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Jazz

28.04.2015

Ausdrucksstarke, klare Stimme und sehr sympathisch

Wenn Paula Morelenbaum loslegt, dann werden die Zuhörer von den ureigenen brasilianischen Rhythmen mitgerissen.
Bild: Christian Wurm

Paula Marelenbaum hat Bossa und Samba verinnerlicht. Da verfliegt die Zeit

Wenn Paula Morelenbaum die Bühne des Birdlands betritt und zu singen beginnt, merkt man sofort, dass sie die ureigenen brasilianischen Rhythmen von Bossa und Samba, ja deren Philosophie verinnerlicht hat. Und wenn man weiß, dass die Grand Dame dieser Musikgattung über zehn Jahre mit Antonio Carlos Jobim zusammengearbeitet hat, wird einem vieles klar. So stammt denn auch ein größerer Teil der im Birdland Jazzclub vorgetragenen Lieder aus dem nahezu uner-schöpflichen Repertoire des Großmeisters.

Mit ausdrucksstarker, klarer Stimme und sympathischer Bühnenpräsenz lässt Morelenbaum Jobims Klassiker wie „Desafinado“, „Água De Beber“ oder „A Felicidade“ und Songperlen weiterer großer brasilianischer Komponisten in neuem Glanz erstrahlen. So fühlt man sich beim sanft swingenden „Manhã De Carnaval“ von Luis Bonfá an die Copacapana Rios versetzt und findet sich schließlich beim mit funky Saxlinien garnierten „Samba De Orly“ von Chico Buarque im Nachtleben der Metropole wieder.

Mitverantwortlich für die frische und moderne Interpretation der Stücke sind auch die großartigen und einfühlsam agierenden Begleitmusiker, als da wären: Morelenbaums brasilianischer Landsmann Jurandir Santana an der Gitarre und dem Bass, der im Birdland bestens bekannte Walter Lang am Piano, Florian Riedl an Querflöte und Saxophon sowie Hajo von Hadeln an den Drums. Diese stellen sich zwar in den Dienst der Sache, setzen aber durchaus auch immer wieder eigene Akzente.

Ein weiterer Pluspunkt ist die abwechslungsreiche Instrumentierung, die zum farbigen und modernen Erscheinungsbild beiträgt. Erstaunlich ist auch die Geschlossenheit und Stimmigkeit des Ensembles, wenn man bedenkt, dass es in dieser Zusammensetzung erst seit kürzester Zeit besteht.

Die Zeit vergeht an diesem Abend wie im Fluge. Kaum ist man in diese sinnlich swingende, Gelassenheit ausstrahlende Musik eingetaucht, ist das Konzert mit der zweiten Zugabe „Mas Que Nada“ (deutsch: Was soll’s?) schon wieder beendet. Also dann, bis bald – unbedingt!

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