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Neuburg

20.07.2020

Anlieger in Neuburg-Nord befürchten ein „Monstrum“

Dies ist der Standort der Halle, die die Zimmerei Sens an der Monheimer Straße errichten möchte. Die Fläche mit Blick auf die Neuburger Altstadt, auf der hier im Bild der Weizen reift, ist im Besitz der Neuburger Handwerkerfamilie.
Bild: Winfried Rein

Plus Der Neuburger Zimmerermeister Florian Sens will eine Halle für seine Dachstühle bauen. Der Bauantrag hat Pro und Kontra ausgelöst und wird jetzt im Stadtrat behandelt. Ein Ortstermin mit Lattengerüst ist geplant.

„Ich weiß nicht, was ich noch machen soll.“ Florian Sens, Zimmerermeister und Betriebsinhaber, sieht sich zeitweise an den Pranger gestellt. Dabei will er nur eine neue Halle bauen, die allerdings stattliche Ausmaße hat: 60 Meter lang, 30 Meter breit und zehneinhalb Meter hoch, entlang des Schiffsmühlenweges in Bittenbrunn (am Wertstoffhof).

Es schaut so aus, dass sein Bauantrag zu einem kleinen Politikum geworden ist. Den Anliegern am Schiffsmühlenweg ist die Halle zu groß, überdimensioniert und überhaupt am falschen Platz. Das Gros der Stadtpolitiker neigt dennoch dazu, dem einheimischen Handwerksmeister die Betriebserweiterung zu genehmigen. Aber es gibt noch einen Ortstermin mit Lattengerüst.

60 Meter lang, 30 Meter breit, zwölf Meter hoch und an die Monheimer Straße angrenzend – das war der ursprüngliche Plan für die Halle.
Bild: Fotomontage Stadt Neuburg

Das Lattengerüst in der verlangten Form „ist ein Witz“, sagt Florian Sens. Ein 60-Meter-Objekt dreidimensional mit Latten darzustellen, das gehe nicht. Man könne die Höhe einer Firstseite mit einem Gerüst simulieren oder mit Heliumballons andeuten. Er habe die Höhe um zwei Meter reduziert und vor dem Ältestenrat weitere Zugeständnisse gemacht. Die Halle könne 20 Meter nach Süden Richtung Wertstoffhof verschoben werden, um den Blick auf die Altstadt weniger zu verstellen. Er bleibe sieben, acht Meter von der Straße weg und pflanze Bäume auf dem Grünstreifen. Er leiste Öko-Ausgleich und lasse ein Immissionsschutzgutachten erstellen. Die Anlieferungen hielten sich im Rahmen. In dieser Woche erwarte er einen Lastzug, in der Vorwoche sei keiner gekommen, so Florian Sens. Die Bittenbrunner Halle solle insbesondere der Lagerung nahezu kompletter Dachstühle dienen, „gearbeitet wird bei uns vorwiegend auf den Baustellen.“ Das Anreißen, Bearbeiten und Zusammenpassen der Hölzer (Abbund) erledige der Lieferbetrieb in Ehekirchen.

Für Neuburger Stadtrat Frank Thonig ist der Standort für die Halle der falsche

Die meisten Mieter der Schilchermühle sind nicht begeistert von einer großen Halle vor ihrer Haustüre. „Ein solches Monstrum passt nicht hierher“, findet Familie Schilcher. Da sieht Stadtrat Frank Thonig (WIND) genauso. Die Halle hält er für zu voluminös, sie beanspruche eine der letzten Freiflächen an der Monheimer Straße. Sie beeinträchtige den Blick auf Alt-Neuburg, außerdem müsse man mit Produktionslärm und Lieferverkehr rechnen. „Es ist der falsche Standort“, urteilt Frank Thonig.

Niedriger und wegen der Sicht auf Schloss, Hofkirche und St. Peter nach Süden verschoben – das zeigt diese Planungfür die Halle.
Bild: Fotomontage Stadt Neuburg

Der Standort ist deshalb so gewählt, weil Familie Sens dort Eigentümerin der Fläche ist. „Den Grunderwerb hätte ich mir nicht mehr leisten können, die Halle allein ist teuer genug“, sagt der Zimmerermeister, der fünf Mitarbeiter beschäftigt. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling kann das nachvollziehen. Für ihn sei es „keine Frage, dass wir einen jungen einheimischen Handwerker nach den gegebenen Möglichkeiten unterstützen.“ Die Halle hält der OB für genehmigungsfähig, zumal sie nach Süden rückt und niedriger ausfallen solle. Wenn zudem die Immissionsschutzwerte eingehalten werden, gebe es keinen Grund zur Verweigerung.

Neben dem dortigen Mischgebiet will die Stadt nun eine reine Gewerbefläche. Die Ausweisung dieses „Gewerbegebietes Monheimer Straße“ hat der Stadtrat mit einem Bebauungsplanverfahren bereits eingeleitet. In der heutigen Sitzung des Plenums geht es um die gleichzeitig erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes mit Stellungnahmen von Behörden und Anliegern.

Die Diskussion ist geschlossen.

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