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Ingolstadt

19.11.2017

Besetzt im Namen der Kunst

Das Haus Stargarder Straße 15a in Ingolstadt haben verschiedene Künstler – wie zum Beispiel Karin Roth, Susanne Pohl und Markus Jordan neu gestaltet. Bald wird es abgerissen.
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Das Haus Stargarder Straße 15a in Ingolstadt haben verschiedene Künstler – wie zum Beispiel Karin Roth, Susanne Pohl und Markus Jordan neu gestaltet. Bald wird es abgerissen.
Bild: Elke Böcker

17 Künstler haben in Ingolstadt ein Abbruchhaus verwandelt. Die Besucher waren begeistert.

„Beinah eine kleine documenta,“ schwärmte eine Besucherin. Für ein Wochenende hat sich das Abbruchhaus in der Stargarder Strasse 15A im Monikaviertel von Ingolstadt in ein bemerkenswertes Kunstprojekt verwandelt.

Mit Genehmigung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) haben 17 Künstler des BBK zwei Wochen lang intensiv gearbeitet und die großräumigen Wohnungen einer schier unglaublichen Verwandlung unterzogen. Die Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen und die zahlreichen Besucher der „Hausbesetzung“ kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Da gab es eine in Folie gewickelte, höchst morbid anmutende Schaufensterpuppe in der Badewanne, faszinierende Lichtinstallationen von Markus Jordan oder von Kurt Tucholskys Gedicht „Lichter der Großstadt“ inspirierte Räume.

Installationen wie Spinnweben

Hanni Goldhardt hatte sich hier mit den Großstadtbewohnern, den „urban people“ auseinandergesetzt. Sonja Reuthlinger überzog ihre Räume unter dem Titel „Netzwerke“ mit spinnwebengleichen Installationen, die sogar aus dem Fenster wuchern durften.

Die weißen Rahmen von farbigen Wänden nahmen Johannes Hauser und Christin Estel zum Anlass, sich in vielerlei Hinsicht mit dem Thema „Rahmen“ zu beschäftigen.

„Ihre“ Wohnung bot auch die Möglichkeit, ein „Selfie“ mit Rahmen via smartphone zu verschicken. Die in Neuburg lebende Leonore Weiss und Karin Roth aus Ludwigsmoos – die Initiatorinnen des Projektes – erzählten von den Besuchen der ehemaligen Wohnungsbewohner: Das Ehepaar, das in der zwischenzeitlich konkret schwarz-weiß gestrichenen Wohnung gelebt hat, hatte beinah Angst, die umgewandelten Räume zu besichtigen, schließlich haben sie dort 42 Jahre gewohnt. Doch die beiden hätten es toll gefunden. Vielleicht auch, weil es so jetzt nicht mehr ihre Wohnung sei. Auch Leonore Weiss´ Mutter war von der sensiblen, naturnahen Installation im Wohnzimmer recht angetan und beiden Frauen fällt der Abschied jetzt viel leichter. Ein schönes Abschiedsfest für ein Haus, ein tolles Kunstprojekt.

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