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Urban Gardening

24.01.2019

Baut Neuburg bald öffentlich Gemüse an?

Urban Gardening – urbanes Gärtnern – ist ein Trend, der in vielen Großstädten um sich greift.
Bild: Claudia Levetzow/dpa (Symbolfoto)

Äpfel, Tomaten und Radieschen - von städtischen Flächen, für die Bürger der Stadt: Auf Facebook erntet die Idee großes Interesse.

„Obst und Gemüse auf städtischen Flächen anbauen statt Büsche und Blumen, kostenlos für alle. Wie denkt Ihr darüber?“ Diese einfache Frage stellte ein Nutzer am Dienstag in der Facebookgruppe „Du bist ein echter Neuburger“. Binnen kurzer Zeit entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, an der sich Bürger, Interessierte und Vertreter der Stadt beteiligten. Städte, die diesen Weg bereits gehen, wurden genannt, ebenso mögliche Orte, die in Neuburg dafür in Frage kommen könnten. Überwiegender Tenor der Nutzer: Eine tolle Idee. Wir wollten es genauer wissen und haben uns bei der Stadt erkundigt, wie man dort zu dem Thema steht.

Die Stadt Neuburg sagt: „Urban Gardening ist eine gute Sache“

„Das ist grundsätzlich eine gute Sache“, bestätigt Bernhard Mahler, Pressesprecher der Stadt. An städtischen Flächen, die dafür in Frage kämen, mangele es nicht. Schon eher an einer Antwort auf die Frage, wer die Beete und Pflanzen pflegen soll. Generell sei für die Pflege des öffentlichen Grüns die Stadtgärtnerei zuständig. Die müsse man erst einmal fragen, ob sie das mit der derzeitigen Besetzung hinbekämen oder ob man zusätzliches Personal dafür bräuchte. „Obst- und Gemüsebeete sind mit Sicherheit um einiges pflegeintensiver“, betont Mahler. Und grundsätzlich müsse erst einmal der Stadtrat darüber entscheiden, ob Urban Gardening auf öffentlichem Grün überhaupt gewünscht sei.

Andere Städte haben diese Frage bereits für sich beantwortet. Beispielsweise die Nachbarstadt Eichstätt: Unter dem Label „Obstbäume auf öffentlichem Grund“ bietet sie ihren Bürgern an, zur Erntezeit die Früchte der Obstbäume auf öffentlichem Grund „in haushaltsüblichen Mengen“ zu ernten. Damit die Bäume von den Bürgern gut erkannt werden können, sind sie mit einer rundlichen grauen Metallmarke und einer Nummer versehen. Augsburg bietet einen öffentlichen Kräutergarten, in dem Besucher Würz- und Teekräuter probieren und für den Hausgebrauch pflücken können. Ein Vorzeigebeispiel in Deutschland ist die Stadt Andernach: Seit 2010 gibt es dort öffentliche Stadtgärten mit einer Vielfalt an Nutz- und Zierpflanzen. Jeder Bürger der Stadt darf dort Blumen pflücken sowie Obst und Gemüse ernten. Auch dazu gibt es ein Video im Internet, das in der Facebookgruppe geteilt wurde. Der Kommentar von Stadträtin Bettina Häring: „Toll! Das macht Lust auf mehr!“

So sieht Urban Gardening in Andernach aus.

Video: B3c0P/3sat/Youtube


Unterstützung von vielen Seiten für Urban Gardening in Neuburg

Stadtrat und Landtagsabgeordneter Matthias Enghuber hat sich ebenfalls an der Facebookdiskussion beteiligt und darauf hingewiesen, dass es bereits an mehreren Stellen in Neuburg öffentlich zugängliche Streuobstwiesen und Beerensträucher gibt. Aber er könne sich durchaus weitere vorstellen und sagte zu, entsprechende Vorschläge an die Stadtgärtnerei weiterzugeben. Und Vorschläge hatten die Facebooknutzer viele: etwa die Wiesen am Bücherturm, den Stadtberg über dem Graben, die Turnhalle im Ostend oder den Gesteinslehrpfad auf der Schanz. Auch mehrere Stellen im Schwalbanger wurden genannt. Als positive Bestandsbeispiele wurden die wilden Obstbäume am Stadtberg angeführt.

Wobei der Anbau von Obst, Gemüse oder Kräutern nicht überall Sinn macht, auch das zeigte die Diskussion. „Die Verkehrsinsel in der Luitpoldstraße bepflanzen wir vielleicht doch besser weiterhin mit Blumen“, scherzte Enghuber. Das Anpflanzen von Obst und Gemüse solle auch nicht bedeuten, dass es keine Blumen mehr gibt, schreibt ein Nutzer. Grundsätzlich gehe es darum, nicht genutzte innerstädtische Flächen sinnvoll zu bewirtschaften, sagt Pressesprecher Mahler. Ob das nun Supermarktdächer seien, auf denen Obst angebaut und direkt darunter verkauft werde, oder aber das Dach der Parkhalle: „Wer das macht, ist letztlich egal, es ist eine super Sache.“ Die vielleicht schon bald auf der Tagesordnung des Stadtrats landen wird.

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