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14.10.2011

BN fordert Moratorium bei Behördenfunk

Zusätzliche Strahlenbelastung

Neuburg Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sollen an insgesamt acht Standorten Sendeeinrichtungen für den digitalen Behördenfunk (BOS) errichtet werden. Geplante Standorte sind bei Neuburg, Burgheim, Rennertshofen, Ehekirchen, Ludwigsmoos, Karlshuld, Schrobenhausen und Hohenried. Weitere Einrichtungen sollen kurz hinter der Landkreisgrenze entstehen. Der Bund Naturschutz Bayern sieht im digitalen Behördenfunk eine zusätzliche Strahlenbelastung, die jetzt auch in bisher strahlenarme Räume vordringt und fordert deshalb ein Moratorium.

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In Ehekirchen und Burgheim, wie auch in vielen Gemeinden Bayerns hätten sich bereits Bürger aus gesundheitlichen Vorsorgegründen gegen die geplanten Standorte engagiert, so der BN in einer Pressemitteilung. In Burgheim wurde mit Gemeinderatsbeschluss der Standort im Wald zwischen Ortlfing und Straß abgelehnt. Diese geplanten Sendeanlagen wären in diesen beiden Orten nur 750 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt. „Es verwundert deshalb“, so der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Neuburg Roland Keller, „dass sich zum Beispiel in Neuburg, wo die Anlage am Wasserbehälter auf dem Burgwaldberg an der B16 vorgesehen ist, keine Diskussionen entstanden sind. Und das, obwohl der Abstand zum Wohngebiet Kreut und zur geplanten Westbebauung nur 500 Meter beträgt.“

Hohe Kosten von zehn Milliarden Euro

Nicht nur der gesundheitliche Aspekt, sondern auch die hohen Kosten von bundesweit etwa zehn Milliarden Euro und technische Unzulänglichkeiten müssen laut BN nachdenklich stimmen. Ungeklärt sei derzeit auch, welche Kosten auf die Gemeinden zusätzlich bei der Ausrüstung der Rettungsdienste und Behörden sowie bei der Verkehrssicherheitspflicht beim Zugang zu den Sendeanlagen noch zukommen werden. Solche und andere Probleme wurden ebenfalls vom bayerischen Gemeindetag und vom bayerischen Städtetag gesehen. Die vom Innenministerium angekündigte bessere Aufklärung der Bevölkerung scheine nicht zu funktionieren, eine ernsthafte Einbeziehung der Bürger sei nicht gegeben. Der BN unterstütze die Forderung des Landesverbandes Bayern Diagnose-Funk, die bisherigen Beschlüsse der Genehmigung von Sendestandorten für den Behördenfunk zu überprüfen und ein Moratorium bei der Bayerischen Staatsregierung zu beantragen. (nr)

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