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Burgheim

10.04.2013

BOS-Testphase läuft ohne Burgheim

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Der Funkmast ist bereits errichtet. Ab Oktober wird er senden.

Gemeinderat lehnt die Teilnahme am sechsmonatigen Probebetrieb ab

Burgheim Während für Oberbayern-Nord – also die Region 10 mit Erding und Fürstenfeldbruck – die digitale Testphase in Kürze beginnt, verweigert sich Burgheim weiterhin dem Behördenfunk BOS. Nachdem der Marktgemeinderat das bundesweite Projekt schon seit zweieinhalb Jahren rigoros ablehnt, hat er auch diesmal sein Veto eingelegt. Mit neun zu acht Stimmen beschlossen die Ratsmitglieder in der Sitzung am Dienstagabend, sich aus dem sechsmonatigen Probebetrieb auszuklinken, der im Oktober beginnen wird.

Dieser Probebetrieb dient dazu, die technische Konfiguration auszuloten, wie Kreisbrandrat Erwin Pfleger dem Gremium erläuterte. Man wolle erste umfangreiche Erfahrungen sammeln. Dazu gehören unter anderem technische Tests, Feldversuche, Massentests und eigene Versuche mit sämtlichen Beteiligten der künftigen Nutzer.

Danach – also etwa ab April 2014 – wird dieser nicht öffentliche, mobile UKW-Landfunk in den Alltagsbetrieb der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben übernommen. Sie sind dadurch untereinander verbunden wie auch mit der Leitstelle in Ingolstadt. Ein Funkgerät kostet rund 600 Euro; derzeit gibt es vom Staat einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent.

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Weiterhin bestehen gesundheitliche Bedenken

Der Funkmast bei Burgheim steht längst. Er wurde am Rand des Waldgebiets „Am Oberschlag“ im Dreieck zwischen Biding, Leidling und Straß errichtet – gegen den Widerstand des Marktgemeinderats und der „Bürgerinitiative für ein gesundes Burgheim“. Mit Beginn des Probebetriebs wird er seine Signale abgeben. Daran ist nicht zu rütteln.

Dennoch haderten die Gemeinderäte am Dienstag weiter damit. Dr. Johannes Hieber argumentierte mit den gesundheitlichen Bedenken gegen die Strahlungen. „Die Ängste bestehen nach wie vor“, sagte er. „Wir waren gegen den BOS-Funk und sind es nach wie vor.“ Er erklärte die Missachtung der Selbstbestimmung der Gemeinde als ein „Ärgernis hoch drei“. Das Ganze sei politisch ganz und gar nicht in Ordnung. Er plädierte dafür, den Analogfunk in Burgheim beizubehalten. Die Rettungsleitstelle müsse „dann eben eine Möglichkeit finden, uns weiterhin analog zu erreichen.“

Peter Lösch war ebenfalls dafür, konsequent zur Ablehnung zu stehen: „Wir haben den Probebetrieb bereits im Gemeinderat abgelehnt. Wie oft sollen wir ihn denn noch ablehnen?“ Manfred Meier gab zu bedenken, dass „wir nach einem halben Jahr automatisch in den Digitalfunk aufgenommen werden – das ist doch klar!“

Zweiter Bürgermeister Hans Dußmann war dafür, den BOS-Funk notgedrungen zu akzeptieren und „diese Kröte zu schlucken“: „Ich glaube, wir müssen umdenken, um unsere Feuerwehr nicht alleine dastehen zu lassen. Wir können diese Entwicklung nicht aufhalten. Der Mast sendet sowieso, ob wir teilnehmen oder nicht.“

Auch Bürgermeister Albin Kaufmann vertrat diese Meinung: „Für unsere Leute, unsere Hilfsorganisationen ist es wichtig, die Erprobungsphase mitzumachen, um von Anfang an dabei zu sein, die Geräte zu testen und alles auszuprobieren.“

Letztlich fand diese Einstellung keine Mehrheit, sondern scheiterte knapp. Burgheim wird also nicht beim Probebetrieb dabei sein. Rein theoretisch ist es nun möglich, dass sowohl die Leitstelle, als auch die anderen Feuerwehren mit der Marktgemeinde analog kommunizieren. Allerdings nur, solange sie noch nicht gänzlich auf digital umgestellt haben.

Danach muss Burgheim sich notgedrungen dem Behördenfunk angleichen – aber eben ohne es gelernt zu haben. „Ihr bringt damit“, so Kreisbrandrat Pfleger an den Gemeinderat gewandt, „eure Feuerwehren in eine nicht ganz einfache Situation.“

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