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Oberstimm

21.08.2019

Barthelmarkt in Oberstimm: Ein Prosit auf die Sicherheit

Auch die Zelte sind videoüberwacht. Wer also wegen ein paar Bier zu viel über die Stränge schlägt, der gerät schnell in den Blick der Ordnungshüter. Aber die meisten Gäste feiern ohnehin friedlich, so wie diese vier feschen Damen. 
Bild: Xaver Habermeier

Der Barthelmarkt in Oberstimm ist legendär. Viel wurde an der Sicherheit gearbeitet. Heuer soll alles noch etwas gesitteter ablaufen – auch dank digitaler Hilfe. 

Sieben Tage Barthelmarkt. Ein Traum! Statt der üblichen vier Tage kündigte vor zwei Wochen ein Schild am Ortsausgang von Manching das Oberstimmer Kult-Volksfest von 23. bis 29. August an. Im Netz überschlugen sich die Kommentare der Barthelmarkt-Fans vor Begeisterung. Doch es war nur Scherz. Irgendein Witzbold hatte eine der Tafeln manipuliert und aus der 6 eine 9 gemacht. Es bleibt also dabei: Der Barthelmarkt läuft vier Tage, beginnt am morgigen Freitag und dauert bis 26. August.

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Auch Manchings Bürgermeister Herbert Nerb hätte nichts gegen sieben Tage Volksfest einzuwenden gehabt, sagt er augenzwinkernd. Zumal der Aufwand für die wenigen Tage enorm ist. Aber Tradition ist Tradition, vier Tage und keiner mehr. Eines der größten Volksfeste Bayerns beginnt am Freitag um 14 Uhr mit der Festbierprobe auf dem Kirchenvorplatz und endet am legendären Montag.

200.000 Besucher werden auf dem Barthelmarkt erwartet

Über 200.000 Besucher werden wieder auf dem Festgelände in Oberstimm erwartet. Dementsprechend großen Wert wird auf die Sicherheit gelegt. Seit vielen Jahren arbeiten die Verantwortlichen am Sicherheitskonzept. So überschwänglich wie vor zehn Jahren geht es mittlerweile nicht mehr zu. Per Videoüberwachung behält die Polizei alle Besucher im Blick. Braut sich irgendwo etwas zusammen, wird gleich präventiv ein Trupp dorthin geschickt, um deeskalierend auf die Streithansel einzuwirken, wie Bürgermeister Nerb das System erklärt. Auch nachts bleibt die Überwachung aktiv, sodass die Fahrgeschäfte vor Übergriffen und Randalierern sicher sind.

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Das gesamte Gelände wird heuer erstmalig mit absperrbaren Pfosten aus Stahl gesichert. Terroristen mit Fahrzeugen haben so keine Chance. Und ein Durchsagesystem kann im Notfall die Musik sowohl in den Zelten, als auch die der Großfahrgeschäfte abschalten, um Durchsagen zu machen.

Legendär ist der „Barthelmarkt-Montag“

„Weder der Markt Manching noch die Polizei wollen die berechtigte Freude an diesem allseits beliebten Fest trüben“, heißt es vonseiten der Polizei, aber vor allem der Montag war mit seinem „Sturm“ auf die Zelte in der Früh um 5 Uhr den Verantwortlichen ein Dorn im Auge. Deswegen wird der Einlass heuer nicht nur über die Haupteingänge in die Zelte erfolgen, sondern auch über die Nebeneingänge. „Damit wollen wir die Menschenmenge ein bisschen verteilen“, erklärt Nerb. Auch die Busunternehmen und Reiseveranstalter, die jedes Jahr Ausflüge auf den „Barthelmarkt-Montag“ organisieren, hat die Gemeinde angeschrieben und gebeten, nicht vor 5 Uhr das Festgelände anzufahren. „Bedienungen, Wirte und auch wir Verantwortlichen brauchen wenigstens ein paar Stunden Schlaf, bevor es wieder weitergeht“, sagt der Bürgermeister, zumal auch sauber gemacht werden müsse. Die Kehrmaschinen kommen bei zu vielen Menschen einfach nicht mehr durch. 65 Reisebusse aus ganz Bayern zählte Nerb im vergangenen Jahr: „Das ist schon Wahnsinn, aber natürlich sind wir auch stolz darauf.“

