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Neuburg

26.06.2015

Ausverkauf bei Lesensart?

Statt Bücher gibt es in der Färberstraße bald Ein-Euro-Artikel.

Plant Lesensart den großen Ausverkauf? Auch in Neuburg deutet alles darauf hin, dass der ehemaligen Weltbild-Filiale in der Färberstraße keine rosige Zukunft bevorsteht. Ab dem 1. August wird ein Billigwarenladen der Kette „Schum EuroShop“ in die Bücherhandlung einziehen, der unter anderem in Ingolstadt Ein-Euro-Artikel verkauft.

Das bestätigt der Neuburger Vermieter der Geschäftsräume. Ob der Buchhandlung nun ein Umzug oder die Schließung bevorsteht, ist nicht bekannt. Doch in vergleichbaren Fällen in Rostock, Bünden und Balingen habe es nach Aussage des Betriebsratssprechers des Unternehmens aus dem nordrhein-westfälischen Ahaus, Olaf Keith, keine Vorstöße gegeben, an anderer Stelle eine neue Filiale zu eröffnen.

Als Lesensart Ende Februar 67 Filialen der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Handelskette Weltbild übernommen hat, habe der neue Besitzer Rüdiger Wenk zwar die Ladeneinrichtung, die Ware und die Arbeits-, aber nie die Mietverträge erworben, erklärt Keith. Auch in Neuburg wird die Ladenmiete von Weltbild gezahlt. Der Augsburger Weltbild-Konzern hat nach Auskunft des Vermieters jederzeit die Option, den Laden unterzuvermieten. In diesem Fall an besagte Billigwaren-Kette, die bereits im oberfränkischen Bayreuth eine Weltbild-Filiale übernommen hat.

Ausverkauf bei Lesensart?

Betriebsratssprecher Keith verunsichert vor allem die Passivität der Führungsetage seines Unternehmens. Seit Ende Februar habe Lesensart nie den Versuch unternommen, die Mietverträge zu übernehmen. Auch der Neuburger Vermieter bestätigt: Übernahmegespräche für seine Immobilie zwischen Weltbild und Lesensart, an denen er beteiligt war, habe es nicht gegeben.

Doch die Tatenlosigkeit des Unternehmens habe zumindest einen positiven Nebeneffekt – für die Angestellten: Auch wenn die Buchhändler wie in Rostock teils nicht mehr arbeiten, ihr Gehalt erhalten sie weiterhin. „Es gibt keinen Kündigungsgrund“, sagt Keith. Das Unternehmen habe keine rechtliche Grundlage. Welches Ziel Lesensart verfolgt, ist Keith schleierhaft. Doch seit der Übernahme, erhalte er „eine Hiobsbotschaft nach der nächsten.“ Die Unternehmensleitung hält sich mit Stellungnahmen zurück – gegenüber dem Betriebsrat wie auch der Presse.

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