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Entwicklung

17.07.2020

Bauen in Neuburg: In Feldkirchen rührt sich was

Das Projekt der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft am Siedlerweg zeigt bereits seinen Umfang. 2021 sollen 27 Wohnungen zur Verfügung stehen.
Bild: Winfried Rein

Plus Nicht nur wegen des Großprojekts im Siedlerweg steuern viele Handwerker den südlichen Stadtteil an. Die Nahwärme sucht über die Heugasse den Ringschluss zum Schwalbanger und es entsteht eine Wohnanlage mit Tiefgarage

Siedlerweg, Südpark-Brücke, Nahwärme und Wohnungsbau – der Stadtteil Feldkirchen ist derzeit ein „Epizentrum“ kommunaler und privater Bauaktivitäten. Einige Projekte greifen sozusagen ineinander über. Wenn etwa die Baufirma Paul Pettmesser eine große Wohnanlage in der Heugasse erstellt, koordiniert sie den Bau mit den Stadtwerken und nutzt selbstredend Nahwärmeanschlüsse.

Die Nahwärme kommt heuer groß raus in Feldkirchen. Von der Augsburger Straße aus erreicht sie über die Heugasse die Wohnblöcke an der Weiherleite und schafft den Ringschluss zum bestehenden Leitungsnetz am Schwalbanger. „50 bis 60 Wohnungen wollen wir an die Wärme anschließen“, so beschreibt Ernst Reng seine Zielplanung. Der stellvertretende Stadtwerkeleiter hofft, dass die Hausverwaltungen aller Wohnblöcke mitmachen.

Die Nahwärmeleitung der Stadtwerke hat Feldkirchen erreicht und schließt jetzt die Lücke zum Schwalbanger.
Bild: Winfried Rein

Neuburg-Süd würde dann schon fast die komplette Jahreskapazität der Stadtwerke beanspruchen. 62 Nahwärmeanschlüsse stehen heuer auf der Liste, ein Drittel ist bereits verlegt. 2019 hatten 75 Wohnungen die Wärme bekommen, „mehr geht kaum“, so Ernst Reng. Insgesamt versorgt der kommunale Eigenbetrieb derzeit rund 1700 Wohneinheiten mit Nahwärme – Großabnehmer mit eingerechnet. Ein Nahwärmeanschluss kostet den Stadtwerken je nach Lage zwischen 6000 und 7000 Euro. Der Kunde kann sich daran beteiligen oder er bezahlt die Investition anteilig über den Wärmepreis.

„Ich nehme die Nahwärme, denn komfortabler geht es nicht“, meint der langjährige Stadtrat Fritz Goschenhofer. Die Ölheizung in seinem Anwesen an der Heugasse lässt er abmontieren. Seit Monaten zeigt sich die Straße als Baustelle, neben den 45 Zentimeter starken Wärmerohren verlegt die Firma SEG auch neue Wasserleitungen.

Beschleunigt hat diese Entwicklung das Bauunternehmen Paul Pettmesser. „Wir wollen moderne Umwelttechnik für unsere Neubauten“, betont der Firmenchef. Jüngstes Projekt sind zwei Mehrparteienhäuser nahe der Ecke Heugasse/Augsburger Straße mit elf Eigentumswohnungen. In dieser Woche war Spatenstich für das Drei-Millionen-Euro-Projekt. Architekt Josef Breitenhuber hat ein Gebäude mit Aufzug und kompletter Barrierefreiheit geplant. Außerdem gibt es eine Tiefgarage mit 18 Plätzen. „Nahwärmeanschluss ist genauso Standard wie energiesparendes KfW55-Niveau“, so Paul Pettmesser. Das Gros der Wohnungen war bereits vor Baustart verkauft.

Planer, Finanziers und Arbeiter beim symbolischen Spatenstich für eine Wohnanlage in Feldkirchen, in der Mitte die Bauherren Paul Pettmesser junior und senior.
Bild: Winfried Rein

In die Höhe wächst der Sozialwohnungsbau der städtischen Gewo zwischen Südumgehung und Siedlerweg in Feldkirchen. Die Firma Schimmer zieht im Ziegelbau zwei Gebäude mit 27 Wohnungen hoch. In direkter Verlängerung der neuen Zufahrtsstraße entsteht die Einfahrt zur Tiefgarage. Stadt und Wohnungsbaugesellschaft investieren mit staatlicher Förderung rund sieben Millionen Euro.

Von Apartments mit 40 Quadratmetern bis zu sechs Vier-Zimmer-Wohnungen (90 Quadratmeter) reicht das Angebot. Grünflächen mit Spielplatz sieht die Planung vor, zur B 16 hin wird eine Lärmschutzwand errichtet. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling sieht darin eine Verbesserung auch für die bestehenden Wohnhäuser und bittet die Nachbarn um Nachsicht für Beeinträchtigungen während der Bauphase. Das Fundament der Tiefgarage steht, jetzt folgt der Hochbau mit Ziegeln und drei Geschossen im südlichen Block. Für das Nahwärmenetz liegt der Standort an der Bundesstraße zu weit entfernt, die Neubauten sollen mit Erdgas beheizt werden. Im Herbst sollen die ersten Mieter einziehen können – nach Möglichkeit mit Mieten nicht über 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Die Unterführung der B 16 bei Feldkirchen zeigt bereits Konturen

Bleibt noch die Staatsbaustelle am Südpark. Die Unterführung der Bundesstraße 16 zeigt bereits Konturen, der Kern des Brückenbauwerks ist betoniert. Der Freistaat und die Stadt Neuburg geben acht Millionen Euro für Brücke und Verkehrsschleifen aus, die Linksabbiegen und gefährliche Situationen erübrigen sollen.

Und es geht weiter im südlichen Stadtteil: Im Bauamt liegen Anträge auf weitere Mehrparteienhäuser, der Sehensander Weg erhält (ab nächster Woche) neue Gas- und Wasserleitungen und die Augsburger Straße wird 2021 zur Großbaustelle.

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