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Wahlposse

06.03.2020

Auf diese „Wahlwerbung“ hätte Stefan Kumpf gerne verzichtet

An diesem Haus hing für 24 Stunden ein Plakat mit der Aufschrift: „Hier wurde seit Monaten illegal Grundwasser abgepumpt, und Herr Bürgermeister Kumpf hat es zugelassen!!“
Bild: Kumpf

Plus In Karlskron hängt ein Bürger ein Banner an seiner Hauswand auf, mit dem der Bürgermeister diffamiert wird. Mit dabei: sein Vater, der für die Grünen kandidiert.

Was wäre der Wahlkampf ohne seine Possen. Ohne die biestigen Sticheleien zwischen den Parteien und den emotionalen Purzelbäumen seiner Mitglieder. Unlängst war nun Karlskron Schauplatz eines solchen „Wahlkrampfes“. Die Statisten: Bürgermeister Stefan Kumpf und ein Gemeinderatskandidat der Karlskroner Grünen. Die Requisite: ein Banner an einer Hauswand mit einer Botschaft an die Bürger.

Doch von vorne: Der besagte Grünen-Kandidat und sein Sohn kämpfen seit etwa einem Jahr gegen eine Bebauung in unmittelbarer Nachbarschaft . In dem betroffenen Haus wohnt und arbeitet der Sohn, der Vater hat sich dort ebenfalls beruflich eingerichtet. Rechtlich ist gegen den Bau eines Doppelhauses und mehrerer Einfamilienhäuser an dieser Stelle nichts einzuwenden, weshalb der Karlskroner Gemeinderat und auch das Landratsamt ihr Einverständnis gaben. Nur der Anlieger und sein Vater befürchten, dass durch die Grundwasserabsenkungen, die in diesem Bereich bei Neubauten notwendig ist, Schäden an dem Haus entstehen könnten. Trotz mehrerer Klärungsversuche blieb die Situation unbefriedet – und eskalierte diese Woche in einer Frustreaktion.

Stefan Kumpf: Angriff ist von "Diffamierung und Hetze geprägt"

An der Hauswand befestigten Vater und Sohn ein etwa drei Meter langes Banner, auf dem in großen Lettern stand: „Hier wurde seit Monaten illegal Grundwasser abgepumpt, und Herr Bürgermeister Kumpf hat es zugelassen!!“ Gemeint waren die Bauarbeiten am Nachbargrundstück seit Herbst vergangenen Jahres und die damit – vom Landratsamt genehmigten – Grundwasserabsenkungen. Weil Kumpf die öffentliche Schmähung nicht hinnehmen wollte und darüber hinaus die Richtigkeit des Verfahrens nachweisen konnte, wandte er sich an den Orts- und Kreisverband der Grünen. „Mit einer moralischen Grenzüberschreitung muss ein Bürgermeister wohl oder übel leben. [...] Die Grenzüberschreitung des Herrn (Name entfernt) übertritt jedoch den strafrechtlichen Rahmen und ist von Diffamierung und Hetze geprägt“, schrieb er an Martin Wendl und Karola Schwarz.

Auf diese „Wahlwerbung“ hätte Stefan Kumpf gerne verzichtet

Wendl reagierte und holte Kumpf und den Vater des Anliegers am Mittwoch an einen Tisch – wenngleich er der Überzeugung ist, dass der Vorfall nichts mit den Grünen zu tun habe. Denn, so Wendl , zum einen ginge es um das Haus des Sohnes und zum anderen um einen privaten Disput wegen einer Bebauung in der Nachbarschaft . Allerdings hat der Vater seine „Mittäterschaft“ nicht bestritten. Ob diese Art der Gegenwehr die richtige für jemanden ist, der künftig die Belange der Bürger im Gemeinderat vertreten möchte, mag Wendl nicht beurteilen. Er sagt nur: „Ich stehe nach wie vor zu meinem Kandidaten.“

Das Gespräch endete übrigens halbwegs friedlich: Der Anlieger will sich mit seinen Bedenken direkt an den Bauträger wenden. Das Plakat wurde wieder abgehängt. Eine Entschuldigung gab es laut Kumpf jedoch nicht.

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