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Rennertshofen-Stepperg

10.06.2018

Auf dem Antoniberg mehr Mut zum Glauben gefordert

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Bürgermeister Georg Hirschbeck (mit Amtskette) hieß den emeritierten Abtprimas Dr. Notker Wolf willkommen. Mit dabei war auch Neuburg-Schrobenhausens Landrat Roland Weigert (links neben Hirschbeck).
Bild: Michael Geyer

Der ehemalige Erzabt von Sankt Ottilien, Notker Wolf, rief zu gutem Willen für die Mitmenschen und Offenheit für Gott auf. Was er den vielen Gläubigen sagte.

„Wallfahren ist wieder in. So viele Leute waren es schon lange nicht mehr“, meinte ein erfahrener Pilger am Sonntagmorgen auf dem Antoniberg, wo die Pfarrei Stepperg ihr Patrozinium mit dem traditionellen Festgottesdienst vor der Antoniuskapelle feierte. Zu Beginn empfingen die Wallfahrer ihren hohen Gast vor der Pfarrkirche Sankt Michael mit Applaus. Pfarrer Georg Guggemos, Landrat Roland Weigert, Gräfin Verena von Moy und Bürgermeister Georg Hirschbeck mit zahlreichen Mitgliedern des Gemeinderates begrüßten den Abtprimas persönlich. Als kleines Erinnerungsgeschenk überreichte die Pfarrei dem Pfeifenraucher ein Päckchen Tabak.

Mehrere Hundert Pilger hatten sich auf dem Weg zum Antoniberg gemacht

Mehrere Hundert Pilger hatten sich auf den Weg zum heiligen Antonius gemacht, etliche waren mit dem Auto gekommen, doch die meisten von ihnen waren betend und singend die Stufen des Antonibergs hinaufgestiegen – „geistiges Jogging“ nannte es später der Prediger – und hatten auf den Bänken vor dem Altar Platz genommen oder den Schatten unter den blühenden Lindenbäumen gesucht. Bestimmt war ein Teil der Wallfahrer auch gekommen, um den emeritierten Abtprimas des Benediktinerordens und ehemaligen Erzabt von Sankt Ottilien, Dr. Notker Wolf, zu hören, der heuer den Festgottesdienst zelebrierte. Auf dem Antoniberg bot die große Wallfahrerschar vor dem herrlich geschmückten Altar mit all den Vereinsabordnungen und ihren vielen Fahnen ein prächtiges Bild. Für die feierliche Umrahmung sorgte die Marktkapelle, die die deutsche Messe von Franz Schubert intonierte und die Feier mit dem Tedeum und der Bayernhymne abschloss.

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Ein lebendiges Zeugnis für den Glauben ablegen

In seiner Predigt ging Wolf zuerst auf das Leben des Heiligen ein: In Portugal geboren, schloss er sich mit 17 Jahren den Augustinern an, wo ihn der Tod von fünf marokkanischen Märtyrern so stark beeinflusste, dass er selbst in die Mission nach Marokko gehen wollte. Doch verschlug ein Sturm sein Schiff nach Sizilien. In Assisi begegnete er Franz von Assisi, der ihn als Prediger gegen die drohende Kirchenspaltung durch die Katarer und Waldenser einsetzte. Durch sein Gebet und die Hingabe an Gott habe er ein Beispiel gegeben, das heute noch Gültigkeit besitze. „Woran merkt man uns an, dass wir Christen sind?“, fragte Wolf seine Zuhörer und ermunterte sie, ein lebendiges Zeugnis für den Glauben abzugeben. Das könne schon geschehen, wenn wir Kindern wieder die Grundgebete wie das Vaterunser oder Avemaria beibringen, damit sie später aus dem Glauben leben und die Geborgenheit in Gott erspüren könnten. Gott wolle die Fülle des Lebens, freue sich mit den Menschen und trage auch ihr Leid mit ihnen. Gerade unsere Zeit brauche Menschen, die durch Großzügigkeit und Barmherzigkeit beim Umgang mit anderen ihren Glauben bezeugen, vor allem auch mit denen, die zu uns kommen. „Seien wir keine Egoisten, teilen wir unser Leben mit anderen. Wir brauchen wieder junge Menschen, die sich an andere verschenken, an den Partner, die Partnerin oder auch an Gott“, rief der Prediger den Gläubigen zu und sah darin auch eine Lösung, wie dem Mangel an Ordensleuten abgeholfen werden könne.

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