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Kommunalwahl 2020

08.03.2020

Auf eine Busfahrt mit dem Neuburger OB-Kandidaten Frank Thonig

Mit Claudia Piruschka kommt Frank Thonig ins Gespräch. Sie fährt oft mit dem Stadtbus.
Bild: Gloria Geissler

Plus Der Neuburger OB-Kandidat von WIND macht sich selbst ein Bild vom Neuburger Stadtbus und fährt alle Linien ab. Was ihm die Fahrgäste mit auf den Weg geben.

Pünktlich um 9.19 Uhr fährt der Stadtbus der Linie 1 am Spitalplatz vor. Frank Thonig steigt ein, löst für sich und seine Parteikollegin Franziska Hildebrandt zwei Tagestickets. „Heu!“, zeigt sich die Busfahrerin überrascht. Tagestickets werden nur selten gebucht. Der Ticketautomat streikt. Um 9.27 Uhr fährt der Bus los. Die acht Minuten Verspätung nimmt die Fahrerin locker, an den meisten Stationen der Linie 1 steigt an diesem Mittwochvormittag kaum einer zu. Bald hat sie die Zeit wieder reingeholt.

Frank Thonig fährt alle Linien des Neuburger Stadtbusses ab

Frank Thonig fährt an diesem Tag mit dem Stadtbus alle Linien ab, um sich ein Bild von der Neuburger Stadtbus-Situation zu machen – und um mit den Mitfahrern ins Gespräch zu kommen. Was stört sie? Was könnte man besser machen? Und tatsächlich. Direkt in der Sitzreihe hinter dem OB-Kandidaten unterhalten sich zwei ältere Damen über die anstehende Kommunalwahl. Thonig ergreift die Gunst der Stunde und setzt sich neben die Damen. Er stellt sich vor und kommt gleich zum Thema. „Was muss man tun, damit es Ihnen gutgeht“, fragt er. Die beiden Frauen müssen nicht lange überlegen. „Um uns Alte kümmert sich überhaupt keiner. Ich hab mich schon öfter beschwert, aber da kommt man ja nicht durch“, wettert die eine. Die andere erklärt den Frust: „Samstagnachmittags und sonntags fährt kein Stadtbus. Es gibt so viele Veranstaltungen in Neuburg, aber ohne Bus haben wir keine Chance, dort hinzukommen. Deswegen sitzen wir sonntags eben daheim.“

Ganz oben auf der Liste von Frank Thonig steht der öffentliche Nahverkehr

Thonig notiert sich alles feinsäuberlich. Es ist Wasser auf seine Mühlen. Er ist der Meinung, dass der Stadtbus nicht optimal funktioniert, was er auch auf vielen Wahlveranstaltungen gesagt bekommen habe, vor allem in den Stadtteilen. Deswegen hat er die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ganz oben auf seine Themenliste gesetzt. „Der ÖPNV wird nur von denen akzeptiert, die darauf angewiesen sind“, sagt er. Wenn man ihn als Alternative zum Auto etablieren möchte, muss man aber mehr investieren. Dazu brauche es mehr Dienstleistermentalität, sonst wird er nicht akzeptiert und die Autofahrer fahren weiterhin Auto. Mehr Haltestellen seien nötig, die möglichst überdacht sind und ausreichend Fahrradstellplätze vorweisen, sowie eine dichtere Taktung. Über eine Veränderung und Vereinfachung der Ticketpreise müsse man nachdenken, so Thonig, um zum Beispiel Kindern von klein auf anzugewöhnen, mit dem Bus zu fahren. Ein Ticket – egal ob zur Schule oder zum Freund.

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Fahrräder sind in den Neuburger Bussen nicht erlaubt

Thonig und Hildebrandt wechseln auf die Linie 2, Richtung Herrenwörth. Dort will ein Mann mit Fahrrad zusteigen. Sorry, geht leider nicht. Das Fahrrad sei Sperrgepäck, klärt die Busfahrerin ihn auf. Das sei im Bus nicht erlaubt. Nicht nur der Fahrradfahrer ist überrascht, auch Thonig und Hildebrandt. Kinderwagen und Rollatoren dürfen im Bus mitgenommen werden, Kinderfahrräder allerdings nicht. Bei dieser Fahrt wäre Platz gewesen im Bus, in der Linie 3 an diesem Tag nicht. Der Bus füllt sich bereits am Spitalplatz, am Bahnhof steigt noch einmal ein Schwung ein. Vor den Türen drängen sich Kinderwagen und Rollatoren, so gut wie alle Plätze sind besetzt. Hauptsächlich ältere Menschen nutzen den Stadtbus. Im Schwalbanger leert er sich wieder.

Thonig nutzt die Gelegenheit, um die Menschen im Bus anzusprechen. Fast alle zeigen sich aufgeschlossen, wenn auch überrascht, nach ihrer Meinung gefragt zu werden. So wie Claudia Piruschka. Sie kommt gerade aus dem Südpark, Taschen und Tüten stapeln sich auf ihrem Schoss. Nachdem der Stadtbus nicht zum Südpark fährt, hat sie eine andere Linie nehmen und am Spitalplatz umsteigen müssen. „Beschwerlich“, sagt sie. Auch das ist etwas, was sich der OB-Kandidat notiert. „Es darf nicht zu kompliziert sein“, sagt er. Eine seiner ersten Amtshandlungen, sollte er zum OB Neuburgs gewählt werden, wäre, das Gespräch mit dem Leiter der Stadtwerke zu suchen, um sich sämtliche Daten über den ÖPNV geben zu lassen. Bis dahin wird Thonig weiter Werbung für sich machen – und vielleicht die ein oder andere Runde Bus fahren.

So haben sich die anderen OB-Kandidaten im Wahlkampf geschlagen:

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