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Soziales

16.07.2020

BRK baut in Neuburg ein einzigartiges Haus

Auf dem Parkplatz (rechts) des BRK-Seniorenheims werden schon bald Container eine Kinderkrippe beheimaten. Gegenüber, dort wo derzeit noch Wiese ist, soll ein Mehrgenerationenhaus entstehen.
Bild: Gloria Geissler

Plus Gegenüber dem Seniorenheim am Schwalbanger soll eine Betreuungseinrichtung für Kinder und Senioren entstehen. Doch bis es so weit ist, braucht es eine Zwischenlösung.

Innovativ und mutig geht der BRK-Kreisverband in die Zukunft – und das in vielerlei Hinsicht. Da ist zum einen das futuristisch anmutende Gebäude, dessen Bauweise zwar noch nicht endgültig ist, wenn es aber in dieser Art kommt, in Neuburg wohl einzigartig ist. Da ist ein Mehrgenerationenhaus, das Kinder und Senioren in ihrem gemeinsamen Alltag zusammenkommen lässt. Und da ist ein Konzept, das Mädchen und Buben im Alter zwischen einem Jahr und dem Grundschulalter mischt.

Der Traum von einer Einrichtung dieser Art schwirrte seit Langem im Kopf von Robert Augustin. Doch die Komplexität ließ den BRK-Kreisgeschäftsführer zögern. Mit dem Ende der Betriebserlaubnis der BRK-Krippe in der Amalienschule Ende August bot sich nun aber die Gelegenheit zu diesem großen Schritt. Augustin machte den Politikoberen klar, dass eine Containerlösung zum Auffangen der wegfallenden Krippenplätzen für das BRK als Träger nur in Frage komme, wenn im Gegenzug der Bau des Mehrgenerationenhaus vorangetrieben wird. „Auf alles andere hätten wir uns nicht eingelassen“, sagt er. „Für uns war wichtig: Wenn Container, dann nur, wenn danach was Ordentliches kommt.“

Planung und Bau des BRK-Mehrgenerationenhauses brauchen zwei Jahre

Die zwei Jahre, die die Planung und der Bau des Mehrgenerationenhauses brauchen, werden professionell überbrückt. Das BRK hat Erfahrung mit Kinderbetreuung in Containern. 17 Stück werden demnächst auf dem Parkplatz vor dem BRK-Seniorenheim im Schwalbanger aufgestellt, in die dann 24 Kinder und fünf Erzieherinnen einziehen werden. Es entstehen zwei Gruppenräume samt Schlafräumen, zwei Nebenräume, ein Büro, eine Garderobe, ein Lager, Toiletten sowie eine Küche. „Forscherkiste“ soll die neue Einrichtung heißen und vielleicht schon ein bisschen ein Testbetrieb sein für die Integration der Kinder in den Alltag der Senioren aus dem nahe gelegenen Heim und umgekehrt. Das 3000 Quadratmeter große Grundstück gegenüber von Container-Krippe und Seniorenheim hat das BRK als Erbpacht von der Neuburger Julius Brauerei erhalten. „Ein Glücksfall“, wie Augustin sagt. Sind die Formalien geklärt, soll dort nächstes Jahr ein quadratisches Gebäude entstehen mit einem gut 300 Quadratmeter großen Luftraum in der Mitte, dem Atrium.

BRK baut in Neuburg ein einzigartiges Haus

Im Erdgeschoss wird die Kindertagesstätte untergebracht, mit direktem Zugang beziehungsweise Blick zum Garten im Atrium aus allen Zimmern. Dort können die Kinder ebenerdig spielen oder gehen die Freitreppe hinauf zur Dachterrasse im ersten Obergeschoss, wo die Seniorentagespflege untergebracht ist. Mit einer Rutsche geht es dann wieder hinunter in den Garten. „Senioren und Kinder können sich mischen, aber auch für sich bleiben, wenn sie das wünschen“, erklärt Augustin die Idee, die dahinter steckt.

Das BRK will im Neubau in Neuburg 75 Plätze für die Kinderbetreuung anbieten

75 Plätze für die Kinderbetreuung will das BRK dort anbieten, die sich verteilen auf Krippenkinder, Kindergartenkinder und Hortkinder. „Das wird die nächste Herausforderung“, ist sich der Geschäftsführer sicher, Ein- und Zehnjährige unter einen Hut zu bringen. Aber es gebe viele Beispiele in anderen Landkreisen, in denen diese altersübergreifende Betreuung hervorragend funktioniere und für alle eine Bereicherung darstelle.

Auch in Sachen Tagespflege geht das BRK gänzlich neue Wege. Derlei Plätze gibt es in geringer Anzahl bereits integriert in einige der Neuburger Altenheime, doch eine eigene Einrichtung gibt es nicht. „Viele haben mir berichtet, dass ihr betreuungsbedürftiger Angehöriger partout nicht ins Heim in die Tagespflege will, weil er oder sie Angst habe, abends nicht mehr nach Hause zu dürfen“, erzählt Augustin. Diese Angst sei unbegründet, aber verständlich. Ein Heim sei eine natürliche Hemmschwelle. Das Mehrgenerationenhaus soll hier Abhilfe schaffen. Die Senioren kommen morgens, spielen, kochen, essen gemeinsam und werden am späten Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Für viele Angehörige, die meistens die Betreuung auch nur an einzelnen Tagen die Woche buchen, ist die Tagespflege eine enorme Erleichterung im Alltag. Sie können ihre Aufgaben erledigen und wissen ihren Angehörigen gut aufgehoben.

Die Idee, die Betreuung von Senioren und Kindern zu kombinieren, ist nicht neu, aber dennoch selten in der Region. „Dabei merkt man in vielen Lebenslagen, wie sich die beiden Gruppen gegenseitig bereichern“, erzählt Augustin. Gerade für ältere Menschen seien die Kinder ein Antrieb in einem Leben, wo es diesen nicht mehr so oft gibt. Dementsprechend will man im Mehrgenerationenhaus versuchen, den Alltag der beiden Gruppen so oft wie möglich zu kombinieren, zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück auf der Dachterrasse oder bei Spiel- oder Bastelangeboten.

Man kann sich dort begegnen, muss es aber nicht, stellt Robert Augustin klar. Im September 2022 soll das Mehrgenerationenhaus im Neuburger Schwalbanger in Betrieb gehen.

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