Neu ist in diesem Jahr eine Hol- und Bringzone für etwa 50 Fahrzeuge auf dem Parkplatz des SV Oberstimm in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses. Hier ist es möglich, bis zu 30 Minuten mit seinem Auto zu warten, um seine Fahrgäste aufzunehmen. „Die wartenden Eltern und Freude haben uns alle Straßen verstopft“, berichtet Nerb aus der Vergangenheit, „das war ein Riesenproblem."

Die Maß Bier auf dem Barthelmarkt wird teurer

Ein Problem für den Geldbeutel könnte der Bierpreis werden. Der nämlich hat sich in diesem Jahr von 8,90 Euro auf 9,20 Euro erhöht. Um Geld zu sparen, kamen in den vergangenen Jahren immer mal ein paar Besucher auf die Idee, Rucksäcke mit Alkoholflaschen am Rande der Zelte abzustellen, um immer mal wieder einen Abstecher dorthin zu machen, um „nachzutanken“. Doch auch das ist vorbei. Polizei und Ordnungshüter sammeln rigoros alle herrenlosen Taschen und Rucksäcke ein. Diese werden dann untersucht und verwahrt – schon allein wegen der Terrorgefahr, wie Bürgermeister Nerb sagt.

Am Samstag gibt es ein weiteres Schmankerl, das es nicht mehr oft zu sehen gibt: Pferderennen. Um 14.30 Uhr starten die diversen Rennen auf der nahe gelegenen Bahn mit anschließender Preisverleihung. Und eine weitere Tradition, die die Gemeinde unbedingt aufrecht erhalten möchte, ist der Pferdemarkt. Montagfrüh werden wieder einige Viehhändler ihre Pferde, Ziegen und Schafe zeigen und zum Kauf anbieten. Direkt vor Ort mitnehmen können Interessenten die Tiere aber nicht mehr. Nerb: „Wer ein Tier am Montag kauft, kann es dann in der Woche drauf auf dem Hof des Verkäufers abholen.“ Die Zeiten, in denen die Ziegen mit ihren Käufern in der Reisetoilette der Busse mit nach Hause gekarrt wurden, sind vorbei.

Die App des Marktes Manching „Markt Manching Info“ ist für alle Besucher des Barthelmarktes ein wichtiger Begleiter. Während der Festtage erhalten diese via Push-Nachrichten aktuelle Benachrichtigungen sowie gegebenenfalls Notfallinfos wie Unwetterwarnungen.

Das Programm

FREITAG:

  • 14 Uhr: Standkonzert mit Festbierprobe am Kirchenvorplatz
  • 14.30 Uhr: Abmarsch zum Festplatz mit Bieranstich im Herrnbräu-Zelt

SAMSTAG:

  • 13.45 Uhr: Aufstellung des Festzuges in der Barthelmarktstraße neben der Kirche
  • 14 Uhr: Festzug zum Rennplatz
  • 14.30 Uhr: Beginn der Pferderennen
  • 16.30 Uhr: Preisverleihung im Zelt der Gräfl. Hofbrauhaus Freising

SONNTAG:

  • 9 Uhr: Festgottesdienst im Festzelt der Gräfl. Hofbrauhaus Freising
  • 21 Uhr: Großes Prunkfeuerwerk

MONTAG:

  • 6 Uhr: Pferde- und Fohlenmarkt
  • 15 bis 18 Uhr: Kindernachmittag mit ermäßigten Preisen an den Fahrgeschäften
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