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Burgheim

25.10.2019

B16-Ausbau: Umleitung über Burgheim?

Noch ist die B16 zwischen Burgheim und Rain zweispurig. Nach dem Ausbau wird auch die Burgheimer Anschlussstelle (rechts) anders aussehen. 
Bild: Peter Maier

Wegen des B16-Ausbaus zwischen Burgheim und Rain muss der Verkehr möglicherweise über die alte B16 umgeleitet werden. Das will Burgheim unbedingt verhindern.

Sie ist die wichtigste Ost-West-Verkehrsachse in Bayern, verbindet die Autobahnen A9 und A8 von Manching bis Günzburg auf einer Länge von 110 Kilometern und wird immer stärker von Kraftfahrzeugen genutzt: Die Bundesstraße 16. Sie soll schneller, sicherer und leistungsfähiger werden und wird deshalb bekanntlich im Zuge des Bundesverkehrswegeplans durchgängig bis zum Jahr 2030 dreispurig ausgebaut. Mit einem Baubeginn ist jedoch vor 2024 nicht zu rechnen.

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Die einzelnen Streckenabschnitte befinden sich in ganz unterschiedlichen Planungsstadien. Während das östlichste Teilstück zwischen Manching und Weichering bereits fertig ist, stehen die jeweils zuständigen Staatlichen Bauämter andernorts oft noch ganz am Anfang. So auch beim 5,6 Kilometer langen Teilstück zwischen den Anschlussstellen Burgheim und Rain-West, dessen Ausbau bis zu 15 Millionen Euro kosten kann.

Vorgesehen ist nach jetzigem Kenntnisstand, den Verkehr aus Richtung Ingolstadt kommend in Fahrtrichtung Donauwörth weiter auf – beziehungsweise neben – der B16 fließen zu lassen. Den Verkehr in umgekehrter Richtung will man über die alte B16 zwischen Rain und Burgheim über Staudheim umleiten. Diese Überlegungen sind es, die den Burgheimer Gemeinderat derzeit etwas nervös machen. Denn Burgheim befürchtet ein Verkehrschaos im Ort, wenn sich Autos und Lastwagen durch die Bertoldsheimer und Donauwörther Straße schieben. Die Rede ist von Tausenden von Fahrzeugen. Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2015 wurden auf der B16 pro Tag 7800 Fahrzeuge gezählt, davon fast 1800 Lastwagen. Bürgermeister Michael Böhm lehnte ein solches Szenario in der jüngsten Gemeinderatssitzung deshalb mit Nachdruck ab. Schließlich würden sich alteingesessene Burgheimer noch mit Grauen daran erinnern, als die B16 durch den Markt führte. Wie lange die Burgheimer eine solche Belastung dulden müssten, ist derzeit noch nicht klar: Die Schätzungen differenzieren zwischen einem und zwei Jahren.

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Burgheim sieht durch die Umleitung ein Verkehrschaos auf sich zukommen

Nach Meinung von Gemeinderat Klaus Rössler sei es schlichtweg nicht möglich, diese Menge an Fahrzeuge durch die engen Straßen Burgheims zu leiten. Rechne man den Verkehr während der Zuckerrübenkampagne und der Maissaison hinzu, sei das Chaos perfekt. Als Vorsitzender des Gewerbeverbandes sieht Klaus Rössler auch erhebliche Nachteile für die Betriebe am Marktplatz, der dann völlig überlastet sei. Bürgermeister Michael Böhm ergänzte: „Wir haben in Burgheims Norden zwei Verbrauchermärkte, das Gewerbegebiet und den monatlichen Flohmarkt mit hohem Verkehrsaufkommen. Wie soll man da noch auf die Bertoldsheimer Straße rauskommen?“ Außerdem macht sich der Rathauschef Sorgen über die Belastungsfähigkeit der Straßen, denn schon jetzt würden die Kanaldeckel durch das Gewicht der Lastwagen absacken.

Die Bertoldsheimer Straße im Norden Burgheims ist jetzt schon überlastet. Bei einer Umleitung über den Ort befürchten die Anlieger ein Chaos.
Bild: Peter Maier

Darüber hinaus befürchtet Michael Böhm, dass viele Autofahrer während der Umleitungszeit bereits ab der Anschlussstelle Straß von der B16 abfahren und deshalb auch zwischen Straß und Burgheim der Verkehr zunimmt. Weil an der Strecke das Seniorenheim, der Straßer Kindergarten und die Burgheimer Schule liegen, würde das die Unfallgefahr für Fußgänger, Radfahrer, Senioren und Kinder erhöhen. Auch sei zu berücksichtigen, dass der Verkehr nachts keine Pause mache.

Der Gemeinderat Burgheim lehnt eine Umleitung der B16 durch den Ort strikt ab

Alles in allem sprach sich der Gemeinderat mit einem klaren Nein gegen die aktuellen Umleitungspläne aus. Das Bauamt müsse zwingend nach Alternativen suchen, waren sich die Räte einig. Trotz aller Bedenken und Gegenargumente spricht die Rechtslage im Augenblick aber gegen die Burgheimer, denn ein nachgelagertes Straßennetz müsse die Umleitungsstrecke erdulden, heißt es. Nur aus Sicherheitsgründen oder aus baulichen Gründen, etwa Tonnage-Beschränkung, könne man sich dem Umleitungsverkehr entziehen. Falls also kein Weg an Burgheim vorbeiführt, will die Gemeinde die Umleitungsstrecke im Bereich der Ortsdurchfahrt mit massiven, flankierenden Maßnahmen für die Anlieger optimieren. So sind etwa eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h oder Fußgängerampeln vorgesehen, die auch den Verkehrsfluss bremsen. Der Gemeinderat erhofft sich dadurch, dass die Umleitungsstrecke dann insbesondere für Lastwagenfahrer unattraktiv wird und diese eine andere Route wählen.

Noch ist aber nicht klar, ob die alte B16 überhaupt als Umleitungsstrecke taugt. Wie Stefan Greineder, Abteilungsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Augsburg, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, hängt die Entscheidung unter anderem auch vom Zustand der derzeit maroden Kreisstraße zwischen Staudheim und der Landkreisgrenze Neuburg-Schrobenhausen ab. Dort ist die Fahrbahn massiv beschädigt und die Böschung droht abzurutschen. Auch der gefährliche Bahnübergang in der S-Kurve zwischen Rain und Staudheim könnte unter Umständen eine Rolle dabei spielen, ob die alte B16 als Umleitungsstrecke infrage kommt. Dort soll entweder eine Eisenbahnüberführung gebaut werden, oder es soll eine Brücke für den Straßenverkehr entstehen, der damit über die Gleise geleitet wird. Alternativ wird laut Greineder eine mögliche Umleitung über Bertoldsheim geprüft. Ob diese praktikabel ist, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es bis dahin eine neue Donaubrücke bei Marxheim gibt. Das Planfeststellungsverfahren werde derzeit eingeleitet. (mit clst)

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