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Neuburg-Schrobenhausen

20.10.2019

Auch mit Flugtaxis wird es Staus geben

Sieht so die Zukunft aus? Ein Flugtaxi schwebt über einer Autokolonne, die sich autonom fortbewegt. 
Bild: Adobe Stock

Plus Beim IHK-Forum diskutierten Experten, warum die fliegenden Taxis das Verkehrsproblem in Großstädten nicht lösen werden und wo sich der Einsatz lohnen würde.

Es hätte keinen besserer Ort gegeben, um über die Mobilität der Zukunft zu sprechen, als bei Airbus am Flugplatz Manching, einem der größten Zentren der Luftfahrtindustrie in Europa. Das Forum der IHK-Regionalausschüsse Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und Ingolstadt beschäftigte sich mit der Frage, ob die Mobilität auch auf Kurzstrecken in Zukunft abheben wird. Das Flugtaxi ist in aller Munde. Weltweit bauen 200 Firmen an Projekten rund um die dreidimensionale Mobilität im urbanen Umfeld. Ein entsprechendes Fluggerät dafür, den so genannten City-Airbus, entwickelt auch das Luftfahrtunternehmen in Manching. Elektrisch angetrieben, autonom gesteuert und für vier Passagiere konzipiert, soll es in Zukunft Menschen schneller von A nach B bringen.

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Wie und ob der Einsatz von Flugtaxis überhaupt funktionieren kann, diese Frage beleuchtete Kay Plötner vom Verein „Bauhaus Luftfahrt“. Er stellte interessante Zahlen am Beispiel der Metropolregion München vor. Dort gäbe es 8,7 Millionen Fahrten pro Tag. Übernähme die „urban air mobility“ (UAV), die urbanen Flugtaxis, nur ein Prozent dieser Bewegungen, wären das 87.000 Flüge täglich. Der ÖPNV bewerkstelligt laut Plötner im Stadtgebiet rund 24 Prozent dieser Bewegungen, im Außenbereich sind es noch elf Prozent. Und dafür sind über 1000 Bushaltestellen vorhanden. Plötner hält daher die Infrastruktur für die Flugtaxis für essentiell. Zahlreiche Lande- und Startplätze seien notwendig, damit der Weg zum Flugtaxi kurz gehalten werden könne. Deshalb zog der Experte das Fazit, dass man durch Flugtaxis die Staus auf den Straßen nicht abschaffen kann. Plötner glaubt aber auch nicht, dass mit einer autonom fahrende Fahrzeugflotte Staus auf den Straßen vermeidbar sind.

Auf dem Podium diskutierten (von links) Felix Arnold (Unternehmen im Bereich Drohnenbau), Professor Walter Schober (THI-Präsident), Klaus Weismoor (Unternehmen im Bereich digitale Raumerfassung) und Franz Glatz (Leiter Brigk) die wirtschaftlichen Möglichkeiten der „urban air mobility“. Elke Christian, Leiterin der IHK Ingolstadt, moderierte die Diskussion. 
Bild: Manfred Dittenhofer

Beim Starten brauchen Flugtaxis die meiste Energie

Dann der Energieverbrauch. Das senkrechte Starten koste bei einem Flug die meiste Energie. Daher, so Plötner weiter, sei die Nutzung eines Flugtaxis immer mit einem hohen Stromverbrauch verbunden. Je kürzer die Strecke, desto negativer die Auswirkungen. Zudem müssten Wetter- und Luftraumeinschränkungen bedacht werden. Am Ende sprach Plötner den gesellschaftspolitischen Aspekt an, die Akzeptanz bei der Bevölkerung. Viele würden die Flugtaxis zwar wahrnehmen, nur wenige würden sie aber – zumindest zu Beginn – nutzen.

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Vorteile sah Plötner dagegen bei längeren Strecken, also aus dem Umland in die Stadt und umgekehrt. Oder als Zubringer zum Bahnhof mit schnellen Zugverbindungen und als Tourismusattraktion. In einem Punkt waren sich alle einig. Die Entwicklung müsse in der Region stattfinden, um an dem Wertschöpfungspotential weltweit teilhaben zu können.

Ingolstadt: Das ideale Testfeld für Flugtaxis

Und obwohl man sich die Region Ingolstadt als Einsatzfeld für Flugtaxis nicht vorstellen kann, so wird sie doch zu einem zentralen Testfeld für Flugtaxis. Für das Jahr 2035 werde ein Marktvolumen weltweit von 70 Milliarden Euro prognostiziert, so THI-Präsident Walter Schober. Außerdem passe diese Technologie in die Region, in der bereits die Bereiche autonomes Fahren und Elektromobilität beheimatet und die Schlüsselkompetenzen für Flugtaxis vorhanden seien. Und damit noch nicht genug. Bald schon soll mit dem „brigk air“ ein spezielles Gründerzentrum für Start-up-Unternehmen entstehen, direkt angegliedert an die Entwicklung des Flugtaxis. Laut Franz Glatz, Leiter des Brigk-Gründerzentrums, sei das Testgelände bei Forstwiesen südlich des Manchinger Flugplatzes ideal, um Start-ups in die Region zu ziehen. Und Entwicklungspotential gebe es rund um das Flugtaxi, sei es die benötigte Infrastruktur am Boden oder die Buchungs- und Nutzungsmöglichkeiten für den Passagier. Ideen seien gefragt – jede Menge Möglichkeiten für kleine und flexible Unternehmen.

Die IHK will das Thema der Mobilität im städtischen Luftraum weiterhin unterstützen. Die Akzeptanz, das zeigte eine Schnellumfrage unter den Mitgliedern, ist bei den Unternehmern groß, die Region Ingolstadt weiter als Innovationsstandort auszubauen.

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