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Weichering

14.05.2019

Beim Thema PFC will Weichering Druck machen

Der kleine Leitner-Weiher im Weicheringer Naherholungsgebiet ist wie sein „großer Bruder“ im Sommer ein beliebter Badesee. Ob das Gewässer mit PFC belastet ist, wird derzeit untersucht. Ein Ergebnis soll in etwa vier Wochen vorliegen.
Bild: Roland Geier

Staatssekretär Weigert und MdL Enghuber sollen ihren Einfluss geltend machen. Derweil wird geprüft, ob der Leitner- und Sportplatzweiher belastet sind.

Die PFC-Verunreinigungen in der Region sorgen für Verunsicherung. Wie gefährlich sind die Chemikalien, die durch den Einsatz von Feuerwehrlöschschaum auf dem Flugplatz in Zell in den Boden gedrungen sind, für Mensch und Natur? Diese Frage hat ein Toxikologe bei der Infoveranstaltung des Landratsamts am vergangenen Freitag zu beantworten versucht (wir berichteten). Die Skepsis gegenüber dem Gift aber bleibt – vor allem deshalb, weil im Augenblick nicht abschließend klar ist, an welchen Stellen es in den Boden eingedrungen ist, wie hoch die Konzentrationen dort sind und wie weit es sich von dort aus ausgebreitet hat.

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Diese Verunsicherung hat am Montag auch der Gemeinderat Weichering zum Ausdruck gebracht. Aus dem Gremium waren drei Vertreter, darunter 2. Bürgermeister Thomas Fürst, bei der Infoveranstaltung im Sporthotel Rödenhof gewesen, sodass sie ihre Kollegen in aller Kürze über den aktuellen Stand der Dinge informieren konnten. Darüber hinaus sagte Bürgermeister Thomas Mack, dass am vergangenen Freitag im Auftrag der Bundeswehr aus dem Löschweiher und -brunnen auf dem Gelände des Munitionsdepots erneut Proben gezogen wurden. Schon im August 2018 waren auf der Bundeswehr-Liegenschaft zwischen Weichering und Maxweiler, auf der ebenfalls Löschübungen stattgefunden haben, PFOS-Verunreinigungen von 0,01 Mikrogramm pro Liter festgestellt worden. Wie diese Konzentration zu werten ist, ist schwer zu beurteilen. Denn nach Informationen des Landratsamts liegt der Wert unter dem in Bayern gültigen Schwellenwert für Grundwasser. Was das Oberflächenwasser betrifft, so überschreitet der Wert jedoch die Umweltqualitätsnorm der EU für PFOS, die bei 0,65 Nanogramm pro Liter liegt. PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) ist eine dem PFC verwandte Säure.

PFC im Leitner Weiher: Die Ergebnisse sollen in vier Wochen vorliegen

Im Rahmen dieser Beprobung wurde auf Anregung von Mack auch das Wasser des kleinen Leitnerweihers sowie des Fischweihers am Sportplatz untersucht. In etwa vier Wochen sollen die Ergebnisse vorliegen. „Wenn dort keine Rückstände gefunden werden, können wir davon ausgehen, dass sich das PFC nicht ausgebreitet hat“, sagte Mack.

Beim Thema PFC will Weichering Druck machen

Die Gemeinderäte konnte das nur bedingt beruhigen. Auch wenn Gemeinderat Friedrich Höche eine „Panikmache“ für nicht angebracht hielt, tat sich selbst der Mediziner schwer, das Thema und die damit einhergehende Gefährdung einzuordnen. Insgesamt kam während der Diskussion zum Ausdruck, dass sich die Räte von der Bundeswehr im Stich gelassen und machtlos fühlen. Weil die Gemeinde selbst in der Tat wenig bis gar nichts zur Aufklärung beitragen kann, wollen sie über die politische Schiene Druck auf die betroffenen Behörden ausüben, allen voran über Staatssekretär Roland Weigert und MdL Matthias Enghuber, wie es in der Gemeinderatssitzung hieß.

Allerdings dürfte dies schwierig werden. Denn schon in der Infoveranstaltung des Landratsamts hatte Landrat Peter von der Grün klargemacht: Als Verursacher der PFC-Belastung sei allein die Bundeswehr für die Aufarbeitung verantwortlich und zuständig. So stehe es im Bodenschutzgesetz. Und in diesem werde auch das Vorgehen geregelt, wonach verdächtige Flächen in immer detaillierteren Stufen untersucht werden, um am Ende Maßnahmen erarbeiten zu können, die zu einer Beseitigung des Problems führen. Das Landratsamt habe dabei keinerlei Möglichkeiten, in diesen Prozess einzugreifen. Es könne lediglich das Verfahren überwachen und sicherstellen, dass alle Schritte auch durchgeführt werden, betonte von der Grün.

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