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Ausflugstipp

27.08.2020

Ballonmuseum Gersthofen: Auf den Spuren der Luftfahrt-Pioniere

Das Ballonmuseum in Gersthofen ist das größte Museum seiner Art in Europa und als „empfehlenswert“ ausgezeichnet. 
Bild: Ute De Pascale

Plus Die Geschichten zu den abenteuerlichen Versuchen, wie ein Vogel in die Lüfte zu steigen, erzählt das Ballonmuseum in Gersthofen.

Zugegeben: Rasend neu mag der Gedanke „Ab ins Museum!“ als Ausflugstipp nicht sein, doch im Falle des Gersthofener Ballonmuseums lohnt er sich wirklich.

Von Neuburg aus über die B16 und B2 geht es direkt bis zur Bahnhofstraße in Gersthofen, an der ein Bauwerk unweigerlich ins Auge sticht: der zum Ballonmuseum gehörende Wasserturm. In der hinter dem Museum liegenden Ludwig-Thoma-Straße kann geparkt werden, ebenso in der Parkgarage unter der Stadthalle oder beim City Center. Vom Gersthofener Bahnhof aus ist das Ballonmuseum in etwa fünf Minuten mit den Buslinien 56 und 57 bis Haltestelle Rathausplatz erreichbar.

Ballonmuseum Gersthofen: Alte Geschichte in neuen Gemäuern

Wenn ein Objekt je die Bezeichnung „Hingucker“ verdient hat, dann ist das der inmitten des Museums schwebende „Erdlieb“, jener nach alten, kolorierten Kupferstichen gefertigte Nachbau eines Gasballons samt prächtiger Gondel, mit dem Maximilian Freiherr von Lütgendorf 1786 von Augsburg aus einen seiner ersten Aufstiegsversuche startete. Seinen kuriosen Namen verdankt „Erdlieb“ allerdings der Tatsache, dass schlechtes Gas und ungeeignete Witterungsbedingungen große Höhenflüge vereitelten. Leicht spöttisch hieß es irgendwann, das Luftfahrzeug habe die Erde eben so lieb, dass es nicht aufsteigen möchte.

So archaisch die Anfänge der Ballonfahrerei anmuten mögen, so zeitgemäß kommt der Museumsneubau daher. Luftig leicht und lichtdurchflutet lässt sich auf derzeit knapp 900 Quadratmetern (wegen Umbaumaßnahmen ist der Wasserturm geschlossen) der Faszination nachspüren, die Pioniere wie Publikum der Fahrten durch die Lüfte bereits empfunden haben müssen, als diese noch in den Kinderschuhen steckte. Technik, Herstellung, Sport, Rekorde bis hin zu Kuriosem – aus verschiedensten Perspektiven können sich die Besucher im Museum an unterschiedlichste Themenbereiche heranpirschen; auch mal interaktiv, mittels Hörstationen oder Audioguide.

Das Ballonmuseum in Gersthofen ist das größte seiner Art in Europa

So begegnen die Museumsgäste auch berühmten Personen wie Ballonpionier August Piccard oder Marie-Madeleine Sophie Blanchard, die von Napoleon sogar zur „kaiserlichen Aeronautin“ ernannt wurde. Auch die Fachwelt ist davon begeistert, was in Gersthofen geboten wird: So hat die Fédération Aéronautique Internationale in Lausanne (FAI) das übrigens größte Ballonmuseum Europas als eines von lediglich fünf Museen in Deutschland empfohlen.

Weil so viel Entdeckergeist hungrig macht, kommt vor der Weiterfahrt womöglich eine kleine Stärkung gelegen. Beispielsweise mit asiatischen (im Sao Mai) oder italienischen (im La Comedia) Köstlichkeiten verwöhnt (beide Lokale liegen dem Museum gegenüber), kann von Gersthofen aus ein Abstecher ins rund 15 Kilometer entfernte Biberbach unternommen werden, wo es – zumindest im übertragenen Sinne – sogar noch höher hinauf gen Himmel geht, als je ein Ballon zu fahren imstande sein wird: zum „Herrgöttle“. Dabei handelt es sich um ein aus dem 13. Jahrhundert stammendes hölzernes Kruzifix in der Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und zum Heiligen Kreuz.

Abstecher zum Herrgöttle nach Biberbach

Seit mehr als drei Jahrhunderten pilgern Wallfahrer mit ihren Sorgen und Nöten zum „Herrgöttle“ – womöglich ja auch einmal jemand, um ein Stoßgebet gen Himmel zu senden, dass man bei einer Ballonfahrt seine Höhenangst im Zaum halten könne. Denn wer im Gersthofener Ballonmuseum bei all der Beschäftigung mit den beeindruckenden Gefährten der Lüfte Lust bekommen hat, sich selbst einmal in ebenjene zu erheben: Der Freiballonverein Augsburg, Partner des Ballonmuseums, bietet Fahrten an.

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