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Städtebau

08.02.2018

Behutsamer Eingriff in die gute Stube

Der Marktplatz ist der Markenkern im Burgheimer Ortsbild. Dieser sensible Bereich soll nun wesentlicher Teil einer Bauleitplanung sein.
Bild: Peter Maier

In Burgheim soll der Ortskern maßvoll entwickelt werden. Dem Gemeinderat liegt ein sensibler Umgang mit dem Marktplatz am Herzen. Rahmenplan beschlossen

Wenn Bürgermeister Michael Böhm einen Blick aus seinem Amtszimmer wirft, sieht er den Marktplatz von Burgheim. Obwohl der Strukturwandel deutliche Spuren hinterlassen hat, ist in Ansätzen noch erkennbar, dass der Ort einst ein Handwerker- und Händlerzentrum mit Märkten war. Um dieses sensible Ensemble zu erhalten, ist eine Rahmenplanung für den Kernbereich nötig. Eine ähnliche Bauleitplanung setzte Michael Böhm auch für Burgheim-West auf die Tagesordnung.

Aktueller Anlass waren Bauvoranfragen im Rückbereich landwirtschaftlicher Anwesen sowohl im Ortskern als auch in der Donauwörther Straße. Dort will die Gemeinde eine Fortschreibung der Städtebauförderung. Ansonsten ergeben sich aktuell rechtliche Probleme für Bauwerber.

Im Ortsbereich existiert kein Bebauungsplan. Dort besteht eine „durchmischte Situation“ mit Dorfgebiet, öffentlichen Gebäuden, Grünflächen und landwirtschaftlichen Anwesen, deren Belange nicht eingeschränkt werden dürfen. Im Innenbereich gelten die Vorschriften des Baugesetzbuches, doch das hintere Areal gilt als Außenbereich. Dafür besteht kein Baurecht. Deshalb soll das Gebiet jetzt überplant werden. Verschiedenste Anläufe in früheren Zeiten wurden nie umgesetzt, sagte Bürgermeister Böhm in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Am Marktplatz charakterisieren verschiedene Gebäude das Ortsbild, entsprechend sensibel müsse bei Neubauten und Sanierungen vorgegangen werden. Die bisherigen Anfragen seien Anlass, so der Bürgermeister, sich neben einer Gesamtstrategie kleine Ziele zu setzen, die als partielle Bebauungspläne in das Konzept passen. Für die Rahmenplanung sei ein entsprechender Umgriff nötig.

Auf Nachfrage von Manfred Meier nach dem Zeitplan, verwies Böhm auf die Regierung von Oberbayern, die mit einem Jahr rechne. Sebastian Zitzmann unterstrich, dass ein Rahmenplan nötig sei, große Einschränkungen jedoch sollten entwicklungsfähige Grundstücke für Mehrfamilienhäuser nicht behindern. Dort bestehe nämlich eine große Entwicklungschance für den Markt. Die Donauwörther Straße möchte Zitzmann wegen der Hinterliegerbebauung miteinbeziehen. Weil im Ortskern bereits höhere Gebäude stehen, sieht der Bürgermeister bei mehrgeschossigen Bauten kein Problem.

Baum am Leitenbach muss gefällt werden

Bei drei Planungsbüros möchte der Gemeinderat Angebote für die Sanierungsfortschreibung einholen. 15 Hektar sind dazu nötig. „Wenn das alles bebaut wird, werden wir Stadträte“, scherzte Franz Hofgärtner. Ganz aktuell fand in dem Bereich eine Verkehrsschau statt, der nun einer Weide bei der „Gänseliesl“ zum Verhängnis wird. Der schnell wachsende Baum reicht mit seinen Ästen zu weit in die Donauwörther Straße und wird deshalb gefällt. Zwei weitere kleinere Weiden dürfen am Ufer des Leitenbachs stehen bleiben.

In Burgheim-West gingen Anfragen für zwei dreigeschossige Gebäude ein. „Dafür besteht derzeit kein Baurecht“, erklärte Bürgermeister Böhm. In Nachbarschaft des vorgesehenen Grundstücks stehen durchweg Bungalows. Grundlage war der erste Bebauungsplan von 1968. Der Gemeinderat hält eine Überplanung für nötig, doch Augenmaß sei nötig. Sebastian Zitzmann bezeichnete mögliche dreigeschossige Bauten als „eine Katastrophe“. 3. Bürgermeister Andreas Flath regte einen Grundstückstausch an, damit große Häuser errichtet werden könnten. Um damit voranzukommen, sei ein Fachplaner nötig, meinte Stefan Brendle. „Der Gemeinderat muss mitgestalten“, forderte Michael Böhm das Gremium auf. Die Versammlung segnete schließlich die Rahmenplanung für den Kernbereich sowie für Burgheim-West einstimmig ab.

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