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Ingolstadt

15.07.2019

Audi Sommerkonzerte: Krönender Abschluss im Klenzepark

Trotz schwieriger Wetterverhältnisse kamen laut Audi AG rund 12.000 Fans zum Klassik Open Air in den Klenzepark.
Bild: Audi AG

Das Open Air Wochenende in Ingolstadt lockte trotz ungünstigen Wetters wieder tausende Besucher an. Was geboten war.

Es gibt kein schlechtes Wetter, mögen sich wohl etliche tausend Besucher des Klassik Open Airs im Klenzepark gedacht haben, alte und junge, große und kleine. Kurzerhand regentaugliches Equipment gepackt und ab zur Tillywiese! So zeigte sich, dass es nicht allein der sommerliche Picknick- und Eventcharakter ist, der den Reiz des größten Klassikspektakels der Region ausmacht. Und in der Tat war musikalisch einiges geboten an den zwei Abenden zum krönenden Abschluss der Audi Sommerkonzerte des Jahres 2019.

Eigentlich waren es mehrere Konzerte an zwei Abenden, so abwechslungsreich war das Programm. Orchesterkonzert, Opernarien und Filmmusik am Samstag, wiederum orchestrale Pracht, Oper und Höhepunkte der Chormusik am Sonntag. Auftakt also am Samstagabend mit Edvard Griegs Peer Gynt Suite, deren Bilderreichtum Christoph Altstaedt mit dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt klanglich in Szene setzte. Danach hatte der Himmel ein Einsehen, der Regen hörte auf, und Nino Machaidze konnte ihren bezaubernden Sopran ohne äußere Trübung entfalten. Französische und italienische Arien boten, was das Herz begehrte, Gounod, Puccini, Donizetti und Mozart erfreuten mit wohlbekannten Melodien. Als Überraschung des Abends gesellte sich zu dem strahlenden Sopran Machaidzes der sonore Bariton ihres Ehemannes Guido Loconsolo, sodass am Ende auch Mozarts Duett aus Don Giovanni „Là ci darem la mano“ zur Begeisterung der Zuhörer beitrug.

Das Open Air im Klenzepark wurde dem Motto der Audi Sommerkonzerte gerecht

Mit Musik aus Fantasy-Filmen wurde der Abend dem Motto „Fantastique!“ der diesjährigen Sommerkonzerte dann auch namentlich gerecht. Neben Star Wars, Jurassic Park und einer Harry Potter Suite des mehrfachen Oscar-Preisträgers John Williams kamen auch Steven Reinekes an das Kopfkino appellierende „Fate of the Gods“ und Johan de Meijs „Lord of the Ring“-Suite zu Ehren. Immer wieder erstaunlich ist, wie viele verschiedene Klangfarben einem philharmonischen Bläserensemble zur Verfügung stehen. Wenn denn auch der eine oder andere deutliche Wackler in den Einzelstimmen der Audi Bläserphilharmonie nicht zu überhören war, boten die Tutti etliche Momente jener Opulenz, welche die Filmmusik insbesondere auszeichnet.

Am Sonntag dann alle Gelegenheit für die Audi Jugendchorakademie, den glänzenden Ruf zu bestätigen, den sich das Nachwuchsprojekt in den mehr als zehn Jahren seines Bestehens inzwischen erarbeitet hat. Schwung und Geschlossenheit, überragende Abstimmung und Dynamik: Mit allen Tugenden, fähig zu dramatisch großer Geste wie zu empfindsam feinem Pinselstrich, brachte zunächst das herausragende Orchester Les Siècles unter der Leitung seines Gründers François-Xavier Roth fünf Sätze aus Georges Bizets „Carmen“-Suiten. Für einen strahlenden Glanzpunkt sorgte dann die Audi Jugendchorakademie mit dem Chor aus dem vierten Akt samt dem bekanntesten Motiv aus Bizets Oper „Carmen“. Nicht nur hier, auch im weiteren Verlauf konnte der Chor brillieren. Flexibel, flott, mit Verve und Energie stand die Audi Jugendchorakademie dem Orchester, einem der besten des Planeten in Sachen historisch informierte Aufführungspraxis, in nichts nach. Gemeinsam ließen Chor und Orchester die Herzen der Zuhörer ein ums andere Mal höher schlagen mit Instrumental- und Chorpassagen aus Opern von Leo Delibes, Camille Saint Saëns und Jaques Offenbach. Zu dessen berühmtem Galopp aus „Orpheus in der Unterwelt“ wurde dann auch von Tausenden heftig mitgeklatscht, bevor Les Siècles unter die Audi Sommerkonzerte des Jahres 2019 mit Hector Berlioz’ opulenter romantischer Symphonie fantastique einen tatsächlich schier fantastischen Schlusspunkt setzten.

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