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Neuburg

26.03.2019

Aus dem Neuburger Landratsamt an den Kabinettstisch

Staatssekretär Roland Weigert (links) versteht sich ganz offensichtlich prächtig mit seinem neuen Chef. Mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger scherzt er vor einer Kabinettssitzung in der bayerischen Staatskanzlei. Im Hintergrund ist Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) zu sehen.
Bild: Sven Hoppe/dpa

Seit fünf Monaten sitzt Roland Weigert für die Freien Wähler im Bayerischen Landtag und ist als Staatssekretär sogar Mitglied des Ministerrats. Wie sich seine Arbeit und sein Alltag verändert haben.

In Neuburg, wohin er 20 Jahre lang fast jeden Tag zur Arbeit gefahren ist, war Staatssekretär Roland Weigert die letzten fünf Monate eher selten. Statt ins Landratsamt führt ihn sein Weg in sein Büro im Wirtschaftsministerium in München oder in den Landtag. Doch jetzt sitzt er in seinem neuen Abgeordnetenbüro in der Münchener Straße 24 in Neuburg und bespricht sich mit seinem beiden Mitarbeitern Marcus Csiki und Ahmet Karatay. Über sie ist er praktisch täglich ansprechbar – und freitags auch vor Ort. Im Gespräch mit der Neuburger Rundschau sprichtRoland Weigert erstmals über seinen neuen Job:

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Herr Weigert, wenn Sie die ersten fünf Monate in Ihrer neuen Rolle Revue passieren lassen, was hat sich geändert?

Weigert: Der Zeitaufwand hat sich nicht groß geändert. Ich habe nach wie vor einen Zwölf-, manchmal einen 14- oder sogar 16-Stundentag. Inhaltlich bin ich als Landtagsabgeordneter und in der Funktion als Wirtschaftsstaatssekretär für bayernweite Themen mit meinem Minister Hubert Aiwanger zuständig. Zum Beispiel habe ich nach der Auftaktveranstaltung von ihm den Bereich Mobilfunk übernommen.

Aus dem Neuburger Landratsamt an den Kabinettstisch

Wie funktioniert die Kommunikation zwischen Ihnen. Treffen Sie sich täglich?

Weigert: Nein, das passiert nur im Plenum, also dreimal im Monat. Aber wir telefonieren täglich und schicken Nachrichten hin und her. Unser Verhältnis ist freundschaftlich und vertrauensvoll. Wir sind beide aus demselben Holz geschnitzt, beide landwirtschaftlich geprägt, beide Jäger. Das ist also eine ganz unkomplizierte Angelegenheit.

Wie viel Zeit sind Sie in München und wie lange sind Sie auf Reisen?

Weigert: Einen großen Teil der Zeit bin ich schon in München, bei Ministerratssitzungen, in Plenarsitzungen, bei Besprechungen im Ministerium oder einfach in meinem Büro. Ich muss abarbeiten, was elf Abteilungen an Vermerken produzieren. Das fängt schon am Morgen im Auto an, wenn mich mein Fahrer nach München bringt. Ich hab’ mich in der Führung ändern müssen. Im Landratsamt hab’ ich mich auch operativ eingebracht, jetzt muss ich Ziele setzen und Fragen stellen. Wer fragt, der führt.

Und wenn Sie unterwegs sind...

Weigert: Dann in ganz Bayern in Sachen Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Hinzu kommen die Auslandsreisen. Die nächste führt mich mit einer Wirtschaftsdelegation nach Äthiopien. Heuer stehen bis jetzt noch Mexiko anlässlich der Eröffnung des neuen BMW-Werkes dort und Ägypten auf dem Programm.

Wie unterscheidet sich die Arbeit im Landtag von der im Kreistag?

Weigert: Der entscheidende Unterschied ist die Tragweite der zu treffenden Entscheidungen. Im Landtag und im Kabinett geht es um Landespolitik, das ist oft mit sehr intensiven Abstimmungsprozessen verbunden. Das Plenum geht über viele Stunden, so ist ein enger Austausch mit den anderen Abgeordneten möglich.

Und das einschneidendste Erlebnis im Landtag bisher war...

Weigert:...mit Sicherheit die Vereidigung als Mitglied der Staatsregierung. Das war ein besonderer Moment, denn dass ich einmal mit Botschaftern und in Konsulaten Gespräche führen oder in Straßburg und Brüssel Hintergründe zum Brexit erfahren würde, das war noch vor einem Jahr völlig abwegig für mich.

Wie frei sind Sie in Ihrer neuen Tätigkeit und können Sie Themen auch selbst setzen?

Weigert: Was meine Tätigkeit als Staatssekretär betrifft, ist der Ressortzuschnitt Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie entscheidend für die Themenauswahl. Wichtige Felder sind dabei für mich der Export und Technologien. Was den Stimmkreis betrifft, kenne ich die wichtigen Themen aus meiner Zeit als Landrat. Dadurch, dass ich hier Land und Leute kenne, kenne ich auch die Themen.

Stichwort Landkreis: Wie funktioniert die Zusammenarbeit der beiden hiesigen Abgeordneten?

Weigert: Zwischen Matthias Enghuber und mir gibt es keine Konkurrenz. Wir versuchen gemeinsam, in München das Beste für den Landkreis herauszuholen und sind regelmäßig in Kontakt. Wir tauschen uns regelmäßig am Rande der Plenarsitzungen aus und sehen uns beide verantwortlich für die Entwicklung dieses Raumes.

Und privat, wie sieht’s da aus. Haben Sie nach dem Abschied aus dem Landratsamt mehr Zeit gewonnen, etwa für Ihre Frau oder um mal auf die Jagd zu gehen?

Weigert: Mein Privatleben konzentriert sich komplett aufs Wochenende. Und da versuche ich zum Ausgleich, feste Zeiten einzuhalten. Im Ganzen ist meine Freizeit geplanter, aber auch planbarer geworden. Auf öffentliche Termine lege ich am Wochenende weniger Wert. Ich geh’ dann lieber ins Revier, gerne auch zusammen mit meiner Frau.


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