Politikern wurde offenbar Opfer eines politisch motivierten Angriffs.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Die Köschinger Bezirksrätin Stefanie Kirchner wurde von einem Unbekannten überfallen. Der Mann schrie politische Hass-Parolen und soll ein Messer dabei gehabt haben. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Die Linken-Bezirksrätin Stefanie Kirchner aus Kösching (Kreis Eichstätt) ist am vergangenen Sonntagabend Opfer eines offenbar politisch motivierten Angriffs geworden. Jetzt ermittelt das Kommissariat Staatsschutz bei der Ingolstädter Kripo. Der Politikerin geht es nach Auskunft der Ingolstädter Linken-Kreisvorsitzenden und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Eva Bulling-Schröter „den Umständen entsprechend“.

Der Unbekannte soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein

Die Partei selbst machte den Fall öffentlich. Demnach soll Kirchner am vergangenen Sonntag in ihrem Heimatort Kösching abends gegen 23 Uhr spazieren gegangen sein. Ein unbekannter Mann, der offenbar mit einem Messer bewaffnet war, habe sie dann hinterrücks angegriffen und stranguliert. Während der Tat soll der Täter mehrmals „Scheiß Linke“ gerufen haben. Stefanie Kirchner hatte sich zur Wehr gesetzt und konnte sich mit Tritten selbst befreien.

Die 45-jährige Kirchner ist Krankenpflegerin und war bei den vergangenen Wahlen für die Linken in den oberbayerischen Bezirkstag gewählt worden. Dort engagiert sie sich insbesondere in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Nach der Tat hat sich Kirchner zurückgezogen und möchte sich nicht selbst gegenüber den Medien äußern, erklärte Bulling-Schröter.

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Die Ingolstädter Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten den Vorfall

Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten den Vorfall im Wesentlichen. Nähere Angaben, unter anderem zu einer möglichen Bewaffnung des Täters und den Verletzungen der 45-jährigen Kommunalpolitikerin, wollten die Behörden nicht machen. „Wir stehen noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte Andrea Grape, Sprecherin der Ingolstädter Staatsanwaltschaft. Aktuell liegt auch keine Beschreibung zu einem Täter vor.

Eva Bulling-Schröter zeigte sich „geschockt“, als sie vom Angriff auf Stefanie Kirchner erfahren hatte. Dies sei auch ein „Anschlag auf die Demokratie“, schreibt sie in einer Pressemitteilung. Die ehemalige Bundespolitikerin selbst sei auch schon – vor allen in den sozialen Medien – beleidigt, nie aber körperlich angegangen worden. Einfluss auf ihre eigene politische Arbeit werde der Angriff auf ihre Parteikollegin aber nicht haben: „Ich lasse mich nicht einschüchtern.“

Gabriele Nava ist Vorsitzende der Neuburger Linken und kennt Stefanie Kirchner persönlich. Als sie vom Angriff erfahren habe, sei sie „relativ schockiert“ gewesen. „Ich finde das ganz schlimm.“ Sie hofft, dass es sich bei dem Unbekannten um einen Einzeltäter handle und keine rechte Gruppierung dahinterstecke.

Herrmann und Eisenreich haben ein Schutzkonzept für Politiker vorgestellt

Nur wenige Tage nach dem Angriff, am vergangenen Mittwoch, haben Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich ein Schutzkonzept für Kommunalpolitiker vorgestellt. „Bayern steht hinter seinen Kommunalpolitikern. Wer sie mit Worten oder Taten angreift, muss mit Konsequenzen rechnen“, betonten beide bei der Vorstellung.

Nach Auskunft des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ist im laufenden Jahr im Bereich der Kripo Ingolstadt bislang keine einzige Straftat gegen einen Politiker angezeigt worden. Dass Anzeigen wegen Beleidigungen gegen Politiker oder anonyme Briefe bei der Staatsanwaltschaft landen, komme „ab und zu“ vor, erklärte Andrea Grape.

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