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17.06.2009

Auftragsbücher der Firmen sind nahezu leer

München/Neuburg (nr) - Die bayerische Wirtschaft hat in den vergangenen Monaten einen wahren Absturz erlebt, vermeldet die Bayerische Industrie- und Handelskammer (BIHK). Die Auftragsbücher seien nahezu leer und die Produktionskapazitäten liegen brach. Insbesondere die Industrieunternehmen mit hohem Auslandsanteil haben enorme Einbußen. Doch die Unternehmen hoffen auf ein Ende der rasanten Talfahrt und sind weniger skeptisch als zu Jahresbeginn.

Auf dem bayerischen Arbeitsmarkt ist die Situation zwar angespannt, aber noch robuster als befürchtet, ergab die Konjunkturumfrage der BIHK unter rund 3200 Unternehmen. "Die Erwartungen könnten ein Indiz dafür sein, dass die Abwärtsdynamik nachlässt und wir in den kommenden Wochen eine Bodenbildung erleben", sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

Der BIHK-Index, der Lage und Erwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, ist nach seinem historischen Absturz auf 82 Punkte zu Jahresbeginn, aktuell lediglich um weitere zwei auf jetzt 80 Punkte gefallen. Seit Einführung des Index im Herbst 1993 lag dieser Wert nur im Januar 2003 mit 79 Punkten noch niedriger. "Auch wenn der Absturz gebremst scheint", warnt Driessen, "ist ein Aufschwung noch nicht in Sicht."

Die weltweite Auftragsflaute hat in der bayerischen Industrie tiefe Spuren hinterlassen. Bei jeweils rund drei Viertel der Unternehmen sind die Aufträge aus dem In- und Ausland eingebrochen. Vor allem die Investitionsgüter- und die Vorleistungsgüterproduzenten haben leere Auftragsbücher. Doch die Unternehmen erwarten, dass Binnen- wie Exportnachfrage nicht weiter in den Keller rauschen. Der Absturz hat inzwischen nahezu alle Branchen erfasst. Mehr als die Hälfte der Unternehmen befürchtet, dass die Umsatzkurve auch künftig nach unten zeigt. Selbst die Dienstleister wurden vom Abwärtsstrudel erfasst und die Geschäftslage hat sich spürbar verschlechtert. Bei über 50 Prozent der Unternehmen sind vor allem die Auslandsumsätze zurückgegangen.

Entgegen den allgemeinen Erwartungen ist der Arbeitsmarkt in Bayern noch nicht dramatisch eingebrochen. Immer noch zwei Drittel halten an ihren Mitarbeitern fest, sechs Prozent davon wollen sogar neue Kräfte einstellen. Doch ein Drittel kalkuliert auch mit Entlassungen - größere Unternehmen eher als kleinere Betriebe.

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