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10.09.2018

Bestes Beispiel für ein christliches Miteinander

Architekt Daniel Eggeling vom Pfaffenhofener Architekturbüro Springer beim Richtspruch, daneben (von links) Kirchenpfleger Klaus Hartmann, Pfarrer Georg Guggemos und Bürgermeister Georg Hirschbeck. <b>Foto: Michael Geyer</b>
Bild: Michael Geyer

Neubau Die Finanzierung des neuen Pfarrheimes in Rennertshofen ist so gut wie gesichert. Warum das Haus in der Marktgemeinde ein Zuhause für alle Vereine sein wird

Rennertshofen „1,7 Millionen Euro für euer Pfarrheim. Wie macht ihr das bloß?“ werde er immer wieder gefragt, sagte Kirchenpfleger Klaus Hartmann bei der Hebauffeier am vergangenen Sonntagvormittag und war zugleich guten Mutes, dass die Kirchenstiftung Sankt Baptist die restliche Finanzierung stemmen könne. „Das schaffen wir locker mit Spenden und Eigenleistung, davon bin ich überzeugt.“ Die Rede ist von 100000 Euro, die die Kirchenstiftung noch erbringen muss. 1,6 Millionen sind schon gesichert: Der Löwenanteil von 1,1 Millionen kommt als Zuschuss aus Kirchensteuermitteln von der Diözese, rund 250000 kamen von der Gemeinde und ebenso viel hatte die Kirchenstiftung bereits in vielen Jahren mit dem Betrieb des alten Pfarrheims und Spenden angespart. Hartmann dankte auch den Fachleuten von der Baufirma Martin Roßkopf aus Ehekirchen, die den Rohbau bei oft unerträglich heißen Temperaturen hingestellt hatten. Im Herbst 2019, soll der Bau eingeweiht werden. Das sei eine realistische Planung, so Hartmann.

Mit dem flotten Marsch „Ins Land hinaus“ hatte die Marktkapelle unter Dirigent Klaus Gottschall die rund 200 Gläubigen, darunter auch viele aus den benachbarten Pfarreien der Pfarrgemeinschaft vom sonntäglichen Gottesdienst in der Kirche zum Neubau geleitet. Sie eröffnete die Feier mit dem festlichen „Coburger Marsch“ von Michael Haydn. Dass der Dachstuhl zum Richtfest nicht ganz fertig war, wurde von den rund 200 Anwesenden zwar registriert, aber nicht als Schönheitsfehler empfunden. Die fehlende Hälfte werde, so Architekt Daniel Eggeling vom Pfaffenhofener Architekturbüro Springer, noch in dieser Woche aufgestellt. Eggeling erhob beim Richtspruch sein imaginäres Glas zum Wohle der Bauherren und der Nachbarn, sein zweites Glas widmete er den Handwerkern und sein drittes leerte er - wieder nur symbolisch - darauf, dass auch die folgenden Arbeiten unfallfrei verliefen. Dann kletterte Theobald Rehm, Mitglied der Kirchenstiftung, auf den First des bereits fertigen Dachstuhls und nagelte dort das Richtfestbäumchen, eine mit bunten Bändern geschmückte Fichte, fest. „Wer hohe Türme errichten will, muss lange beim Fundament verweilen“, zitierte Bürgermeister Georg Hirschbeck mit Ironie den Komponisten Anton Bruckner und erinnerte daran, dass der Markt Rennertshofen bereits im Sommer 2016 grünes Licht für den Bau gegeben hatte, es aber viel Geduld erfordert habe, bis endlich mit dem Bau begonnen werden konnte. Die Kommune habe den Bau gerne finanziell unterstützt, weil sowohl kirchliche wie weltliche Vereine und Organisationen im Pfarrheim ihre Veranstaltungen abhalten könnten. „Ein hervorragendes Beispiel für ein christliches Miteinander“, lobte der Rathauschef. „Das ist ein großer Tag für Rennertshofen, für die Pfarrgemeinde und auch für die ganze Pfarreiengemeinschaft Urdonautal“, sagte Pfarrer Georg Guggemos und las aus dem Psalm 118 vor, wo es heißt: „Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn her ist dies gewirkt, ein Wunder in unseren Augen. Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns über ihn freuen.“ Der Priester erbat Gottes Segen für den Bau und seine Besucher und ließ zusammen mit dem Bürgermeister einen süßen Bonbonregen auf die unten wartenden Kinder niedergehen. Danach luden Kirchenstiftung und Pfarrgemeinderat alle Gäste zum gemeinsamen Mittagessen ein. Kostenlos, aber Spenden erwünscht, hieß es. Schließlich möchte Kirchenpfleger Klaus Hartmann auch weiter ruhige Nächte ohne Sorgen für die Restfinanzierung verbringen.

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