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Rohrenfels

09.01.2019

Bauboom in Rohrenfels

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3 Bilder
In Ballersdorf wurde bereits ein Baugebiet ausgewiesen, in Ergertshausen soll das nächste folgen. Und auch in Wagenhofen hat Bürgermeister Wigbert Kramer eine potenzielle bebaubare Fläche im Blick, die im Augenblick aber noch nicht der Gemeinde gehört.
Bild: Georg Wurm

Neue Baugebiete, ein neues Unternehmen, ein größerer Kindergarten und ein schöner Kirchvorplatz – in Rohrenfels wird es dieses Jahr überall Baustellen geben.

Die Feldkirchener hatten vergangenen Sommer mehrfach die Nase voll. Denn von der Pumpstation, die das Abwasser von Rohrenfels zur Kläranlage nach Neuburg befördert, wehte ein Lüftchen, das alles andere als angenehm roch. Nach mehreren Anrufen von stinkigen Bürgern war der Ursprung für den strengen Duft schnell gefunden: in dem kleinen Dorf Ergertshausen. Weil es dort nur 27 Häuser gibt, werden die Kanalrohre zu wenig gespült, was dazu führt, dass insbesondere in trockenen Zeiten das Wasser fault und sich Schwefelwasserstoff bildet, der dann an der Pumpstation in Feldkirchen ausdunstet.

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Natürliche Abhilfe dürfte für dieses Duft-Dilemma das neue Baugebiet schaffen, das am nördlichen Ortsrand geplant ist. Zwölf Plätze sollen dort entstehen und damit zwölf Haushalte mehr, die ihr Abwasser in den Kanal einleiten und damit für mehr Umwälzung sorgen. Zwischen 750 und 850 Quadratmeter sollen die Grundstücke groß werden, sagt Bürgermeister Wigbert Kramer, die voraussichtlich schon Ende 2019 verkauft werden – und das, obwohl das Verfahren noch gar nicht angelaufen ist. Wie Kramer erklärt, dauert der Verwaltungsprozess bei diesem Baugebiet nur etwa halb so lange wie sonst üblich, weil es in ein Sonderprogramm aufgenommen wurde, das kleinen Kommunen die Ausweisung von Baugebieten erleichtern soll.

Einen Schritt weiter ist die Gemeinde dagegen schon beim Baugebiet „Am Waldweg“ in Ballersdorf. Die 25 Plätze sind mittlerweile vergeben, die Erschließung und Vermessung soll spätestens im März abgeschlossen sein. Die ersten Rohbauten stehen bereits. Umtriebig wird es dieses Jahr auch im Gewerbegebiet Wagenhofen zugehen, wo sich gegenüber der ehemaligen Backfabrik ein Betrieb für Ankertechnik ansiedeln wird. Wie Kramer sagt, wollen die Firmeninhaber im Januar 2020 mit der Produktion starten. Für diese benötige das Unternehmen auch einen Erdgasanschluss, um die großen Hallen beheizen zu können. Nicht nur aus diesem Grund ist die Gemeinde derzeit in Verhandlungen mit Erdgas Schwaben, um auch Privathaushalte in Rohrenfels und Wagenhofen erschließen zu können. Das Interesse wäre jedenfalls da, wie Kramer sagt: Knapp 200 Hauseigentümer würden sich gerne eine Gasleitung in ihr Grundstück legen lassen.

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Der Kindergarten in Rohrenfels wird vergrößert

Gebaut wird nächstes Jahr auch am Kindergarten in Rohrenfels. Hinter dem Gemeindezentrum entsteht voraussichtlich im Sommer ein Neubau für zwei Gruppen, wobei das Gebäude so konzipiert wird, dass es auch anderweitig genutzt werden könnte, sollte die Zahl der Kinder einmal zurückgehen, erklärt Kramer. Baubeginn soll in der ersten Jahreshälfte sein, im Herbst 2020 könnten die Kinder dann einziehen. Gleichzeitig wird der bestehende Kindergarten renoviert. Beide Maßnahmen zusammen kosten rund 2,3 Millionen Euro, wobei der Kindergarten-Neubau mit bis zu 95 Prozent gefördert wird.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage in Rohrenfels sind ebenfalls die Bauarbeiter am Werke. Dort entsteht derzeit der neue Bauhof der Gemeinde, der voraussichtlich im Herbst 2019 fertig werden soll. Die beiden Hallen in Wagenhofen, die aktuell als Bauhof fungieren, werden dann abgerissen, damit dort ein neues Feuerwehrhaus für die Wagenhofener Wehr gebaut werden kann. Die Planungen dafür sollen dieses Jahr starten.

Doch damit der Bauarbeiten nicht genug: Auch am Kirchplatz in Rohrenfels sollen – wenn alles optimal läuft – noch dieses Jahr die Bagger anrollen. Dort wird im Rahmen der Dorferneuerung der Bereich um die Kirche neu gestaltet. „Das soll die Visitenkarte von Rohrenfels werden“, sagt Kramer. Das Areal soll deutlich grüner werden und mit Bänken, Brunnen und Skulpturen von Rainer Röschke zum Verweilen einladen. Auch die Bushaltestelle wird eine gefälligere Optik erhalten. Wie Franziska Burlefinger vom Planungsbüro Herb erklärt, soll der Entwurf dafür bis Februar fertig sein und anschließend beim Amt für Ländliche Entwicklung eingereicht werden. Danach geht es in die Ausschreibung. Wenn ein Rad ins nächste greift, könnten die Bauarbeiten noch im Herbst/Winter 2019 beginnen. Etwa ein halbes Jahr soll die Umgestaltung dauern. Die daneben verlaufende Staatsstraße werde in dieser Zeit nicht beeinträchtigt. Die Anlieger und später auch alle Bürger aus der Gemeinde sollen auf Infoveranstaltungen über das genaue Vorhaben informiert werden.

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