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11.12.2017

Beschwingt und groovig

In der Tradition Django Reinhardts stand ein Abend im Audi Forum in Ingolstadt.
Bild: Reinhold Weinretter

Django Reinhardt Night im Audi Forum

Was wäre der Advent in Ingolstadt ohne die Django Reinhardt Night im Audi Forum? – Glücklicherweise ist diese Frage seit Jahren überflüssig – lädt Manfred Rehm, der Impresario des Neuburger Birdland, doch alljährlich zwei Bands ein, die sich der Tradition des großen französischen Jazz-Gitarristen verpflichtet sehen oder diese gar weiterentwickeln.

Dieses Jahr wurden die treuen Forums-Gäste vom Hono Winterstein Trio und vom Timbo Mehrstein Quartett aufs Trefflichste unterhalten. Beide Musiker beziehungsweise Bandleader waren auch Mitwirkende des sehenswerten Films „Django – ein Leben für die Musik“, der am Sonntag und anlässlich seiner Premiere bei der diesjährigen Berlinale bereits im Audi-Programmkino gezeigt worden war. Hono Winterstein – an seiner unvergleichlichen, faszinierend unbeirrbaren Rhythmusgitarre, Adrain Moniguard, ebenfalls an der Gitarre, und Jeremy Aranger am Bass verlockten ihre Zuhörer, die Augen zu schließen und sich den ewig gültigen und beinah zeitlosen Rhythmen anzuvertrauen. In Windeseile war man der vorweihnachtlichen Hektik entrückt und konnte dahintreiben auf Django Reinhardts „Nuage“ und vielen anderen Manouche-Melodien. Leichtfüßig, beschwingt und groovig verflog die Zeit. Im zweiten Set widmeten sich Timbo Mehrstein an der Geige, Brady und Benji Winterstein an der Gitarre und Xavier Nicki am Bass dem Erbe von Stéphane Grappeli, Djangos Mitstreiter im Hot Club de France. Jetzt wurde der Gypsy-Jazz deutlich moderner und weniger traditionell. Eigene Kompositionen Mehrsteins ergänzten die unterhaltsame Spurensuche. Verspielte, ja fast lyrische Ausflüge des französischen Quartetts ließen die überbordende Vitalität ihrer Musik zum Erlebnis werden. Auch hier schien die Zeit unbemerkt zu verfliegen und über das unvermeidliche Ende konnte nur eine gemeinsame Zugabe der sieben Vollblut-Musiker hinwegtrösten. Django Reinhardt hat als Begründer des Europäischen Jazz also nicht nur seine wundervolle Musik hinterlassen, sondern seinen beneidenswert musikalischen Nachfahren auch viele spannende Wege eröffnet – zur Freude der Jazzliebhaber. (elb)

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