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Ingolstadt

16.11.2017

Auf der neuen Strecke bleibt Ingolstadt außen vor

Wenn am Ingolstädter Hauptbahnhof, öfter ein ICE halten würde, würde sich nicht nur die SPD-Fraktion im Stadtrat freuen.
Bild: Luzia Grasser

Wenn die ICE Sprinter künftig von München nach Berlin rasen, halten sie nicht in der Schanz. Das sorgt für Unzufriedenheit.

Wenn ab dem 10. Dezember die neue Schnellfahrstrecke zwischen München und Berlin in Betrieb genommen wird, profitieren auch die von Ingolstadt reisenden Zuggäste. Je nach Verbindung, je nach dem wo zugestiegen wird (etwa in Nürnberg), können 60 bis 90 Minuten Zeit gespart werden, wie ein DB-Sprecher auf Anfrage erläutert.

Auf der 623 Kilometer langen Trasse zwischen München und Berlin fahren die ICE-Sprinter durch den Thüringer Wald Richtung Nordosten und erreichen dabei eine Spitzengeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern. Die Reisezeit von München nach Berlin verkürzt sich um zwei auf insgesamt etwas weniger als vier Stunden. Drei mal pro Tag wird in Berlin und München gestartet: Jeweils um 6, 12 und 18 Uhr.

Obwohl Ingolstadt an der Strecke liegt, werden die Sprinter hier nicht halten. Gestoppt wird – je nach dem – in Nürnberg, Erfurt, Halle und Leipzig. Ein DB-Sprecher begründet die Auswahl der Haltepunkte mit einem deutlich höheren Aufkommen an Pendlern, das es dort gebe. Zudem könne der Zug, wenn er so schnell sein soll wie angekündigt, eben nicht in jeder Stadt halten.

Dass auf der neuen Sprinter-Strecke kein Halt in Ingolstadt vorgesehen ist, hat nun zu Diskussionen im Stadtentwicklungsausschuss geführt. Durch die Schanz rauschende ICE sind in der Stadtpolitik immer wieder Thema. Und im Prinzip sind sich alle einig: Alle möchten, dass Ingolstadt besser an das Fernverkehrsnetz der Bahn angebunden wird. Mit dem neuen Dezemberfahrplan werden laut Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle 46 ICE täglich in Ingolstadt halten. Die SPD-Fraktion hat in einem entsprechenden Antrag vorgerechnet, dass 2017 aber täglich auch 32 Züge einfach durchfahren.

Damit sich das ändert, soll sich die Stadtspitze nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten verstärkt bei der Deutschen Bahn bemühen. Und zwar ganz oben. Von Chef zu Chef quasi, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Werner fordert. Ein entsprechenden Antrag haben er und seine Kollegen eingebracht. Und, so Werner, die Bahn möge nicht verkennen, dass Ingolstadt und die Region kräftig wüchsen. Derzeit allerdings würden noch viele potenzielle Kunden zurückgelassen.

Preßlein-Lehle sagt zum Ansinnen der SPD, dass die Stadt in ständigem Kontakt mit der Bahn sei und man immer wieder darauf dränge, mehr Zughalte zu bekommen. Auch der Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl setze sich immer wieder dafür ein. Zudem sei man inzwischen besser an die Strecke nach Frankfurt angebunden. Dennoch, so die Stadtbaurätin, sehe sich die Bahn in Konkurrenz zu den Fluglinien und wolle vor allem die Metropolregionen schnellstmöglich miteinander verbinden.

Das Thema wird bleiben. Denn laut Bahn würden  ICE in Ingolstadt im kommenden Jahr in etwa genauso oft halten wie 2017. (kuepp)

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