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Neuburg an der Donau

21.11.2017

Auch ohne Nachbrenner schnell oben

Auf dem Niveau der vergangenen beiden Jahre werden sich die Flugstunden des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 mit dem Eurofighter auch in diesem Jahr bewegen. Erwartet werden rund 3000.
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Auf dem Niveau der vergangenen beiden Jahre werden sich die Flugstunden des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 mit dem Eurofighter auch in diesem Jahr bewegen. Erwartet werden rund 3000.
Bild: Xaver Habermeier

Jagdgeschwader will auch unter dem neuen Kommodore durch Transparenz und Dialogbereitschaft zu einer guten Nachbarschaft beisteuern. Ganz ohne Lärm geht es aber nicht.

Als das Geschwader unter dem Kommando von Frank Gräfe stand, seien sie weitgehend von Überflügen verschont geblieben. Unter seinem Nachfolger Holger Neumann habe der westlich der Startbahn angrenzende, kleine Stadtteil Hardt dagegen leiden müssen, erklärte Stadtrat Fritz Goschenhofer, der dem neuen Kommodore gleich eine Beschwerdeliste aus Hardt mit den minutiös aufgezeichneten Überflugzeiten überreichte. Auf Oberstleutnant Thomas Früh würden natürlich jetzt die Hoffungen ruhen, dass es wieder so wird, wie unter seinem Vor-Vorgänger. Die Kritik aus Hardt war gestern Nachmittag die einzige, die bei der Fluglärmkommission zu hören war. Zu der lädt das Geschwader jährlich Landrat, Ober- und Bürgermeister sowie Ortssprecher der Anrainer-Orte und Behördenvertreter ein.

Für Thomas Früh war es die Premiere und der in Donauwörth aufgewachsene Oberstleutnant meisterte sie souverän. Wenn es diese Beschwerden gebe, dann werde man dem nachgehen. Und gerne würde er – wie seine Vorgänger auch – in die Gemeinden kommen, um den direkten Kontakt mit den Bürgern zu suchen und dabei zu erklären, warum wir, was, wie tun. „Unseren Auftrag ist der Einsatz. Den zu leisten und gleichzeitig die Bürger so wenig wie möglich zu belasten, das ist für uns immer ein Spagat“, erklärte der Kommodore. Doch Transparenz und der Dialog mit den Betroffenen helfe zur Aufklärung und diene dem gegenseitigen Verständnis. „Wir tun auf jeden Fall alles, was wir tun können, um die Belastung so gering wie möglich zu halten“, verdeutlichte Früh.

Diese ist seit Jahren längst nicht mehr so groß. Die Starts gingen von 13266 im Jahr 1972 auf heuer aktuell 1768 zurück. Wurden in den 80er Jahren auf der F-4F Phantom noch bis zu 10000 Flugstunden absolviert, so waren es in den vergangenen zwei Jahren noch 3200 bis 3500. Auch heuer und das kommende Jahr, so der Kommodore, werde man dieses Niveau halten. Ausgelegt sei das Geschwader für rund 5300 Flugstunden im Jahr. Wann und ob dieses Niveau überhaupt einmal erreicht werde, konnte der Oberstleutnant nicht sagen. Derzeit fehle es jedenfalls noch sowohl an ausgebildeten Piloten wie Eurofightern.

Die Flugstunden seien für die Piloten indes unumgänglich, damit sie ihre Lizenz behalten können. Dabei würden von den jährlich geforderten 180 Flugstunden durchschnittlich nur knapp 140 erreicht. „Das ist ein Problem und da wollen wir besser werden“, erklärte der Kommodore. Wobei der Flugsimulator bei der Ausbildung eine immer größere Bedeutung gewinne. Das trage dazu bei, dass gleichzeitig mit den moderneren Flugzeugen auf weniger Standorten auch weniger Flugzeuge nötig seien, die in höheren Höhen insgesamt auch weniger fliegen müssten. Zudem seien die leistungsstarken Triebwerke zwar zugegeben laut, aber der Eurofighter brauche eigentlich keinen Nachbrenner, um schneller steil in höhere Höhe zu gelangen. „Damit wird es schneller leiser und das entlastet die umliegenden Gemeinden.“

Eine Ausnahme davon bilden die Einsätze der Alarmrotte. Etwa 50 Alarmierungen habe es bisher heuer deutschlandweit gegeben. Die meisten echten Alarmstarts, so genannten „Alpha Scrambles“, sind die Piloten aus Neuburg geflogen. Bei insgesamt etwa 3,1 Millionen Flügen ziviler Flugzeuge über Deutschland, sei diese Zahl aber eher verschwindend gering, meinte Früh.

Swen Jacob, Kommandeur der Fliegenden Gruppe, erläuterte den Gästen, dass sich im seit 2013 nahezu unveränderten Lärmschutzbereich An- und Abflugverfahren ebenfalls kaum verändert hätten. Verschoben hätte sich der Landeanflug aus Osten, sodass der Weg der Kampfjets zur Basis in Zell nicht mehr direkt über Lichtenau, sondern zwischen Weichering und Lichtenau führt.

Größere Einsätze im kommenden Jahr sind unter anderem die Übung Green Flag in den USA mit Bodeneinsatz und die verstärkte Sicherung des Luftraums des Baltikums in Estland, die von September bis November dauert.

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