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Rennertshofen

28.11.2018

Auf Rennertshofen kommen viele Ausgaben zu

Die Marktgemeinde wächst, doch Bauland ist rar. Im neuen Baugebiet Rennertshofen-Nord sind bereits alle Parzellen verkauft. In Treidelheim und anderen Ortsteilen werden deshalb weitere Bauplätze erschlossen.
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Die Marktgemeinde wächst, doch Bauland ist rar. Im neuen Baugebiet Rennertshofen-Nord sind bereits alle Parzellen verkauft. In Treidelheim und anderen Ortsteilen werden deshalb weitere Bauplätze erschlossen.
Bild: Michael Geyer

Eine neue Schule, eine neue Turnhalle, ein neues Sportgelände und die Sanierung des Kanals – die Marktgemeinde hat in den nächsten Jahren einiges zu schultern.

Wenn Bürgermeister Georg Hirschbeck zur Bürgerversammlung im Markt Rennertshofen einlädt, geht es um viele Zahlen. Und um große Zahlen, denn die Ausgaben der Gemeinde werden in den kommenden Jahren rasant ansteigen. Eine neue Schule, dazu eine Turnhalle, das Sportgelände, die nie endende Sanierung der Abwasserkanäle, die Straßenerhaltungsmaßnahmen – dem einen oder anderen Zuhörer wurden es gar zu viele davon. Einer wünschte sich nicht nur einen Blick auf Gebäude, Baumaßnahmen und Straßen, sondern auch über die Natur in der Gemeinde müsse gesprochen werden.

Gesprochen wurde auch über die Kanalverbesserungsbeiträge. Einige Bürger wollten Antworten auf ihre Fragen: Wer zahlt was? Und wieso? Dabei war nicht allen Bürgern klar, dass solche Verbesserungsbeiträge von allen Grundstückseigentümern und Hausbesitzern getragen werden müssen. Auch dann, wenn ein Kanal in einem anderen Ortsteil saniert wird. Denn die Gemeinde ist verpflichtet – und das wird auch geprüft –, die Abwassergebühren und eventuelle Verbesserungsbeiträge so zu veranschlagen, dass die Kosten gedeckt sind. Hirschbeck bot zwei Zuhörern an, ihre Bescheide prüfen zu lassen.

Rennertshofen wächst: 13 Einwohner mehr

Aber zurück zu den Zahlen. Es gibt 13 Rennertshofener mehr in diesem Jahr. Rechnet man auch die Zweitwohnsitze dazu, sind es nun schon über 5000 Bewohner in der Marktgemeinde mit ihren 16 Ortsteilen. Der Gesamthaushalt liegt bei rund 17 Millionen Euro, acht Millionen Euro hat die Gemeinde an Rücklagen und ist schuldenfrei – noch. Denn schon bald kommen die großen Ausgaben. Der geplante Schulneubau wird die Gemeinde abzüglich der Förderungen rund 8,5 Millionen Euro kosten. Und die neue Turnhalle wird die Gemeindekasse mit rund vier Millionen Euro belasten. Der Gemeinderat hat entschieden, so Hirschbeck, eine 1,5-fache Turnhalle zu bauen, damit in dieser dann auch Veranstaltungen mit bis zu knapp 500 Personen abgehalten werden könnten. Viel zu teuer, urteilte Alfred Bircks dann bei der Diskussion. Der trauert immer noch dem Gemeindezentrum an der Marktstraße hinterher. Das hätte man billiger haben können und zudem dem Leerstand im Marktkern entgegengewirkt. Was ja ein erklärtes Ziel nicht nur der Gemeinde, sondern auch der neuen bayerischen Staatsregierung sei. Den Vergleich Turnhalle als Veranstaltungsort und Gemeindezentrum (früher einmal Kinoseum) wollte Hirschbeck aber nicht gelten lassen. Zuerst einmal brauche man eine Turnhalle. Die weitere Verwendung sei eine Zugabe. Bircks setzte sich dafür ein, zumindest das Kino im Markt wiederzubeleben.

Einen weiteren Veranstaltungsort erhält die Gemeinde mit dem neu errichteten Pfarrheim. Im September war Richtfest. An den Kosten beteiligt sich Rennertshofen mit knapp 250000 Euro.

Neue Baugebiete in Rennertshofen

Und Rennertshofen wächst weiter. Die Bauplätze im Neubaugebiet Rennertshofen-Nord sind alle verkauft. 26 Häuser stehen dort bereits. Auch in Treidelheim entstehen neue Bauplätze sowie einige Parzellen in Ammerfeld, Stepperg und Rohrbach Ost. Außerdem sind laut Hirschbeck im Gewerbegebiet „An der Industriestraße II“ bereits vier Grundstücke veräußert. Bei einem fünften Grundstück steige man gerade in die Verkaufsverhandlungen ein.

Der Blick in die mittelfristige Zukunft zeigt noch mehr finanziellen Aufwand. Eine neue Kläranlage wird für Bertoldsheim geplant. Kosten dafür: rund acht Millionen Euro. Sozialer und altersgerechter Wohnraum soll geschaffen werden. Und für eine flächendeckende Mobilfunkabdeckung im 5G-Standard werden bereits jetzt mehr Sendemasten auf dem Gemeindegebiet geplant.

Bei der abschließenden Aussprache mit den Besuchern waren die rückwirkenden Erhebungen der Verbesserungsbeiträge ein Thema. Die hatte die Gemeinde zum Stichtag 1. Juli 2017 erhöht. Möglich sei das, so Geschäftsstellenleiter Odo Utschig, weil die Gemeinde bereits vor diesem Stichtag angekündigt hatte, dass die Beträge erhöht würden, sobald die Kalkulation abgeschlossen worden sei.

Solarpark war für Rennertshofener kein Aufreger

Der Solarpark Kienberg war, wie mehrfach berichtet, zuerst ein Aufreger bei den Kienbergern. Dieses Mal war er im Vortrag des Bürgermeisters kein Thema. Trotzdem wollten Zuhörer wissen, wo das Projektes steht. Denn einige von ihnen wollen wohl investieren und fragten nach der angekündigten Bürgerbeteiligung. Da die Ingolstädter Firma Anumar den Solarpark an die Bavaria Windpark GmbH veräußert hat, so Hirschbeck, würden gerade erst Beteiligungsmodelle sondiert. Der neue Besitzer werde im Januar zu einer Bürgerinformation einladen.

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