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25.01.2017

Attenfelder haben Vorrang

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Im März entscheidet der Bergheimer Gemeinderat, wer einen der fünf gemeindlichen Bauplätze am Schindbühlweg in Attenfeld (freies Feld links) bekommt. Sieben weitere Plätze sind im Eigentum von Privatpersonen.
Bild: Claudia Stegmann

Die Nachfrage nach Bauplätzen in Bergheim ist riesig, doch Bürgermeister Tobias Gensberger weiß schon jetzt, wer die meisten Chancen hat.

Wer sich heutzutage einen Bauplatz kaufen möchte, der braucht schon lange nicht mehr nur das nötige Kleingeld dafür. Der braucht vor allem eines: Glück. Glück, die Anforderungen zu erfüllen, die die jeweilige Kommune bei der Vergabe ihrer Grundstücke zugrunde legt. Wer einen Bauplatz am Schindbühlweg in Attenfeld bekommt, das bestimmt der Bergheimer Gemeinderat. Zwölf Plätze umfasst das Baugebiet, das mittlerweile fertig erschlossen ist, aber nur fünf davon gehören der Gemeinde. 56 Interessenten haben sich für einen der Plätze vormerken lassen, bevor sich die Gemeinde entschieden hat, die Bewerberliste zu schließen. Im März sollen die Plätze vergeben werden, und zwar nach einem Verfahren, das sich an der Sozialverträglichkeit orientiert. Und die ist laut Bürgermeister Tobias Gensberger in erster Linie dann gegeben, wenn es sich um eine junge Familie handelt, die aus Attenfeld kommt und noch kein Eigenheim oder einen anderen (potenziellen) Bauplatz hat. „Ich brauche junge Menschen, die sich in die Dorfgemeinschaft integrieren wollen und gegebenenfalls auch bereit sind, sich bei der örtlichen Feuerwehr zu engagieren“, erklärt Gensberger seine Intention.

Dasselbe Prozedere gilt auch für das Baugebiet am Fährenweg in Bergheim, das voraussichtlich ab März/April erschlossen und dann im Spätsommer/Herbst fertig werden soll. Auch hier sollen die neun Plätze vorrangig an Ortsansässige vergeben werden. Wie in Attenfeld übersteigt auch in Bergheim die Nachfrage das Angebot bei Weitem: 85 Personen – darunter viele Auswärtige – haben ihr Interesse bekundet. So mancher wollte Gensberger die Entscheidung leichter machen, indem er einen deutlich höheren Kaufpreis geboten habe. Doch abgesehen davon, dass sich Gensberger nicht bestechen lassen kann, geht es ihm nicht ums Geld. Er möchte in erster Linie jungen Bergheimern die Chance bieten, in ihrem Heimatort zu bleiben, sagt er.

Auch für Unterstall hat Gensberger schon ein Baugebiet im Auge. In der Verlängerung des Traubergs hat er ein Hangareal gekauft, auf dem schätzungsweise zehn Bauplätze entstehen können. Dieses Frühjahr sollen Bodenproben genommen werden, um den Untergrund zu analysieren. Die Erschließung könnte dann 2018 erfolgen. Innerhalb von drei Jahren hätte Gensberger nach einer Pause von zehn Jahren dann drei Baugebiete mit rund 25 Plätzen ausgewiesen. Zuletzt wurde 2008 das Baugebiet Trauberg/Pollatstraße in Unterstall ausgewiesen.

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Spruchreif ist noch lange nichts

Neue Bauplätze könnten in unbestimmter Zukunft auch in Bergheim nördlich der Staatsstraße entstehen. Dieses Jahr hat Gensberger schon mit etlichen Grundstückseigentümern gesprochen. Spruchreif ist allerdings noch lange nichts, denn eine Entwicklung des Bergheimer Nordens sei nur im Zusammenhang mit einer Verkehrsplanung zu sehen. „Wir brauchen entlang der Staatsstraße Lärmschutzmaßnahmen – welcher Art auch immer“, sagt er. Und eine Verbindung für Fußgänger. Das könnte unter anderem eine Fußgängerampel sein, die nach Aussage des Landratsamts und des Straßenbauamts nun doch an der Neuburger Straße möglich wäre – vorausgesetzt, die Gemeinde trägt die Kosten. Wie hoch die sind, kann Gensberger im Augenblick nicht sagen.

Wer nicht gleich ein Haus bauen, sondern lieber in einer Wohnung leben möchte, für den könnte es demnächst auch ein Angebot in Bergheim geben. Der große Parkplatz am neuen Friedhof wird aufgelöst, stattdessen soll dort ein Mehrfamilienhaus oder alternativ ein Bürogebäude entstehen. „An Interessenten fehlt es nicht“, sagt Gensberger. Zuerst müsse allerdings das Areal überplant werden, denn der neue Friedhof soll noch dieses Jahr verkleinert werden. Auf dem dadurch gewonnenen Platz entstehen dann Parkplätze und ein Bauplatz.

Zwei Feuerwehrhäuser stehen auf der Agenda

Die Gemeinde Bergheim wird dieses Jahr aber nicht nur Bauland ausweisen, sondern auch selbst als Bauherr auftreten. Gleich zwei Feuerwehrhäuser stehen auf der Agenda: eines für Bergheim an der Kläranlage und eines für Unterstall, das am Schützenheim entstehen soll. Noch gibt es keine Pläne, aber Gensberger vermutet, dass ein Neubau günstiger kommt als die Sanierung der alten Schule, die ursprünglich als neues Domizil im Focus stand.

Eine Lösung scheint auch für den Bergheimer Kapellenweg in Sicht. Bei starkem Regen kann der dortige Kanal das Wasser nicht schnell genug abtransportieren, sodass es mitunter zu Überschwemmungen kommt. „Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, das hätte also längst gemacht gehört“, sagt Gensberger. Was an dieser Stelle bislang fehlt, ist ein sogenannter Stauraumkanal, also ein unterirdisches Betonbecken, in dem sich Wasser sammeln kann, um dann kontrolliert abzufließen. Ein solcher Kanal soll noch dieses Jahr gebaut werden. Ein Landwirt hat dafür ein Stück seines Ackers abgegeben.

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